Zurück zur Kernkompetenz

 Dem Berghäuser Automobilzulieferer SCS Stahlschmidt Cable Systems steht in den nächsten Jahren ein harter Sanierungsweg bevor. Das Unternehmen trennt sich in 2019 von 59 Mitarbeitern, will aber zurückfinden zu alter Stabilität. Foto: Martin Völkel
  • Dem Berghäuser Automobilzulieferer SCS Stahlschmidt Cable Systems steht in den nächsten Jahren ein harter Sanierungsweg bevor. Das Unternehmen trennt sich in 2019 von 59 Mitarbeitern, will aber zurückfinden zu alter Stabilität. Foto: Martin Völkel
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vö - In einer Betriebsversammlung schwor Geschäftsführer Friedemann Faerber seine Kollegen gestern Nachmittag auf „einen Marathon, nicht auf einen Sprint“ ein. Dem Berghäuser Automobilzulieferer SCS Stahlschmidt Cable Systems steht in den nächsten Jahren ein harter Sanierungsweg bevor. Das machte der Mann, der seit Januar 2018 an der Spitze des Traditionsbetriebes in Berghausen steht, im Anschluss auch im Pressegespräch deutlich: „Wir wollen zurück zu unseren Kernkompetenzen und wir wollen uns wieder stabilisieren.“

Einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur habe man in den vergangenen Tagen gesetzt. Sowohl die Gesellschafter, als auch die Banken hätten ihre Finanzierungszusage zum Zukunftskonzept gegeben: „Es gibt eine positive Fortführungsprognose. Sie unterstützen uns in großem Maße. Sie glauben an das Unternehmen, an die Mitarbeiter und an das, was wir vorhaben.“ Das sei sowohl intern, als auch extern eine sehr wichtige Botschaft. In einem sehr offenen Gespräch machte Friedemann Faerber deutlich, dass SCS für den neuen Weg „einen sehr hohen Preis zu zahlen“ habe. Am Standort Berghausen müssten in einem nicht unerheblichen Umfang Stellen abgebaut werden – 59 insgesamt. Es werde 40 betriebsbedingte Kündigungen geben, 19 Stellen würden über befristete Arbeitsverhältnisse, die nicht verlängert würden, und Alterszeitmodelle reduziert. Der Geschäftsführer: „Das möchten wir so sozialverträglich wie möglich gestalten.“ Er habe die Hoffnung, dass sich über die mit der Gewerkschaft vereinbarte Transfergesellschaft Brücken bauen ließen hin zu einer neuen Beschäftigung. Direkt zu Beginn des Jahres 2019 wolle man die Gespräche mit den Betroffenen suchen.

Unter dem Strich machte der Schwabe allerdings deutlich, dass der jetzt eingeschlagene Weg alternativlos sei. Das Geschäftsjahr 2017 sei mit einem starken Verlust abgeschlossen worden: „Das hatte zweifelsohne vielfältige Ursachen, aber die lagen für uns nicht genau auf der Hand.“ Deshalb habe man ein Sanierungsgutachten erstellen lassen. Mit dem Resultat, dass es jetzt wieder einen roten Faden gebe, eine Leitlinie – angelegt auf drei Jahre. Der Geschäftsführer: „2021 wollen wir wieder in den positiven Bereich fahren.“

Das beinhalte, dass sich SCS in Zukunft wieder auf seine Stärken fokussieren werde. „Wir sind sehr sehr gut im Bereich der Bowdenzüge für die Automobilindustrie. Und wir können Lösungen für Kunden in technisch anspruchsvollen Fragestellungen erarbeiten.“ Nachholbedarf gebe es sicherlich in Sachen Preisniveau gegenüber den Mitarbewerbern aus Asien, wie der Kaufmännische Leiter Andreas Hausmann deutlich machte. „Diese lohnintensiven Tätigkeiten zahlt der Kunde nicht mehr.“

In Berghausen wolle man sich ganz klar auf die Fertigung von zwei Produktbereichen konzentrieren – Spiralen und interne Kunststoffbauteile. Alle Sichtteile würden künftig wieder extern vergeben – wie es in der Vergangenheit auch der Fall gewesen sei. Die Maschinen würden verkauft, sagte Friedemann Faerber. Die Komplettierung der Produkte solle am Standort in Polen erfolgen, wobei man hier ebenfalls auf eine Teil- und Vollautomatisierung setze.

Der Geschäftsführer widersprach energisch kursierenden Gerüchten, dass Auftraggeber abgesprungen seien: „Das ist falsch. Wir gehen weiterhin von einem moderaten Wachstum aus.“ Allerdings sei es angesichts der momentanen Situation bei SCS nicht ganz einfach, neue Kunden zu gewinnen. Dennoch: „Wir blicken nach vorn, wir können auf eine motivierte Mannschaft bauen.“

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