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BVB-Handballerin Johanna Stockschläder
„Auf die Zähne beißen, kämpfen und Gas geben“

Für ihren Verein Borussia Dortmund läuft es in der Handball-Bundesliga bislang optimal, für Johanna Stockschläder eher suboptimal. Doch die Gernsdorferin ist eine Kämpferin. Sie will noch mehr Gas geben, um in die Stammformation zurückzukehren.
  • Für ihren Verein Borussia Dortmund läuft es in der Handball-Bundesliga bislang optimal, für Johanna Stockschläder eher suboptimal. Doch die Gernsdorferin ist eine Kämpferin. Sie will noch mehr Gas geben, um in die Stammformation zurückzukehren.
  • Foto: imago
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Dortmund. Dass Borussia Dortmund mit die besten Fußballer in Deutschland hat, ist gemeinhin bekannt. Dass der BVB aber auch im Frauen-Handball eine Macht ist, haben nicht alle auf dem Schirm. Mehr noch: Die Handballerinnen des Ballspielvereins Borussia 09 mischen derzeit die 1. Bundesliga richtig auf. Nach drei Spielen führen die Dortmunderinnen die Tabelle mit makellosen 6:0 Punkten an. Und eine Siegerländerin ist ebenfalls Teil des erfolgreichen BVB-Ensembles: Johanna Stockschläder aus Gernsdorf.
"Der Erfolg des Teams steht über allem"Also alles in Butter bei „Stocki“? Nicht ganz!

ubau Dortmund. Dass Borussia Dortmund mit die besten Fußballer in Deutschland hat, ist gemeinhin bekannt. Dass der BVB aber auch im Frauen-Handball eine Macht ist, haben nicht alle auf dem Schirm. Mehr noch: Die Handballerinnen des Ballspielvereins Borussia 09 mischen derzeit die 1. Bundesliga richtig auf. Nach drei Spielen führen die Dortmunderinnen die Tabelle mit makellosen 6:0 Punkten an. Und eine Siegerländerin ist ebenfalls Teil des erfolgreichen BVB-Ensembles: Johanna Stockschläder aus Gernsdorf.

"Der Erfolg des Teams steht über allem"

Also alles in Butter bei „Stocki“? Nicht ganz! Die 24-Jährige freut sich zwar riesig über den furiosen Saisonstart ihres Teams und sagt: „Auch wenn wir noch in einem sehr frühen Stadium der Saison sind: Es ist ein sehr cooles Gefühl für uns, an der Tabellenspitze zu stehen.“ Doch es gibt auch einen Wermutstropfen im Freudenkelch: Seit dieser Saison gehört „Jojo“ nicht mehr zur Stammformation der Schwarz-Gelben. „Für mich persönlich ist es momentan nicht ganz einfach. Keine Spielerin sitzt gerne auf der Bank. Ich bin ehrgeizig und will natürlich mehr spielen“, räumt sie ein. „Andererseits“, und das ist Stockschläder ganz wichtig herauszustellen, „steht der Erfolg des Teams über allem. Da muss man auch mal seine eigenen Interessen hinten anstellen, das ist ganz klar.“

Eine feste Größe in der vergangenen Saison

Beim 39:26-Auswärtserfolg im Auftaktspiel beim VfL Oldenburg stand Stockschläder zumindest noch 15 Minuten auf der „Platte“ und warf ein Tor. Auch im darauf folgenden Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach vor stattlichen 1400 Zuschauern in Dortmund-Wellinghofen (Stockschläder: „Das war eine tolle Kulisse, so viele hatten wir selten in einem Bundesliga-Heimspiel“) steuerte die auf der Linksaußen-Position eingesetzte Gernsdorferin einen Treffer zum 28:24-Sieg bei, doch ihre Spielzeit betrug ganze zwei Minuten. Und es kam noch dicker für die Nummer 18 des BVB: Beim 26:25-Triumph im Topspiel beim Vizemeister Thüringer HC saß Stockschläder die gesamte Spielzeit auf der Ersatzbank – ein Gefühl, das die flinke Siegerländerin, die ihre Stärken im Eins gegen Eins hat, so gar nicht kennt.
Zumindest nicht aus der vergangenen Saison. Denn da gehörte „Stocki“ zum Stammpersonal der Borussinnen. Sie war eine feste Größe im Team und stand ihre Frau sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Von den Spielen im EHF-Pokal, u. a. vor mehr als 3000 heißblütigen Fans im rumänischen Craiova, schwärmt Stockschläder heute noch.

"Die Konkurrenz ist groß"

Doch das ist Geschichte. Die Gegenwart sieht – zumindest aktuell – nicht so rosig für sie aus. Denn nach einem – aus Vereinssicht – unbefriedigenden 7. Platz in der Abschlusstabelle der Saison 2018/2019 wurden die Karten im Sommer neu gemischt.Mit André Fuhr kam ein neuer Trainer, der die Nachfolge von Gino Smits antrat. Und auch im Kader gab es reichlich Veränderungen. Sieben Neuzugänge standen acht Abgängen gegenüber. Johanna Stockschläder blieb als eine der wenigen Konstanten übrig.

„Es sind viele gute Spielerinnen dazu gekommen. Die Konkurrenz ist groß“, sagt die gebürtige Siegenerin, der momentan die von der HSG Bensheim/Auerbach zum BVB gewechselte Bogna Sobiech auf Linksaußen vorgezogen wird.

Über Adler Dielfen und den TVE Netphen nach Leverkusen

Damit will sich Stockschläder natürlich nicht abfinden, ihr Kampfgeist ist geweckt. „Für mich heißt es jetzt: auf die Zähne beißen, kämpfen und Gas geben“, sagt Stockschläder, die das Handball-ABC bei der TSG Adler Dielfen erlernte. Von dort wechselte sie zum TVE Netphen, wo der damalige Liga-Rivale Bayer Leverkusen auf sie aufmerksam wurde. Als 16-Jährige zog sie unters Bayer-Kreuz, spielte ein Jahr für den „Werksklub“, ehe es sie 2013 zur HSG Bad Wildungen wechselte. 2017 schloss sich „Stocki“ dann dem BVB an.

Acht bis neun Trainingseinheiten in der Woche

Neben dem hohen Trainingspensum, das Stockschläder und ihre Teamkolleginnen absolvieren (acht bis neun Einheiten in der Woche) arbeitet die Gernsdorferin zwölf Stunden im Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel. Als Kodierfachkraft ist sie dort für die Verschlüsselung der Diagnosen zuständig. Erst kürzlich hat sie in einer dreiwöchigen Weiterbildung ein für ihre Arbeit wichtiges Zertifikat erworben. „Zum Glück ist mein Arbeitgeber sehr flexibel. Das hilft mir sehr – und dafür bin ich sehr dankbar“, sagt „Jojo“, die sich auch privat in Dortmund sehr wohlfühlt.

"Wenn ich meine Chance bekomme, werde ich sie auch nutzen"

Nur im sportlichen Bereich sind derzeit noch Wünsche offen. Doch Stockschläder weiß aus Erfahrung nur zu gut, wie schnell sich das Blatt im Hochleistungssport wenden kann. „Eine Saison ist lang. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Und ich bin mir sicher: Wenn ich meine Chance bekomme, werde ich sie auch nutzen – zumindest werde ich alles daran setzen“, sagt „Stocki“, die mit (noch größerem) Trainingsfleiß auf mehr Einsatzzeiten hinarbeiten will. Gelänge ihr das und bliebe das BVB-Team weiter so erfolgreich, dann wäre in sportlicher Hinsicht definitiv alles in Butter bei Johanna Stockschläder . . .

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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