Trauer um Manfred Richter
"Bei ihm war der Ball gut aufgehoben"

Oberliga-Meisterehrung für die Sportfreunde Siegen 1972 (v.l.): Werner Strunk, Gerd Grab, Manfred Richter, Siegens Stadtdirektor Hans Mohn und Trainer Herbert Schäfer.
  • Oberliga-Meisterehrung für die Sportfreunde Siegen 1972 (v.l.): Werner Strunk, Gerd Grab, Manfred Richter, Siegens Stadtdirektor Hans Mohn und Trainer Herbert Schäfer.
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krup Siegen/Biersdorf. Als technisch ausgesprochen beschlagener Stratege zählte Manfred Richter in den frühen 70er Jahren zu den Leistungsträgern der Sportfreunde Siegen. Nun ist der aus dem SV Biersdorf hervorgegangene Mittelfeldspieler im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.
Von seinem Heimatverein SV Biersdorf war der am 9. Oktober 1941 geborene Richter im Sommer 1967 ins Siegener Leimbachtal gewechselt – entdeckt natürlich von Gerd Grab, „der seine Augen und Ohren überall hatte und ein unglaubliches Gespür für Fußball-Talente hatte“, wie Manfred Richters sportlicher Weggefährte Werner Strunk erläutert. Richters Zeit bei den Sportfreunden – er kehrte 1973 zu seinem Stammverein SV Biersdorf zurück – fiel mitten in eine „goldene Ära“ der Sportfreunde mit dem Aufstieg in die Regionalliga West als sportlichem Höhepunkt.

Bereits 1971 hatten die Siegener mit der Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft ein Ausrufezeichen gesetzt. Schon in der 1. Runde ereilte die Sportfreunde jedoch gegen den 1. FC Pforzheim das Aus (1:3 und 0:1). Ein Jahr später folgte dann unter der Regie von Trainer Rudi Brückmann die Meisterschaft in der Oberliga Westfalen. „Er hat die Grundlagen gelegt, vor allem in Sachen Ausdauer und Disziplin – Herbert Schäfer hat dann in taktischer und technischer Hinsicht den nächsten Schritt ermöglicht“, so Werner Strunk.

Ballsicher und torgefährlich

Die Sportfreunde schlugen sich in der Regionalliga West, die kurz vor der Einführung der 2. Bundesliga als zweithöchste Spielklasse in Deutschland firmierte, ausgezeichnet und belegten als Neuling mit 39:29 Punkten Rang 7 – vor renommierten Vereinen wie Arminia Bielefeld, Preußen Münster und Bayer Leverkusen. Gewichtigen Anteil daran hatte Manfred Richter, wie der damalige „Ausputzer“ (Libero) Werner Strunk bestätigt: „Manfred konnte man aus der Abwehr heraus jederzeit anspielen. Er war sehr ballsicher und mit großer Übersicht ausgestattet. Bei ihm hatte man immer das Gefühl, dass der Ball gut aufgehoben ist.“

Außerdem war Richter durchaus torgefährlich: „Er hat sowohl in der Oberliga als auch in der Regionalliga immer seine Törchen gemacht. Er war halt ein echtes Schlitzohr und wusste immer genau, wo ein Offensivspieler zu stehen hatte.“
Neben dem Fußball gehörte Manfred Richters sportliche Liebe dem Skisport und dem Tennis. „Vor allem Tennis war seine zweite Leidenschaft. Wir haben einige Male in der Halle in Wilnsdorf gespielt. Auch hier war sein großer Ehrgeiz bis zum Schluss spürbar. Manfred war ein ausgezeichneter Sportler – was aber noch wichtiger ist: Er war ein toller und liebenswerter Mensch“, so Werner Strunk.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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