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Mehrheit für Bad-Sanierung in Weidenau
Ziel: Hallenbad mit Neubaucharakter

Weil die Kosten für ein neues Hallenbad mit 32,3 Mill. Euro aus dem Ruder zu laufen drohen, zeichnet sich in der Siegener Politik eine breite Mehrheit ab für eine Sanierung mit einem Anbau und damit einer vergrößerten Wasserfläche. Gewollt ist ein Sport- und Familienbad, kein Spaßbad.
  • Weil die Kosten für ein neues Hallenbad mit 32,3 Mill. Euro aus dem Ruder zu laufen drohen, zeichnet sich in der Siegener Politik eine breite Mehrheit ab für eine Sanierung mit einem Anbau und damit einer vergrößerten Wasserfläche. Gewollt ist ein Sport- und Familienbad, kein Spaßbad.
  • Foto: Michael Roth
  • hochgeladen von Michael Roth (Redakteur)

mir Weidenau. In Sachen Hallenbad Weidenau drängt plötzlich die Zeit, über den Sommer hat die Stadtverwaltung Siegen den über Jahre angedachten Neubau an selbiger Stelle verworfen und eine Sanierung im Bestand plus Anbau als Lösung aller Probleme auf den Tisch gebracht. Am Donnerstag tagte dazu erstmals die Politik. CDU, Grüne, FDP und Linke stützten das Vorhaben, SPD und UWG waren dagegen, sowohl im Bau- als auch im Sport- und Bäderausschuss gab es gleiche Ergebnisse.

Die vorbereitenden Untersuchungen haben viel Zeit gekostet. Seit dem Grundsatzbeschluss zur Neuordnung der Siegener Hallenbäder-Landschaft vom Dezember 2015 wurden die Schulen gefragt und auch die Vereine, daneben die normalen am Schwimmen interessierten Bürger.

mir Weidenau. In Sachen Hallenbad Weidenau drängt plötzlich die Zeit, über den Sommer hat die Stadtverwaltung Siegen den über Jahre angedachten Neubau an selbiger Stelle verworfen und eine Sanierung im Bestand plus Anbau als Lösung aller Probleme auf den Tisch gebracht. Am Donnerstag tagte dazu erstmals die Politik. CDU, Grüne, FDP und Linke stützten das Vorhaben, SPD und UWG waren dagegen, sowohl im Bau- als auch im Sport- und Bäderausschuss gab es gleiche Ergebnisse.

Die vorbereitenden Untersuchungen haben viel Zeit gekostet. Seit dem Grundsatzbeschluss zur Neuordnung der Siegener Hallenbäder-Landschaft vom Dezember 2015 wurden die Schulen gefragt und auch die Vereine, daneben die normalen am Schwimmen interessierten Bürger. Einen Arbeitskreis gab es sogar, der nannte sich „Hallenbad-Neubau“. Diverse Besichtungsfahrten wurden unternommen, schließlich wollte man ja schauen, was andere Städte ihren Bürgern gönnen.

Familienbad, kein Spaßbad

Warum im Sommer die plötzliche Eile? „Ziemlich kurzfristig sind wir von der Variante einer Sanierung erreicht worden“, monierte Achim Bell (UWG). Stimmt. Die Vorlage stammt vom 22. August, am 25. September schon soll der Rat die Grundsatzentscheidung fällen. „Wir wollen vorankommen“, formulierte es Stadtrat Arne Fries. „Es muss ein zeitgemäßes und sportliches Bad werden, ein Familienbad, aber kein Spaßbad.“

Trotz der Eile gab es gestern niemanden aus der Verwaltung, der einen Zeitplan oder gar einen Endtermin nennen wollte. Mehrfach fragte die Politik danach. Jedenfalls ist man bestrebt, zügig nach einer Ratsentscheidung die Projektsteuerung zu regeln. Dazu bedarf es einer Ausschreibung, um externe Fachbüros für das Vorhaben zu interessieren. Mit eigenen Leuten aus dem Rathaus ist das nicht zu stemmen, das scheint klar.

Ein Punkt mit Diskussionsbedarf: die Kosten. 32,3 Mill. Euro (brutto) für einen großen Neubau, 26,74 Mill. Euro (brutto) für einen kleineren Neubau oder 16,2 Mill. Euro (netto) für eine Sanierung plus Anbau. Genau der Zahlenvergleich veranlasste Frank Weber (SPD) zu der Aussage, wenn alles brutto gerechnet werde, liege die Differenz nur mehr bei 4 Mill. Euro. Eine Sanierung im Bestand berge unangenehme Überraschungen, zumal es sich um alte Becken aus den Jahren 1956 und 1976 handele. „Ich habe Zweifel, dass das ein modernes Bad für die nächsten 30 Jahre werden kann.“

Wasserfläche fast verdoppelt

Stadtbaurat Henrik Schumann ließ die Sorgen so nicht stehen. Die Altbau-Struktur gebe sehr viel her. Die Wasserfläche werde fast verdoppelt und sei mit dem Anbau gut darstellbar. Und an Weber gerichtet: „Das Delta bei den Kosten zwischen Neubau und Sanierung wird sich nicht entscheidend verändern.“

Für die CDU gab es kein Abweichen, ein klares Ja zu der Vorlage der Stadtverwaltung. Ein Neubau wäre gut gewesen, aber man müsse auch an die finanziellen Dinge denken. Ziel sei es, das Bad möglichst gut zu sanieren, erklärte Mark Rothenpieler (CDU). Die Grünen wiederum plädierten für ein zügiges Planen. Niemand wisse, wie lange das Löhrtorbad noch zur Verfügung stehen werde. „Es darf keine Verzögerung geben, sonst hält das Löhrtorbad nicht“, warnte Ulrich Krombach. Ansgar Cziba forderte, die langfristigen Kosten müssten vor der Entscheidungsfindung auf den Tisch gelegt werden. Das soll bis zur Ratssitzung passieren.

Die FDP zeigte Verständnis, dass es keinen Neubau geben soll. Selbst die kleinere Variante schlage mit 27 Mill. Euro zu Buche. Die enormen Mehrkosten von bis zu 13 Mill. Euro seien nicht zu verantworten. In gleicher Weise plädierten die Linken für eine Sanierung im Bestand.

Fries legte noch einmal die Bedarfsermittlungen dar. „Die Vorlage kommt spät, aber doch genau richtig“, lautete seine Aussage. Man habe Zeit ins Land ziehen lassen, aber die Zeit sinnvoll genutzt. An anderer Stelle kam das Eingeständnis, das Prozedere zur Ermittlung der Bedarfe sei fehlerhaft gewesen. Wichtig sei die Frage der Kosten: Die errechneten 32,2 Mill. Euro seien doch schon eine Hausnummer, „da muss man ans Denken kommen“.

Bau mit Neubaucharakter

Welche Vorteile bringt die Sanierung im Bestand? Dazu Michael Tröps, Abteilung Bauunterhaltung/Umbaumaßnahmen: „Das Bau wird in sehr vielen Bereichen einen Neubaucharakter haben.“

Die Heizung werde ausgetauscht, eine neue Lüftung mit Wärmerückgewinnung werde es geben, dazu eine Dämmung der Fassade und erneuerte Dächer. Die Dachkonstruktion an sich „ist total in Ordnung, wir haben das überprüft“.

Gerade an dem Punkt hatte Achim Bell Zweifel: „Wenn wir das Dach aufmachen, besteht die Gefahr, dass sich das wieder verteuert?“ Vor wenigen Jahren erst war genau der Fall am Weidenauer Hallenbad eingetreten, seit der Zeit ist das Dach zur Bismarckstraße hin nur provisorisch hergerichtet.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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