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Schiedsrichter Felix Weller
Auf den Spuren von Norbert Fuchs

Felix Weller aus Wiederstein hofft, dass in seiner Schiedsrichter-Karriere in der Regionalliga noch nicht Schluss ist.
  • Felix Weller aus Wiederstein hofft, dass in seiner Schiedsrichter-Karriere in der Regionalliga noch nicht Schluss ist.
  • Foto: pm
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

roh Wiederstein. Landauf und landab ist in den Medien von Fußball-Voll- und -Teilzeitprofis, seltener von den Amateuren bis zur Kreisliga D die Rede, die sich auch irgendwie fit halten müssen, um am Tag X, wenn es nach der Corona-Pandemie im unterbrochenen Meisterschaftsbetrieb irgendwie mal weitergeht, von 0 auf 100 durchstarten zu können. Schiedsrichter dagegen stehen aktuell kaum im Fokus.

Felix Weller von der SpVg Neunkirchen, zusammen mit Jonathan Lautz (SG Hickengrund) einer der beiden Siegerländer Schiedsrichter auf Regionalliga- bzw. Jugend-Bundesliga-Ebene, kann derzeit nur Spielsituationen in Online-Videos anschauen und bewerten. Sein letztes Spiel pfiff der Wiedersteiner am 7. März – die Jugend-Bundesliga-Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen.

roh Wiederstein. Landauf und landab ist in den Medien von Fußball-Voll- und -Teilzeitprofis, seltener von den Amateuren bis zur Kreisliga D die Rede, die sich auch irgendwie fit halten müssen, um am Tag X, wenn es nach der Corona-Pandemie im unterbrochenen Meisterschaftsbetrieb irgendwie mal weitergeht, von 0 auf 100 durchstarten zu können. Schiedsrichter dagegen stehen aktuell kaum im Fokus.

Felix Weller von der SpVg Neunkirchen, zusammen mit Jonathan Lautz (SG Hickengrund) einer der beiden Siegerländer Schiedsrichter auf Regionalliga- bzw. Jugend-Bundesliga-Ebene, kann derzeit nur Spielsituationen in Online-Videos anschauen und bewerten. Sein letztes Spiel pfiff der Wiedersteiner am 7. März – die Jugend-Bundesliga-Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen.

Gute Physis ein wichtiger Faktor 

Am vergangenen Donnerstag fand eine Videokonferenz des Förderpools im FLVW statt, wozu Weller und Lautz zählen. Wichtig ist für den 24-jährigen Wiedersteiner auch, die persönliche Fitness zu erhalten. Dafür läuft Felix Weller dreimal die Woche und fährt zusätzlich Fahrrad. Regelmäßige Besuche im Fitnessstudio sind normalerweise obligatorisch, zur Zeit allerdings nicht möglich. Auf seine gute körperliche Verfassung muss Weller indes bauen können, wenn er als Schiri neun bis zehn Kilometer pro Spiel zurücklegt.  In wenigen Monaten steht für den Neunkirchener wieder der obligatorische Konditionstest an, der aus sechs 40-Meter- Sprints sowie zehn Sportplatzrunden, wo die Abfolge über diese insgesamt 4000 Meter 40 Mal heißt: 75 Meter Sprint und 25 Meter Gehen. Ganz schön happig!

Aber die Physis ist wichtig und zudem die Grundlage für die mentalen Aufgaben, die mit Leitung wichtiger bzw. herausfordernder Spiele verbunden ist. „Angst hatte ich noch keine bei einem Fußballspiel. In den höheren Klassen ist natürlich der Kontakt zu den Fans lange nicht so eng wie in der Kreisklasse. Allerdings hatte ich beim Regionalliga-Spiel Lippstadt gegen Essen, wo 2000 mitgereiste RWE-Fans mit Pyrotechnik nicht geizten, schon gehörigen Respekt,“ bemerkte Weller und ergänzte mit einem leichten Augenzwinkern: „Der Zuschauer zahlt auch dafür, dass er den Schiedsrichter beleidigen kann!“

Beträchtlicher Zeitaufwand

Beim DFB gibt es keine reinen Profi-Schiedsrichter. Sie üben alle einen Beruf aus oder sind noch Studenten. 5000 Euro gibt für es pro Spiel im Fußball-Oberhaus. Dazu kommt noch ein Grundgehalt. Das ist schon sehr ordentlich, aber natürlich nicht vergleichbar mit dem üppigen Salär der Fußballer. Da klingt die Aufwandsentschädigung von 200 Euro von Felix Weller für das Leiten eines Regionalliga-Spiels weit bescheidener. Aber auch hier ist der Zeitaufwand beträchtlich. Zu einem Auswärtsspiel im ostwestfälischen Rödinghausen fährt Weller morgens um 9 Uhr los. 90 Minuten vor der Partie muss er da sein. Um 14 Uhr wird angepfiffen. Abpfiff circa 16 Uhr. Anschließend: Spielbericht, Besprechung mit dem Beobachter, Essen und Heimfahrt. Um 21 Uhr Rückkehr nach Wiederstein. 15 000 Kilometer fährt Weller für sein Schiedsrichterhobby im Jahr.

An Neulingslehrgängen und Monatsschulungen beteiligt

Doch Felix Weller zeigt nicht nur unmittelbar Einsatz an der Pfeife. Zusammen mit Florian Schreiber (SG Siegen-Giersberg), Uli Neus ( SV Setzen - Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses), Jonathan Lautz, Constantin Reuber (Fortuna Freudenberg) und Kevin Papiorek (SV Netphen) beteiligt sich Felix Weller an Neulingslehrgängen und Monatsschulungen der heimischen Unparteiischen.

Dabei geht es nicht selten auch um moderne Kommunikation im Schiedsrichtergespann. Zum Austausch der Schiedsrichter und Linienrichter per Headset hat Weller eine differenzierte Meinung. „Es hilft bei der Kommunikation mit den Assistenten. Aber man muss viel damit üben, bis es sich eingespielt hat. Die Gefahr, dass es einen vom Spiel ablenkt, darf man nicht unterschätzen,“ so der Südsiegerländer.

Hoffen auf den nächsten Karriereschritt

Im Oktober 2010 begann Felix Weller seine Laufbahn. Seit 2018 pfeift er Spiele in der Regionalliga und Jugend-Bundesliga. Durchsetzungsfähigkeit, Empathie, Konfliktbereitschaft und Begeisterung für den Sport hält Felix Weller für die wichtigsten Eigenschaften eines guten Schiris. Es ist kein leichter Job für einen Unparteiischen bei all den „Schauspielern in kurzen Hosen“, die gerne auch mal vortäuschen, was gar nicht ist.

Wann und ob der nächste Karriereschritt in die 3. Liga folgt, hängt von der eigenen Leistungsstärke, dem Proporz der Landesverbände und auch einem gerüttelt Maß an Glück ab. Im Juni dürfte die Entscheidung über die nächste Saison fallen. Leicht wird es nicht, aber es bleibt spannend, ob Felix Weller, Jonathan Lautz oder ein anderer Kollege in naher oder ferner Zukunft einmal Nachfolger des Herdorfers und früheren Neunkircheners Norbert Fuchs werden, der am 6. September 1969 mit der Partie Alemannia Aachen - VfB Stuttgart seine Bundesliga-Premiere feierte.

Autor:

Rolf Henrichs (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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