Zug um Zug in die Innenstadt

Im Unteren Schloss in Siegen zieht dieses Jahr die Uni ein. Aber der Rektor möchte noch mehr Studenten in die Innenstadt holen. Archivfoto: ch
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ch - Am Mittwoch war die Wissenschaft zu Gast bei der Kommunalpolitik: Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart und Kanzler Ulf Richter skizzierten dem Rat der Stadt Siegen die Pläne der heimischen Hochschule, Zug um Zug noch weitere Teile der Universität Siegen in die Innenstadt zu verlagern. „Zwar ist es derzeit bloß eine Vision, die komplette Philosophische Fakultät und die gesamte Fakultät der Bildung, Architektur und Künste rund um den Campus Unteres Schloss anzusiedeln. Wir sind aber gekommen, um bei Ihnen Argumente und Möglichkeiten für die Umsetzung dieser Vision zu sammeln“, so Burckhart zu den Mitgliedern des Rates der Krönchenstadt. Er sprach davon, „Bereitschaftspozentiale“ heben zu wollen, um alles zu tun, „damit wir nicht eine Riesenchance verstreichen lassen!“

Burckhart und Richter betonten beide, dass die Pläne noch in einem „sehr frühen Stadium“ seien und dass es sich „um völlig offene Optionen“ handele. Konkret: Derzeit gibt es zwei Szenarien, wie sich die Hochschule in den kommenden Jahren nach dem strukturellen Umbau – Neuordnung des wissenschaftlichen Apparates von zwölf Fachbereichen in vier Fakultäten – der vergangenen vier Jahre nun baulich weiter entwickeln könnte. Und muss: Derzeit ist die Uni auf verschiedene Gebäude in verschiedenen Stadtteilen verteilt: Rund 19.700 Studenten und knapp 2000 Universitätsbeschäftigte forschen, lernen und arbeiten auf dem Haardter Berg. Seit langem (1995) auch auf dem Emmy-Noether-Campus (Fischbacherberg), in Kürze auch im Campus Unteres Schloss. Die Studentenzahl werde zwar bis 2025 wegen des Bevölkerungsrückgangs auf rund 15.000 schrumpfen, werde aber bei dieser Marke stagnieren und die auf einst 7500 Studenten ausgelegte Hochschule weiterhin überstrapazieren. Zudem sind die Haardter-Berg-Standorte „Paul-Bonatz“ und Hölderlinstraße „abgängig“, wie es der Uni-Rektor ausdrückte: Die Sanierung der Betonbauten ist bereits heute teurer als ein Neubau in vergleichbarer Größenordnung.

Nun könnte man – so wie es im bislang verfolgten Masterplan der Universität Siegen angedacht ist – die zwei maroden Gebäude aufgeben und „unter dem blauen Turm des Adolf-Reichwein-Gebäude“ auf der Spitze des Weidenauer Hügels konzentrieren, so Burckhart. Wie die SZ berichtete, stehen hier 50.000 Quadratmeter Ausbaureserve zur Verfügung; der Ausbau des „AR-Campus“ ist in Planung, die Ergänzung des Areals um ein weiteres Studentenwohnheim und der Anschluss des „Science-Campus“ sind es ebenso. Burckhart: „Die Pläne liegen in der Schublade, die Flächen gehören dem NRW-Bau- und Liegenschaftsbetrieb, für die meisten Projekte brauchen wir nur noch eine Baugenehmigung.“ So viel zu Plan A. Parallel zu diesem habe sich seit Jahresbeginn Plan B herausgeschält. Um den Campus Unteres Schloss herum als „Nukleus“ (Kern) der Universitätsstadt Siegen stellt sich die Unileitung Großes vor: Besagte zwei Fakultäten sollen den Siegener Wirtschaftswissenschaftlern folgen, mithin rund 10.000 Studenten sollen künftig in der City Hörsäle, Bibliothek(en) und Mensa nutzen. Burckhart: „Wir arrondieren derzeit die Areale in einem Umkreis von 300 bis 600 Metern rund um das Schloss; alle Standorte müssen fußläufig erreichbar sein.“

Und wie sieht es mit der Finanzierung aus? Diese Frage wurde natürlich im großen Saal des Geisweider Rathauses auch gestellt. „Wir müssen wegen der Baufälligkeit so oder so investieren“, lautete die Antwort des Rektors. Mit Blick u. a. auf Bochum, wo das Land rund 1 Mrd. Euro in die Ruhr-Uni stecken wird, und andere NRW-Hochschulstandorte, die dreistellige Millionenbeträge erhalten, forderte Burckhart: „Lasst uns mutig sein, die notwendigen Mittel einzufordern!“ Düsseldorf stehe der heimischen Hochschule derzeit sehr positiv gegenüber. „Die guten Studentenzahlen, die Drittmittelentwicklung und jüngst der Zuschlag des Sonderforschungsbereichs ,Medien der Kooperation’ überzeugen“, gab sich der Rektor selbstbewusst.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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