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TSV Steinbachs Trainer im Interview
Alipour: "Kein Bock auf die goldene Ananas"

Trainer Adrian Alipour blickt auf eine erfolgreiche Hinrunde „seines“ TSV Steinbach Haiger zurück.
  • Trainer Adrian Alipour blickt auf eine erfolgreiche Hinrunde „seines“ TSV Steinbach Haiger zurück.
  • Foto: pulv
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Haiger. Halbzeit in der Fußball-Regionalliga Südwest: Die Hinrunde ist absolviert – und nach 17 Spieltagen zeigt die Tabelle schon klare Tendenzen. Ganz oben hat sich ein Quartett abgesetzt. Mittendrin statt nur dabei: der TSV Steinbach Haiger. Die auf Platz 3 rangierenden Mittelhessen zählen mit ihren 36 Punkten zu den Top-Teams der Liga. Nur der 1. FC Saarbrücken (43 Punkte) und die SpVg Elversberg (38) waren erfolgreicher als die Kicker vom Haarwasen. Beide Saar-Klubs sind aber noch in Reichweite – mithin also auch der Aufstieg in die 3. Liga. Über die Chancen, am Ende den ganz großen Coup zu schaffen, aber auch über Volldampfveranstaltungen, Vorgaben und Fehlschüsse sprach die SZ mit TSV-Trainer Adrian Alipour, der seit diesem Sommer das Zepter am Haarwasen schwingt.

ubau Haiger. Halbzeit in der Fußball-Regionalliga Südwest: Die Hinrunde ist absolviert – und nach 17 Spieltagen zeigt die Tabelle schon klare Tendenzen. Ganz oben hat sich ein Quartett abgesetzt. Mittendrin statt nur dabei: der TSV Steinbach Haiger. Die auf Platz 3 rangierenden Mittelhessen zählen mit ihren 36 Punkten zu den Top-Teams der Liga. Nur der 1. FC Saarbrücken (43 Punkte) und die SpVg Elversberg (38) waren erfolgreicher als die Kicker vom Haarwasen. Beide Saar-Klubs sind aber noch in Reichweite – mithin also auch der Aufstieg in die 3. Liga. Über die Chancen, am Ende den ganz großen Coup zu schaffen, aber auch über Volldampfveranstaltungen, Vorgaben und Fehlschüsse sprach die SZ mit TSV-Trainer Adrian Alipour, der seit diesem Sommer das Zepter am Haarwasen schwingt. – Das Interview im Wortlaut:

SZ: Herr Alipour, im Sommer vollzog der TSV einen großen personellen Umbruch. Wie erstaunt sind Sie vom bisherigen Abschneiden?
Adrian Alipour: „Erstaunt bin ich nicht, vielmehr erfreut, dass alles so gut passt. Wir haben uns die 14 Neuzugänge ganz gezielt ausgesucht und dabei großen Wert auf den Charakter der Spieler gelegt, genauso wie auf Qualität und Tempo. Wenn diese Eigenschaften stimmen, dann hat man schon viel erreicht. Wenn wir bislang 25 Punkte erreicht hätten, würde man das als normal einordnen. Aber 36 Punkte und der Einzug ins Halbfinale des Hessenpokals – das ist schon herausragend. Darüber bin ich sehr glücklich.“
SZ: Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den 1. FC Saarbrücken, zwei Zähler auf die SpVg Elversberg. Der vierte Titelanwärter, der FC Homburg, liegt drei Punkte hinter Ihrer Mannschaft. Geht da noch etwas nach ganz oben?
Alipour: „Unsere Aufgabe ist es nicht, auf Saarbrücken oder Elversberg zu schielen. Wir müssen auf uns gucken und unsere Hausaufgaben erledigen. Dann schauen wir, was am Ende herauskommt. Mit Saarbrücken und Elversberg haben wir zwei ganz starke Mannschaften vor uns. Aber wir sind nie zufrieden, wir wollen immer mehr.“

"3. Liga ist mittelfristig das Ziel"

SZ: Der TSV Steinbach Haiger will also in die 3. Liga...
Alipour: „Definitiv! Für diese Saison ist das keine Vorgabe, aber mittelfristig will der Verein das Ziel erreichen. Darauf ist hier alles ausgelegt. Sehen Sie sich nur die Infrastruktur im und um das Stadion an: Die wird ständig verbessert und ausgebaut, damit man in diesem Bereich auf die
3. Liga vorbereitet ist. Hier wird nicht geredet, sondern gemacht.“
SZ: Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?
Alipour: „In erster Linie ein unfassbarer Zusammenhalt. Die Stimmung ist überragend. Wir lachen viel miteinander, und auch in der Zeit, als es gegen Rot-Weiß Koblenz und den FSV Frankfurt nicht so gut gelaufen ist, haben wir das Lachen nicht verlernt.“

"Hier kann man in Ruhe arbeiten"

SZ: Und rein sportlich?
Alipour: „Die Mannschaft hat eine große Qualität. Die Spieler setzen die taktischen Vorgaben konsequent um. Dass wir mit nur 14 Gegentoren die beste Defensive der Liga haben, ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft. Das liegt daran, dass wir eng stehen und sehr hoch verteidigen. Mit diesem Angriffspressing zwingen wir den Gegner zu Ballverlusten. Hinzu kommt: Die Jungs sind bereit, im Training hart zu arbeiten. Und die Einheiten bei uns sind Volldampfveranstaltungen...“
SZ: Wer oder was hat Sie bislang besonders überrascht?
Alipour: „Ich bin vor allem extrem erfreut darüber, dass ich hier in Ruhe arbeiten kann. Hier redet einem kein Sportlicher Leiter in die Aufstellung rein. Mit Matthias Georg (Geschäftsführer, Anm.d.Red.) habe ich einen sehr konstruktiven Austausch. Das ist unfassbar gut. Hinzu kommt: Mannschaft, Trainer-Team, Vorstand, Physios und alle anderen, die für den TSV tätig sind, bilden eine Einheit und tun alles für den Erfolg. Es passt einfach!“

"Was wir vorne verballern, geht auf keine Kuhhaut"

SZ: Und welcher Spieler hat Sie am meisten verblüfft?
Alipour: „Nun, wir haben an alle Spieler eine hohe Erwartungshaltung. Viele Neuzugänge haben eingeschlagen. Nehmen Sie exemplarisch nur Kevin Lahn: Der war zwar lange verletzt, hat aber in seinen kurzen Einsatzzeiten eine unfassbare Statistik. Seine Effektivität ist kaum zu überbieten.“
SZ: Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?
Alipour: „Auf jeden Fall in der Chancenverwertung. Die ist mangelhaft. Was wir vorne verballern, geht auf keine Kuhhaut. Andererseits ist es bemerkenswert gut, wie viele Möglichkeiten wir uns herausspielen.“

"Der Pokal ist genauso wichtig wie die Meisterschaft"

SZ: Nicht nur in der Meisterschaft läuft es für Ihre Mannschaft, auch im Hessenpokal ist der TSV Steinbach Haiger noch im „Geschäft“. Welche Bedeutung messen Sie diesem Wettbewerb zu?
Alipour: „Eine ganz große Bedeutung! Für mich ist der Pokal genauso wichtig wie die Meisterschaft. Das sieht man daran, dass wir am Mittwoch im Viertelfinale in Weidenhausen (2:0, Anm.d.Red.) mit voller Kapelle gespielt und keine Experimente gemacht haben. Wir sind nur noch zwei Spiele vom Titel und vom Einzug in den DFB-Pokal entfernt – und das ist unser Ziel.“
SZ: Vor Ihrem Engagement beim TSV Steinbach Haiger waren Sie beim Wuppertaler SV in der Regionalliga West tätig. In dieser Spielklasse waren in der jüngeren Vergangenheit auch der 1. FC Kaan-Marienborn, der TuS Erndtebrück und die Sportfreunde Siegen vertreten. Welche Regionalliga ist die stärkere: West oder Südwest?
Alipour: „Ich sehe beide Staffeln in etwa auf einem Niveau, sie unterscheiden sich lediglich um Nuancen. Für mich sind die Südwest- und die West-Liga die beiden stärksten Regionalliga-Staffeln vor dem Nordosten, dem Norden und den Bayern.“

"Ich habe keinen Bock, um die goldene Ananas zu spielen"

SZ: Seit diesem Sommer sind Sie als Trainer des TSV Steinbach Haiger tätig. Was macht für Sie den Reiz des Vereins aus?
Alipour: „Mir gefällt, dass der Verein extrem ambitioniert ist. Das passt hervorragend zu mir. Denn ich habe keinen Bock, um die goldene Ananas zu spielen. Ich brauche Herausforderungen und ehrgeizige Ziele.“
SZ: Lassen Sie uns zum Schluss noch einen Blick in die Glaskugel wagen: Ihr Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2021. Wo sehen Sie den TSV Steinbach Haiger am Ende Ihrer Amtszeit?
Alipour: „Das ist schwer zu beantworten. Aber ich hoffe natürlich, dass ich die gesetzten Ziele mit dem Verein verwirklichen kann – und damit das Ende meiner Amtszeit hinauszögern kann (lacht). Denn ich bin hier rundum glücklich!“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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