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2. Handball-Bundesliga
Auferstanden aus Quarantänen

Falscher Treffer! Nach einem Hammer Fehlschuss hingen gestern einige Werbebanner in der Sporthalle Stählerwiese schief.
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geo Kreuztal. Zweimal in „häusliche Quarantäne“ geschickt, kein Training, kein Jogging, tagelang nichts außer Netflix, Prime und sonst noch ein bisschen Zerstreuung. Und trotzdem ist dieser TuS Ferndorf einfach nicht kaputt zu kriegen! Mit einem sensationellen 27:21 (11:11)-Heimsieg über den als Tabellenzweiten angereisten Mitaufstiegsfavoriten ASV Hamm-Westfalen demonstrierte die Mannschaft des neuen Trainers Robert Andersson am Mittwochabend in der weitgehend leeren Sporthalle Stählerwiese wundersames Stehvermögen.
Hamm in 2. Halbzeit wie gelähmtAufgrund einer überragenden Leistung vor allem in der 2. Halbzeit, aber auch schon interessanten Varianten vor dem Seitenwechsel, war der dritte Saisonsieg der Nordsiegerländer im erst vierten Saisonspiel am Ende hochverdient.

geo Kreuztal. Zweimal in „häusliche Quarantäne“ geschickt, kein Training, kein Jogging, tagelang nichts außer Netflix, Prime und sonst noch ein bisschen Zerstreuung. Und trotzdem ist dieser TuS Ferndorf einfach nicht kaputt zu kriegen! Mit einem sensationellen 27:21 (11:11)-Heimsieg über den als Tabellenzweiten angereisten Mitaufstiegsfavoriten ASV Hamm-Westfalen demonstrierte die Mannschaft des neuen Trainers Robert Andersson am Mittwochabend in der weitgehend leeren Sporthalle Stählerwiese wundersames Stehvermögen.

Hamm in 2. Halbzeit wie gelähmt

Aufgrund einer überragenden Leistung vor allem in der 2. Halbzeit, aber auch schon interessanten Varianten vor dem Seitenwechsel, war der dritte Saisonsieg der Nordsiegerländer im erst vierten Saisonspiel am Ende hochverdient. Die Gäste schienen dagegen in der 2. Halbzeit wie gelähmt, wirkten nicht mehr spritzig, sondern müde und bereiteten ihrem Trainer Michael Lerscht bei dessen erstmaliger Rückkehr an die alte Wirkungsstätte einen desaströsen Buß- und Bettag.

Das Comeback des Patrick Weber

Überdies zauberte dieser verblüffende Handball-Abend noch ein erwärmendes Schmankerl hervor. Die Hallenuhr stand bei 20:18 Uhr, als plötzlich Patrick Weber auf der Matte stand. Elf Monate nach seinem Bandscheibenvorfall mit Operation erlebte der lange Schlaks zumindest für einige Minuten sein Comeback. Es war sein erstes Spiel im Corona-Jahr 2020. Und auch wenn er noch auf seinen ersten Treffer warten muss, durfte der Rückraum-Hüne eine angenehme Nacht verbracht haben (hoffen wir jedenfalls)...

Anfangs viele Treffer vom Kreis

In der 1. Halbzeit versuchte der TuS Ferndorf immer wieder die wie ein „Riesengebirge“ sich vor ihnen auftuende Hammer Abwehr mit flottem „Kreisverkehr“ zu düpieren, irgendwo dem Größenunterschied geschuldet. So gelangen Thomas Rink und Mattis Michel je zwei Kreistreffer, wuselte sich auch Julian Schneider dreimal am Abwehrblock vorbei und überraschte Torhüter Felix Storbeck mit ansatzlosen Flachwürfen.

Sechs Lattentreffer, aber 11:11 zur Pause

Der Keeper des ASV, der nach dem Kantersieg über Eisenach am letzten Spieltag noch in höchsten Tönen gelobt wurde, sah aber gestern Abend kein Land, so dass er schließlich seinem Kollegen Jan-Joerg Wesemann Platz machen musste. Beim TuS machte Marin Durica seinen Job, wehrte sieben Bälle ab. Dass Ferndorf nicht besser in diesem Spielabschnitt zurecht kam, lag auch am fehlenden Spielglück. So zählte die Statistik alleine sechs Lattentreffer. Aber drei Sekunden vor der Pausensirene glückte „Jules“ Schneider der 11:11-Ausgleich, den übrigens Linus Michel als Linksaußen erleben durfte, der während einer Zeitstrafe für Lukas Pechy damit zu seinem Saisondebüt kam.

Trommler sorgten für Gäsenhaut

Viele hatten zu diesem Zeitpunkt geglaubt, der TuS Ferndorf würde aufgrund seines Trainings-Rückstandes kräftemäßig abbauen. Doch es war ein ganz besonderer Abend: Schon das Erklingen lauten Trommelwirbels ließ bei manchem in der Halle Gänsehaut aufkommen. Tatsächlich war es die unerwartete Leichtigkeit, als Außenseiter dem Favoriten ins Gehege zu ballern, die den Gästen aus Hamm zu schaffen machte. So musste auch der frühere Ferndorfer Coach eingestehen: „So deutlich hier zu verlieren, das tut schon weh!“ Genau genommen war das schon die zweite fette Ferndorf-Pleite Lerschts mit seinem ASV-Team, denn in der Vorbereitung hatte es ein 23:30 in Kreuztal gegeben.

Starke Leistung von Hottgenroth

Die tatsächlichen Matchwinner im zweiten Spielabschnitt aber waren dann zwei Spieler, von denen man dies nicht unbedingt erwartet hatte. Zum einen beorderte Robert Andersson den eigentlich dritten Torwart (Lukas Puhl ist ja noch verletzt) auf die Platte. Und Tim-Dominik Hottgenroth bedankte sich mit neun blitzsauberen Paraden, mit denen der Siegener vor allem in der Mitte der 2. Halbzeit den Hammern den entscheidenden Zahn zog.

Bornemanns Vier-Tore-Lauf

Und dann war da noch dieser Bornemann! Zwischen der 46. und 50. Minute drehte der wuchtige Linkshänder die Partie mit vier Treffern hintereinander – ohne gegnerischen Einschlag – praktisch im Alleingang. Josip Eres hatte Ferndorf in der sehenswerten und lange höchst umkämpften Partie zuvor zweimal zum 14:13 und 18:17 wieder in Führung gebracht.  Doch dann kam „Born to win“-Bornemann und schraubte das Zwischenresultat blitzartig auf 22:18. Als Lukas Pechy dann noch ein Ballklauer gelang, und Ferndorf erstmals mit fünf Treffern vorne lag, fruchtete selbst Michael Lerschts verzweifelte taktische Maßnahme nicht mehr, unter Herausnahme des Torhüters mit sieben Feldspielern zu stürmen. Am Ende hatte dann auch noch Jungspund Torben Matzken mit zwei individuell sauber „herausgewackelten“ Toren richtig Grund zum Jubeln.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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