Zweite Jugendliche in Indien vergewaltigt und verbrannt

Pakur (dpa) - Erneut ist in Indien eine Jugendliche vergewaltigt und angezündet worden. Die 17-Jährige kämpfe um ihr Leben, sagte ein Sprecher des Bezirks Pakur im ostindischen Bundesstaat Jharkhand auf Anfrage.

Die 17-Jährige war nach Angaben des Bezirkssprechers allein im Haus eines Verwandten in einem Dorf, als ein Mann aus der Nachbarschaft hereinkam und sie vergewaltigte. Anschließend übergoss er sie demnach mit Kerosin und zündete sie an. Ein 19 Jahre alter Verdächtiger sei festgenommen worden. Das Verbrechen kam am Montag ans Licht, war den Angaben zufolge aber bereits am Freitag geschehen.

Am selben Tag war ebenfalls in Jharkhand eine 16-Jährige lebendig verbrannt worden. Auch diese Jugendliche war am Vortag mutmaßlich vergewaltigt worden. Nach der Tat waren 15 Verdächtige festgenommen worden. Unter ihnen seien die Hauptverdächtigen. Fünf weitere Menschen seien auf der Flucht, teilten lokale Behörden im Bundesstaat Jharkhand am Samstag mit.

Nach Angaben von Familienangehörigen des Opfers entführten vier augenscheinlich betrunkene Männer das Mädchen am Donnerstagabend von einer Hochzeitsfeier. An einem verlassenen Ort soll es dann zu dem sexuellen Missbrauch gekommen sein. Nachdem der Vater des Mädchens sich bei Mitgliedern des Dorfrats beschwert habe, hätten die Verdächtigen eine Strafe von 100 Sit-ups (Rumpfbeugen) und umgerechnet rund 625 Euro erhalten, sagte Singh. Aus Verärgerung über die Beschwerde des Vaters seien die Männer in das Haus der Familie eingedrungen, hätten Angehörige geschlagen, das Mädchen mit Treibstoff übergossen und es angezündet.

Zuvor hatten Berichte über die Vergewaltigung und Ermordung einer Achtjährigen im nordindischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir sowie weitere Fälle von sexuellen Übergriffen auf junge Mädchen für Empörung gesorgt. Die indische Regierung hat kürzlich strengere Strafen für sexuelle Gewalt gegen Kinder beschlossen. Demnach können Menschen, die wegen Vergewaltigung von Mädchen unter zwölf Jahren verurteilt werden, die Todesstrafe erhalten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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