Inklusion
"Aktion Mensch" fördert Siegener Projekt

Für eine stärke Inklusion von behinderten Menschen bei Sportveranstaltungen wirbt das Projekt „Inklusion läuft. Wir machen mit“, das Lauforganisator Martin Hoffmann (Sechster von links) vorstellte.
  • Für eine stärke Inklusion von behinderten Menschen bei Sportveranstaltungen wirbt das Projekt „Inklusion läuft. Wir machen mit“, das Lauforganisator Martin Hoffmann (Sechster von links) vorstellte.
  • Foto: Jürgen Betz
  • hochgeladen von Jost-Rainer Georg (Redakteur)

jb Geisweid. „Wir machen mit. Inklusion läuft“ - mit diesem klugen Slogan, der außerdem doppelt zu deuten ist, stellte jetzt Lauforganisator Martin Hoffmann gemeinsam mit dem AWO-Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe und der AOK Nordwest ein Projekt vor, von dem auch nach längerer Prüfung die "Aktion Mensch" überzeugt worden ist. Sie gibt mit ihrer Förderung dem Projekt den nötigen Rückenwind zunächst für zwei Jahre.

Vorerst Modellprojekt für NRW

Bei der Vorstellung für im Cafe/Restaurant Fünf10, welches inklusiv geführt wird, wurde verdeutlicht, dass es sich um ein Modellprojekt zunächst für Nordrhein-Westfalen handelt. Dennoch sei nicht auszuschließen, dass von Siegen ausgehend das Projekt bundesweiten Modellcharakter erhalte. Martin Hoffmann, der bereits mitten in den Planungen für den 17. Siegerländer Firmenlauf am 23. Juni 2020 steht, hat wie kein anderer Erfahrung mit der Einbindung von Menschen mit Behinderung in die teilnehmerstärkte Sportveranstaltung der Region. Seit einigen Jahren ist dies auch für die anderen Laufveranstaltungen, die er organisiert, selbstverständlich. Über diese Schiene und Sportgruppen mit Behinderten haben auch etliche Menschen den Zugang zu weiteren Veranstaltungen, insbesondere den Volksläufen und Volkswanderungen, gefunden. Einige als Läufer. Viele beteiligen sich in den Nordic-Walking-Wettbewerben. Besonders eifrig sind die „AWO-Hengsbachstelzen“ und der „Lauftreff Inklusive Begegnungen“, die oft mit einer größeren Gruppe bei Volksläufen im hiesigen Raum dabei sind.

Informationen  verbessern

Ziel sei es, Barrieren im Sport abzubauen und den Menschen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Gemeinsam ist das Siegel „Wir machen mit“ entwickelt worden. Dies soll ein Zeichen der Anerkennung für alle sein, die Hindernisse abbauen. Dagmar Graf vom AWO-Kreisverband wiederholte einmal mehr den oft zitierten Satz: „Wir sind nicht behindert, sondern wir werden behindert.“ Verbessert werden sollen bereits die Informationen. So lag z. B. der Ausschreibung für den Firmenlauf 2019 der Text in leicht verständlicher Sprache z. B. für auch lernbehinderte Menschen vor. Das könnte auch noch wesentlich erweitert werden z. B. in einer Audiodatei oder in Blindenschrift. Bei der Veranstaltung selbst sollten leicht verständliche Wegweiser, barrierefreie Toiletten aber auch ein Dolmetscher für Gebärdensprache entsprechend übersetzen. Mit viel gutem Willen und Nachdenken könne vieles erreicht werden.

TuS Deuz denkt über Alternativen nach

Ganz wichtig sei in diesem Zusammenhang das Mitwirken der Betroffenen und Fachkräften als Berater. So hat sich ein Beirat mit ca. zehn Personen gebildet, der aus seiner Sicht die Bedürfnisse am besten beurteilen könne. Angedacht ist, dass sich der eine oder andere Veranstalter von Volksläufen mit einbringt. Stefan Brockfeld, Abteilungsleiter beim TuS Deuz: „Wir könnten bei unserem Pfingstlauf z. B. Läufern auf der fünf Kilometer langen Strecke nach etwa drei Kilometern eine Abkürzung einrichten, so dass sie nur drei Kilometer laufen. Wir könnten evtl. auch zwei Personen abstellen, die sich ausschließlich um diese Teilnehmer kümmern.“

AOK als Multiplikator

Jochen Groos, Repräsentant der AOK-Nordwest, sieht die Gesundheitskasse als einen nicht zu unterschätzenden Multiplikator im Land. Von den 48 Firmenläufen in NRW sei die AOK allein bei dreien Sponsor und als Mitveranstalter auch Namensgeber. Fazit: Vieles sei machbar. Man müsse es nur wollen.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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