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"Denkwürdiges Derby" zwischen SFS und Kaan
Busik lässt das Leimbachstadion beben

So jubeln die Derbysieger: Michél Harrer (2. v. l.), Andreas Busik (Nr. 20) und Tobias Filipzik (5. v. r.) drehten einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg.
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  • So jubeln die Derbysieger: Michél Harrer (2. v. l.), Andreas Busik (Nr. 20) und Tobias Filipzik (5. v. r.) drehten einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg.
  • Foto: Pascal Mlyniec
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pm Siegen. Vorlagengeber Björn Jost konnte es zunächst selbst nicht fassen. Ungläubig schlug der Kapitän der Sportfreunde Siegen die Hände vor den Kopf, erst dann drehte er jubelnd ab und feierte mit Torschütze Andreas Busik, der gesamten Mannschaft und dem ausrastenden SFS-Anhang den Treffer zum 3:2 im Stadtderby gegen den 1. FC Kaan-Marienborn. Es war in der 90. Minute das Sahnehäubchen einer tollen Aufholjagd der Gastgeber, die eine Viertelstunde zuvor beim Zwischenstand von 2:0 für den jetzt nicht mehr ungeschlagenen Tabellenführer niemand mehr für möglich gehalten hätte.

„Die Flanke kam überragend. Ich musste nur noch den Kopf hinhalten, dann hat das Stadion gebebt.

pm Siegen. Vorlagengeber Björn Jost konnte es zunächst selbst nicht fassen. Ungläubig schlug der Kapitän der Sportfreunde Siegen die Hände vor den Kopf, erst dann drehte er jubelnd ab und feierte mit Torschütze Andreas Busik, der gesamten Mannschaft und dem ausrastenden SFS-Anhang den Treffer zum 3:2 im Stadtderby gegen den 1. FC Kaan-Marienborn. Es war in der 90. Minute das Sahnehäubchen einer tollen Aufholjagd der Gastgeber, die eine Viertelstunde zuvor beim Zwischenstand von 2:0 für den jetzt nicht mehr ungeschlagenen Tabellenführer niemand mehr für möglich gehalten hätte.

„Die Flanke kam überragend. Ich musste nur noch den Kopf hinhalten, dann hat das Stadion gebebt. Jeder von uns hat hier alles reingeworfen, mit dem 2:1 haben wir Hoffnung zurückbekommen und haben es am Ende geschafft. Das ist natürlich ein unglaublich gutes Gefühl“, versuchte Matchwinner Busik seine Emotionen kurz nach Spielschluss in Worte zu fassen.

Nehrbauer sieht "denkwürdiges Derby"

Die geschlagenen Käner waren da schon längst in der Kabine verschwunden. Allen voran Kapitän Daniel Waldrich war mit dem Abpfiff von Schiedsrichter Bjön Jost vom zerpflügten Rasen geflüchtet. Zu tief saß der Frust nach dieser bitteren Niederlage, der dritten im Derby nacheinander. „Ich bin noch sprachlos“, sagte Trainer Thorsten Nehrbauer, der bei der Pressekonferenz ein „denkwürdiges Derby“ analysierte und in den Sportfreunden durch die furiose Schlussviertelstunde sogar den verdienten Sieger sah.

"Das Spiel vergisst man ganz sicher nicht so schnell"

Eine Einschätzung, der Tobias Cramer so nicht folgen wollte. „Zu unserer Mentalität braucht man nichts mehr zu sagen, wenn man so ein Spiel noch dreht. Grundsätzlich hat mir aber das Spiel der Käner sehr gut gefallen. Ich würde eher von einem glücklichen Sieg sprechen“, so der SFS-Coach mit Blick auf die ersten gut 75 Minuten.

Erste Chancen bleiben ungenutzt

In denen hatten die Gäste vor 1364 Zuschauern nach einer 20-minütigen Abtastphase die Kontrolle übernommen und langsam aber stetig den Druck erhöht. Während die eigene Hintermannschaft im ersten Durchgang überhaupt nur eine Sportfreunde-Chance durch Björn Jost (43.) zuließ, wurde Kaan insbesondere über die linke Seite immer wieder gefährlich.
Nach Flanken von Derrick Kyere zielten Dawid Krieger (22.) und Felix Neuhäuser (30.) jeweils am Tor vorbei. Bei einem Kopfball von Markus Pazurek (35.) packte Christoph Thies sehr gut zu und kurz darauf half die Querlatte mit, als Joshua Walter den Schuss von Krieger abfälschte, der Ball aber vor der Torlinie aufprallte.

Pazurek und Waldrich treffen

Dennoch: Die Führung für Kaan lag in der Luft – und wie so häufig kam sie schließlich nach einer Standardsituation. Ecke Mats Scheld, Abschluss Markus Pazurek (50.) – ein Muster, das sich in dieser Saison schon bewährt hat. Der Favorit war jetzt obenauf, vergab durch Pazurek und Neuhäuser weitere Gelegenheiten, bis Kapitän Waldrich sich ein Herz fasste.
Aus gut und gerne 30 Metern zog der Rechtsverteidiger ab und erhöhte mit einem „Sonntagskracher“ unter das Tordach auf 2:0 (66.). Es war der Höhepunkt des Käner Jubeltrubels, der eine halbe Stunde später wie weggewischt war.

Ausgerechnet Harrer...

Es sind Geschichten, wie sie nur der Fußball schreibt. Kurz nach der vermeintlichen Vorentscheidung brachte Tobias Cramer Michél Harrer, seinen glücklosen und körperlich nicht in Bestform befindlichen Torjäger, der noch keinen einzigen Saisontreffer auf dem Konto hatte.

Alle Fotos zum Oberliga-Derby

Acht Minuten später war der Routinier nach einer Ecke zur Stelle und küsste die Sportfreunde-Fans, die sich übrigens jegliche Provokation gegenüber dem ungeliebten Rivalen verkniffen, mit dem 1:2 regelrecht wach. „Dieses Tor freut mich total für Michél, der zuletzt nicht so viele Spielanteile bekommen hat“, sagte Cramer.

Filipzik, Busik und das unglaubliche Ende

Der SFS-Anhang trieb die Siegener nun an, die Käner Souveränität war plötzlich verflogen. Jeder Standard wurde zu einem Zitterspiel, die nächste Ecke von Björn Jost landete schließlich vor den Füßen von Innenverteidiger Tobias Filipzik, der das Leimbachstadion mit dem 2:2 aus kurzer Distanz in einen Freudentaumel stürzte (87.). „Ich weiß nicht, ob ich so ein Spiel überhaupt schon einmal erlebt habe“, überlegte Filipzik nach dem Abpfiff.

Dabei hatte die Partie sogar noch eine letzte Pointe parat. Den Freistoß von Jost schätzte Pazurek falsch ein, dahinter lauerte Busik, der Julian Bibleka im Käner Tor keine Chance ließ. Der Rest war ein Siegener Freudensturm, der mit dem Schlusspfiff erst richtig begann. Die obligatorischen „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“-Rufe vor dem Anhang leiteten eine Feier ein, die hinter verschlossener Kabinentür noch ein wenig angedauert haben dürfte. So richtig glauben konnten aber wieder Spieler noch Fans, was gerade passiert war. „Denkwürdiges Derby“ traf es ganz gut. ⋌Pascal Mlyniec

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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