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Schwarzarbeit in der Pandemie
Zoll kassiert drei Sportwagen von Chef einer Siegener Montagefirma

Massiver Lohn-Betrug: Der Zoll kassiert drei Sportwagen von dem Chef einer Siegener Montagefirma ein.
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  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ch/sz Siegen/Bad Berleburg/Olpe. In der Corona-Krise floriert die Schwarzarbeit. Die Umsätze der Schattenwirtschaft sind 2020 um 11 Prozent auf mehr als 380 Milliarden Euro gestiegen. Deutschlandweit, das haben die Wirtschaftsforschungsinstitute ermittelt. Der Zoll hält dagegen. Zumindest in Westfalen bzw. Südwestfalen: Mit seinem Team „Finanzkontrolle Schwarzarbeit” (FKS) – rund 300 Köpfe an den Standorten Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen und Siegen (IHW-Park) – hat der Zoll im vergangenen Jahr 1721 Arbeitgeber und Unternehmen aufgesucht, kontrolliert und immerhin 5727 Ermittlungsverfahren eingeleitet.
In Siegen fliegt der Inhaber einer Montagefirma beim Zoll auf
Dabei ging den Ermittlern manch „dicker Fisch” ins Netz: In Siegen etwa flog im März 2020 der Inhaber einer Montagefirma auf.

ch/sz Siegen/Bad Berleburg/Olpe. In der Corona-Krise floriert die Schwarzarbeit. Die Umsätze der Schattenwirtschaft sind 2020 um 11 Prozent auf mehr als 380 Milliarden Euro gestiegen. Deutschlandweit, das haben die Wirtschaftsforschungsinstitute ermittelt. Der Zoll hält dagegen. Zumindest in Westfalen bzw. Südwestfalen: Mit seinem Team „Finanzkontrolle Schwarzarbeit” (FKS) – rund 300 Köpfe an den Standorten Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen und Siegen (IHW-Park) – hat der Zoll im vergangenen Jahr 1721 Arbeitgeber und Unternehmen aufgesucht, kontrolliert und immerhin 5727 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

In Siegen fliegt der Inhaber einer Montagefirma beim Zoll auf

Dabei ging den Ermittlern manch „dicker Fisch” ins Netz: In Siegen etwa flog im März 2020 der Inhaber einer Montagefirma auf. Weil er über Jahre Scheinselbstständige um ihren Lohn und den Fiskus um Sozialversicherungsbeiträge gebracht hatte, kassierten die Zöllner gleich drei Sportwagen des Unternehmers im Wert von 180.000 Euro als Sofortmaßnahme. Das berichtete das Hauptzollamt Dortmund am Dienstag bei der Vorlage seiner Jahresbilanz 2020.

Die Staatsanwaltschaft Siegen übernahm damals die weiteren Ermittlungen. Die Schadenssumme an vorenthaltenen Sozialversicherungsbeiträgen im gesamten Verfahrenskomplex belief sich auf über 600.000 Euro. Der Unternehmer landete vor dem Kadi, er wurde wurde wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Löhnen bzw. Gehältern in 126 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, verurteilt. Zudem musste er 3000 Euro an die DRK-Kinderklinik in der Krönchenstadt zahlen und 500 Euro monatliche Schadenswiedergutmachung leisten.

Sportwagen werden von der Justiz versteigert

Und die Sportwagen? Das bereits rechtskräftige Urteil umfasste auch die Einziehung sogenannten Wertersatzes in Höhe von rund 335 .00 Euro. Zwei derzeit noch eingelagerte Sportwagen werden nun zur Schadenswiedergutmachung verwendet und von der Justiz versteigert.

Ein Beispiel von vielen, das die FKS im vergangenen Jahr beschäftigt hat. Ihr Fokus lag in der Pandemie vor allem auf Kontrollen in der Abfallwirtschaft, in der Landwirtschaft, bei den fleischverarbeitende Betrieben sowie auf der Paket-, Kurier- und Expressdienstleisterbranche. Die wesentlichen Ergebnisse:

  • Die Prüfungen und Ermittlungen des Hauptzollamts ergaben einen durch Schwarzarbeit verursachten Schaden in Höhe von über 30,5 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von über 5 Prozent.
  • Die Summe der festgesetzten Geldbußen belief sich auf über 1,2 Millionen Euro. Geldstrafen wurden bei einer Steigerung von knapp 16 Prozent in einer Gesamthöhe von knapp 1,2 Millionen Euro verhängt.
  • Die von den Gerichten festgesetzten Freiheitsstrafen beliefen sich rechnerisch auf 93 Jahre. Dies entspricht einer Steigerung von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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