Herzensangelegenheit für Katharina Blach
Alles bereit für besonderen "Herz-Ironman"!

Hier, auf dem Sportplatz Höhwäldchen in Wilnsdorf, endet am Sonntag der außergewöhnliche Ironman der Rudersdorferin Katharina Blach. Unterstützung erhält sie dabei vom ortsansässigen ASC Weißbachtal, dessen 1. Vorsitzender Hannes Gieseler nach eigenem
Bekunden die nötige Zahl an freiwilligen Helfern sehr schnell beisammen hatte.
  • Hier, auf dem Sportplatz Höhwäldchen in Wilnsdorf, endet am Sonntag der außergewöhnliche Ironman der Rudersdorferin Katharina Blach. Unterstützung erhält sie dabei vom ortsansässigen ASC Weißbachtal, dessen 1. Vorsitzender Hannes Gieseler nach eigenem
    Bekunden die nötige Zahl an freiwilligen Helfern sehr schnell beisammen hatte.
  • Foto: Frank Kruppa
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Wilnsdorf. Der Countdown läuft! Am kommenden Sonntag (21. Juni) wird Katharina Blach ihren „Ironman mit Herz“ innerhalb der Gemeinde Wilnsdorf absolvieren, über den die Siegener Zeitung bereits mehrfach berichtet hat. Die 25-jährige Rudersdorferin hat einen angeborenen Herzfehler und lebt mit einem Schrittmacher – ein persönliches Handicap, das sie besonders sensibilisiert hat für das Schicksal des zweijährigen Daniel Dietrich, der ebenfalls an einem Herzfehler leidet und auf ein Spenderherz wartet.

„Daniel lebt seit seiner Geburt im Krankenhaus in München-Großhadern, hat nie etwas anderes gesehen und kaum Positives erlebt. Außerdem wird er dort täglich mit dem Leid anderer Menschen konfrontiert. Es ist unglaublich, was seine Mutter Diana leistet, die auch noch die Kraft findet, sich intensiv und vehement für das Thema Organspenden einzusetzen – sie ist eine tolle Kämpferin, eine echte Löwenmutter“, drückt Katharina Blach ihre Bewunderung aus.

"Der Kleine liegt mir total am Herzen"

Als es ihr nach einer Herz-Operation besonders schlecht ging und sie ans Krankenbett gefesselt war, „fand“ die Rudersdorferin Daniel und seine Mutter in den Weiten des Internets, seitdem ist eine enge emotionale Bindung entstanden. „Wenn es mir nicht gut geht, denke ich an Daniel und sage mir: Du jammerst auf hohem Niveau. Der Kleine und sein Schicksal liegen mir total am Herzen, und wenn ich mit meinem Spenden-Ironman etwas bewirken kann, dann mache ich das buchstäblich von Herzen gern“, sagte die Physiotherapeutin am Samstag im Gespräch mit der Siegener Zeitung.
Katharina gehört eigentlich dem TVE Netphen an, findet aber auch in ihrer Heimatgemeinde Wilnsdorf die volle Unterstützung des ASC Weißbachtal und freut sich riesig darüber. „Ich weiß, dass mich auch viele meiner Vereinskameraden unterstützt hätten, aber da das Event in Wilnsdorf stattfindet, ist der ASC mein Ansprechpartner vor Ort.“

Hannes Gieseler, der 1. Vorsitzende des ASC, machte im SZ-Gespräch deutlich, dass der rund 450 Mitglieder zählende Ausdauersportclub, der selbst über eine Triathlon-Abteilung verfügt, zu 100 Prozent hinter Blachs Vorhaben steht: „Das ist eine tolle Sache, eine ganz außergewöhnliche Geschichte. Die Menschen lieben solche emotionalen Geschichten, aber dennoch möchte ich ausdrücklich darum bitten, dass am Sonntag nicht zu viele Leute zur Sportanlage am Höhwäldchen kommen mögen – wegen der Corona-Beschränkungen dürfen wir nämlich nur maximal 100 Personen reinlassen.“

Spendenkonto bereits eingerichtet

Unterstützen kann man die 25-jährige „Powerfrau“ aus Rudersdorf also eher auf gedanklicher Ebene, durch Daumendrücken – und natürlich durch eine Spende auf das eigens dafür eingerichtete Konto DE12 4476 1534 4010 3469 41 bei der Volksbank in Südwestfalen (Verwendungszweck: „Ein Ironman für Daniel“). Das Konto besteht seit gut zehn Tagen, und schon etwa 300 Euro sind bislang dort eingegangen.

Zum Ablauf am Sonntag: Katharina Blach wird zunächst ab 6 Uhr exakt 100 Bahnen im Wilgersdorfer Badeweiher schwimmen. „Das trifft sich ganz gut, denn der Weiher ist genau 38 Meter lang – so kommt man mit einer runden Zahl auf die gewünschten 3,8 Kilometer“, rechnete Hannes Gieseler vor.
„Ein Helfer des ASC wird die Runden akribisch nachhalten – ich habe es beim Trainieren mit einer Pulsuhr versucht, aber mein Akku hält länger als der meiner Uhr“, lachte Katharina am Samstag herzlich bei der Schilderung ihrer Erfahrungen. Das Radfahren (180 Kilometer) wird sie ab etwa 7.30 Uhr im heimischen Wohnzimmer in Rudersdorf absolvieren, und zwar auf der Rolle via Zwift, einem Online-Trainingsprogramm.

„Ursprünglich war angedacht, die Radstrecke von Wilgersdorf über Mudersbach bis Wissen und dann wieder zurück nach Wilnsdorf zu bewältigen. Aber zum einen bin ich keine besonders sichere Radfahrerin, zum anderen weiß man nicht genau, ob zu viele Menschen auf engem Raum an der Strecke gestanden hätten. Das war uns alles zu unsicher, und so haben wir uns für die Heim-Lösung entschieden“, erläuterte Katharina, die auf der Rolle freilich die gleichen Anforderungen wie auf einer „normalen“ Radstrecke (Höhenmeter etc.) absolvieren muss. „Daheim kann ich auch einen Ventilator einsetzen, falls es doch schwül und drückend werden sollte – und meine Familie ist dann auch in meiner Nähe und wird mir bestimmt Brötchen schmieren“, schmunzelt Katharina.

Zehn Mitläufer/-innen erlaubt

Abschließend kommt es ab ca. 15 Uhr im Wieland-Stadion am Höhwäldchen in Wilnsdorf zum Marathon, der mit 105,5 Stadionrunden (=42,2 Kilometer) sogar etwas länger ausfällt als der übliche Marathon (42,195 km). „Wir dürfen zwar nur 100 Leute auf die Anlage lassen, aber Mitläufer/-innen sind ausdrücklich erwünscht“, sagt Hannes Gieseler. Wegen der Corona-Bestimmungen ist diese Zahl aber auf maximal zehn Personen begrenzt.

Katharina Blach indes würde sich über „Begleiter/-innen“ in gebotenem Abstand auf der Bahn sehr freuen: „Ich bin ja im Vorjahr den echten Ironman in Hamburg gelaufen, und da haben mich die Zuschauer am Rand und hier ganz speziell meine Familie ins Ziel getragen. Besonders mein Bruder Julius muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden, ohne ihn würde ich das alles nicht schaffen. So etwas ist also nicht ablenkend, sondern vielmehr motivierend für mich.“
Mit der 45-fachen Deutschen Meisterin Sabrina Mockenhaupt-Gregor hat „Katha“ übrigens eine ganz besondere Unterstützerin an ihrer Seite. Die aus Wilgersdorf stammende frisch gebackene Mama, die bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen den 15. Platz auf der 10 000-Meter-Distanz belegte, schaltete sich am Samstag, mit Töchterlein Ruby auf dem Arm, via Handy-Video zur Pressekonferenz zu und versprach, am Sonntag als Ehrengast am Höhwäldchen zu erscheinen. „Seit wir uns mal persönlich kennengelernt haben, verbindet uns eine schöne Freundschaft“, erläuterte Katharina dazu.

"Die Anspannung steigt..."

Ganz zum Schluss unseres Gesprächs wurde die „Eisenfrau“ aus Rudersdorf dann doch etwas nachdenklich: „Man kommt ins Grübeln, je näher das Event rückt. Die Anspannung steigt. Als ich die Idee hatte, Daniel auf diesem Wege zu helfen, hätte ich niemals geglaubt, dass so viele Menschen sich dafür interessieren und das Vorhaben unterstützen – dafür schon jetzt einen ganz, ganz lieben Dank an alle. Ich möchte am Sonntag unbedingt durchkommen, und wenn ich über die Ziellinie krieche. Bei meiner gesundheitlichen Vorgeschichte muss ich aber auch auf mich achten und darf mich nicht übernehmen – deshalb bitte ich um Verständnis, wenn ich nicht die kompletten 226 Kilometer schaffen sollte. Ich kann aber versprechen, dass ich alles dafür geben werde, denn das Wunderbare an Wundern ist doch, dass sie manchmal tatsächlich geschehen ...“

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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