SZ

Corona-Regeln: ein Stimmungsbarometer
Zwischen Verständnis und Verwirrung

Grundsätzlich sinkt die Akzeptanz für die sich ständig ändernden Corona-Regeln. Das geht zumindest aus den Zahlen der Online-Umfrage hervor.
3Bilder
  • Grundsätzlich sinkt die Akzeptanz für die sich ständig ändernden Corona-Regeln. Das geht zumindest aus den Zahlen der Online-Umfrage hervor.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

lm/sabe Siegen. Corona-Regeln hin, Corona-Regeln her. Lockdown hier, Lockerung da. Anspannung, Entspannung, Zuspitzung. Risikogebiet und Reisewarnung, Kehrtwende, Rückwende, Sperrstunde und Sieben-Tage-Inzidenz. Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen wieder – und damit auch das Durcheinander im Kopf: Immer mehr Städte in NRW gelten als Hotspot und Risikogebiet. Daraus folgen neue Beschlüsse, die im Marschtempo umgesetzt werden. Deshalb fällt es schwer, den Überblick über aktuell geltende Regeln zu behalten. Die einzigen Konstanten in diesem Feld aus Variablen: Umdenken, Umgewöhnen, Unordnung. Bei vielen Menschen multipliziert das – mehreren Umfragen folgend – Unverständnis.

lm/sabe Siegen. Corona-Regeln hin, Corona-Regeln her. Lockdown hier, Lockerung da. Anspannung, Entspannung, Zuspitzung. Risikogebiet und Reisewarnung, Kehrtwende, Rückwende, Sperrstunde und Sieben-Tage-Inzidenz. Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen wieder – und damit auch das Durcheinander im Kopf: Immer mehr Städte in NRW gelten als Hotspot und Risikogebiet. Daraus folgen neue Beschlüsse, die im Marschtempo umgesetzt werden. Deshalb fällt es schwer, den Überblick über aktuell geltende Regeln zu behalten. Die einzigen Konstanten in diesem Feld aus Variablen: Umdenken, Umgewöhnen, Unordnung. Bei vielen Menschen multipliziert das – mehreren Umfragen folgend – Unverständnis. Wie das Stimmungsbarometer in Sachen Corona-Regeln in heimischen Gefilden ausschlägt, das hat die SZ – digital und auch ganz analog – in einer breit angelegten Meinungsabfrage untersucht. Wir wollten von Ihnen wissen: Wie gut kommen die Corona-Auflagen noch bei Ihnen weg – haben Sie weiterhin Verständnis?

Bürger haben weniger Verständnis

Die Akzeptanz sinkt. Das geht zumindest aus den Zahlen der Online-Umfrage hervor. Bei 1078 Teilnehmern waren nur 11,04 Prozent (119 Stimmen) der Meinung: „Ja, es ist richtig, dass die Regeln immer wieder aufs Neue dem Infektionsgeschehen angepasst werden.“ Ähnlich niedrig blieb die Anzahl der Klicks, nämlich bei 10,58 Prozent (114 Stimmen), bei der Auswahlmöglichkeit: „Ja, ich habe noch Verständnis, aber eine einheitliche, länderübergreifende Verschärfung der Corona-Regeln wäre besser.“ Die eindeutige Mehrheit, nämlich satte 78,39 Prozent (845 Stimmen), beantworteten die Frage allerdings mit einem klaren: „Nein, ich habe meine Freiheiten jetzt lange genug eingeschränkt. Langsam sollte der Normalzustand wieder angestrebt werden.“

Wunsch nach einheitlichen Regelungen

Beim Blick auf die digitale Plattform Facebook schwindet allerdings schon etwas von dieser Eindeutigkeit, die sich beim Gang durch Siegens Stadtzentrum gar zu völliger Meinungsdiversität auflösen wird. Angelpunkte bei der Diskussion auf dem sozialen Netzwerk sind dabei oft Meinungen wie die folgende: „Dass jeder sein eigenes ,Süppchen’ kocht, finde ich schade! Einheitliche Regeln würde jeder verstehen! Aber so?“ Ähnlich eine weitere Zusendung: „Es ist dringend eine bundesweite Regelung notwendig. Sonst blickt da keiner mehr durch, und das Unverständnis steigt massiv. Viele Regelungen sind absurd und überholt und sollten dringend überarbeitet werden.“

Regionaler Blick bleibt wichtig

Andere Standpunkte hingegen, stützen das momentane Vorgehen der Politik. So schreibt ein User: „Ja wir haben noch Verständnis. Und wer weiß wo wir stünden, wenn die Maßnahmen des letzten halben Jahres nicht gewesen wären. Ja, manches würde einheitlich besser zu verstehen sein. Aber der regionale Blick bei den Maßnahmen bleibt richtig.“ Als „mühsam, aber machbar“ empfindet auch ein anderer Meinungsgeber die aktuellen Beschlüsse; nichts, bei dem man Nerven oder Überblick verlieren müsse: „Ob nun jede Regelung die Königslösung ist, mag dahingestellt sein – aber im Lichte der Erkenntnis wäre nichts machen auch gänzlich unangebracht. Wir stehen noch immer relativ gut da, weil wir etwas gemacht und verändert haben. Wer die Dinge so laufen lassen möchte wie in den USA, herzlichen Glückwunsch …“
Im Kontrast hierzu lassen sich im Facebook-Feed dabei Positionen wie diese finden: „Nein, ich habe kein Verständnis mehr! Wenn ich nur noch so leben darf, wie es vorgegeben wird, weil ich das Sterben verhindern will, wofür lebe ich dann? Ist das wirklich unser Lebenszweck? Ich denke, es lohnt sich, darüber nachzudenken.“

Regeln geben Sicherheit

Unterwegs im „realen Leben“, und zwar im städtischen Treiben, verändert sich zwar der Kommunikationskanal, die Diversität der Denkweisen aber bleibt. Zu den wechselnden Regelungen bezüglich der Pandemie bezieht Elena Atmaca eine ganz klare Stellung.

Elena Atmaca.

„Mich verunsichern die Regeln nicht, ganz im Gegenteil, sie geben mir mehr Sicherheit“, erklärt die 53-Jährige. Sie ist der Meinung, dass die Schwankungen zwischen Lockdown und Lockerungen ihre Gründe haben: „Die Regelungen gehen mit der Zeit, mit dem Virus. Wenn die Lage schlimmer wird, werden die Maßnahmen härter, wenn sich die Lage verbessert, werden diese wieder abgeschwächt.“ Die Menschen „müssen das so annehmen“.

Zu viel Drama um Corona

Gänzlich anders sieht das Christoph Bieler: „Meiner Meinung nach wird um die ganze Corona-Geschichte viel zu viel Drama gemacht.“ Der 48-Jährige kritisiert die Regelwechsel nach Pandemie-Geschehen scharf: „Die Bundesregierung sollte sich nicht nur ein, zwei Meinungen anhören, um dann Einschränkungen zu verordnen.“ Der gelernte Werkzeugmacher ist nicht nur genervt, sondern auch enttäuscht: „Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, im Restaurant muss ich deshalb auf dem Weg zu meinem Platz eine Maske tragen, aber dann, wenn ich dort sitze, muss ich ja auch mal Husten oder Niesen, die Tröpfchen verteilen sich ja auch“, erklärt Bieler. Den von ihm selbst ernannten „Unfug“ macht er trotzdem mit, es „bleibt ja nichts anderes übrig“.

Reizüberflutung an Nachrichten

„Ich blicke langsam überhaupt nicht mehr durch“, gesteht Julia Kessler.

Julia Kessler.

Zwischen ständig neuen „Höchstzahlen“, wichtigen „Eilmeldungen“, Pressekonferenzen und Regeländerungen habe sie den Überblick verloren. „Irgendwann sollte man mal ´nen Punkt machen“, fordert die Studentin. „Die Leute sind mit der Reizüberflutung an Nachrichten überfordert, so auch ich.“ Für die Zukunft wünscht sich die 22-Jährige weniger Durcheinander und mehr Klarheit.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

12 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen