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Zwei Jahre auf Bewährung für Vergewaltiger
Zornig über Ex-Freundin hergefallen

Die 1. große Strafkammer des Siegener Landgericht fällte ein vergleichsweise mildes Urteil.
  • Die 1. große Strafkammer des Siegener Landgericht fällte ein vergleichsweise mildes Urteil.
  • Foto: Karl-Hermann Schlabach
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

mick Siegen. Am 4. Oktober 2018 kam es in Siegen zu einer Vergewaltigung und Körperverletzung durch einen 32-Jährigen, der in einem plötzlichen Wutanfall über eine frühere Freundin herfiel. Er schlug ihren Kopf gegen die Wand, biss und würgte sie, es kam auch zu einem von ihr ungewollten sexuellen Kontakt. Dafür wurde er gestern von der 1. großen Strafkammer des Landgerichts Siegen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Eingeschränkt einsichtsfähig
Der Mann war nur eingeschränkt einsichtsfähig, hatte sich zwei Tag nach dem Vorfall selbst bei der Polizei angezeigt, eine Therapie begonnen und sich dann die Pulsadern aufgeschnitten.

mick Siegen. Am 4. Oktober 2018 kam es in Siegen zu einer Vergewaltigung und Körperverletzung durch einen 32-Jährigen, der in einem plötzlichen Wutanfall über eine frühere Freundin herfiel. Er schlug ihren Kopf gegen die Wand, biss und würgte sie, es kam auch zu einem von ihr ungewollten sexuellen Kontakt. Dafür wurde er gestern von der 1. großen Strafkammer des Landgerichts Siegen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Eingeschränkt einsichtsfähig

Der Mann war nur eingeschränkt einsichtsfähig, hatte sich zwei Tag nach dem Vorfall selbst bei der Polizei angezeigt, eine Therapie begonnen und sich dann die Pulsadern aufgeschnitten. Während das Opfer an einer Angststörung litt, die durch das Erleben noch einmal vertieft wurde, kann der Mann sich das Geschehene nicht verzeihen, leidet ebenfalls darunter. Das alles trug zum vergleichsweise milden Urteil der Kammer bei und zu einem bemerkenswerten Ratschlag der Vorsitzenden Richterin Elfriede Dreisbach: „Suchen Sie sich für die Zukunft eine Freundin, die besser zu Ihnen passt. Nicht eine, die ein bisschen böse zu Ihnen ist!“

Gedemütigt von intellektuell überlegener Frau

Der Angeklagte hatte seine frühere Gefährtin nach Hause begleitet, dort gegessen und Alkohol getrunken. Beim gemeinsamen Fernsehen erinnerte sich der Angeklagte, der durch eine Sehstörung kaum lesen und schreiben kann, plötzlich an zahlreiche Streitigkeiten und Demütigungen durch die ihm intellektuell deutlich überlegene Frau. Er wurde unvermittelt zornig, drückte ihren Kopf gegen die Wand, hielt ihr Mund und Nase zu und drohte, sie solle still sein, sonst bringe er sie um. Dabei sollte er nach der Anklage auf ein Messer gedeutet haben, dass auf dem Tisch lag. Letzteres konnte die Kammer aber nicht feststellen. Auch das kurze Würgen der Frau mit ihrem Schal wurde nicht, wie von der Staatsanwältin vorgetragen, als lebensbedrohliche Handlung gewertet.

Seltenes Tatnachverhalten

Schon vorher sollte die Frau einmal den unberechtigten Vorwurf erhoben haben, vom Angeklagten vergewaltigt worden zu sein. Nun könne sie dies zu Recht behaupten, rief und dachte der Mann nun, ließ allerdings beim Gedanken an ihre Tochter schnell wieder von ihr ab. Er brach danach weinend zusammen, lag in ihrem Schoß und ließ sich trösten, ging dann friedlich nach Hause.
Er sei nach dem Suizidversuch mit blutigen Handgelenken beim Opfer aufgetaucht, später in eine andere Umgebung gezogen, um sich fern von ihr zu halten, stellte die Richterin nach dem Urteil fest. Ein solches Tatnachverhalten komme sehr selten vor, betonte die Vorsitzende, die sich bemühte, ihre Erläuterungen für den Mann sehr einfach zu halten „Ich stehe zu meinen Fehlern“, versicherte der nunmehr Verurteilte.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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