Herzlicher Empfang in Schameder
Celine Harms zwischen Tränen und Plänen

Mit einem Spalier aus Fackeln begrüßte das Dorf seine Bronzemedaillen-Gewinnerin: Celine Harms erschien mit Edelmetall um den Hals, einer Deutschlandflagge auf dem Rücken – und Tränen der Freude in den Augen.
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  • Mit einem Spalier aus Fackeln begrüßte das Dorf seine Bronzemedaillen-Gewinnerin: Celine Harms erschien mit Edelmetall um den Hals, einer Deutschlandflagge auf dem Rücken – und Tränen der Freude in den Augen.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

tika Schameder. Das Edelmetall um den Hals gehängt, das Blaulicht im Rücken und Tränen der Freude in den Augen: Völlig überwältigt traf Celine Harms gestern Abend in ihrem Heimatdorf Schameder ein. Kaum hatte die Monobob-Pilotin die Bronzemedaille bei den Youth Olympic Winter Games in St. Moritz entgegengenommen (SZ berichtete aktuell), wartete nach ihrer Rückkehr der nächste große Festakt. Vor dem Haus der Familie Harms parkte ein Feuerwehrauto, mit Blaulicht fuhren ihre Feuerwehrkameraden die 16-jährige Senkrechtstarterin sowie ihre Eltern und ihren Bruder zum nahegelegenen Feuerwehrgerätehaus in Schameder, wo ein großer Empfang für die Drittplatzierte stieg.

Gemeinsamer Tanz mit Kindern

„Ich bin mit der Situation überfordert. Ich hatte schon sowas erwartet. Wenn dann aber die Feuerwehr mit Blaulicht vor der Haustür steht, ist man doch überwältigt“, bekannte der Youngster gerührt. Über eine Stunde lang schüttelte sie Hände, ließ sich umarmen und nahm Glückwünsche entgegen – stets unter Tränen und nicht, ohne vorher mit einigen Kindern des Dorfs gemeinsam den offiziellen Tanz der Olympischen Jugendspiele dargeboten zu haben.

Noch immer stand sie unter dem Eindruck der Olympischen Jugendspiele in der Schweiz. Am Morgen hatte sie die Heimreise angetreten – nach einer durchfeierten Nacht. Und noch immer war ihr die Euphorie anzumerken, die das Adrenalin in ihren Adern verdrängt hatte. „Ich fahre wegen des Adrenalinkicks. Die Geschwindigkeit während der Fahrt ist einfach cool“, bekannte die junge Wittgensteinerin sichtlich gelöst. In den Tagen vor dem großen Showdown im Eiskanal und bis zum Start war die Anspannung indes ins Unermessliche gestiegen. Monatelang hatte sie sich auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet und präsentierte sich passgenau topfit.

Großes Trainingspensum

„Ich treibe fünf bis sechs Mal die Woche Athletiktraining neben der Schule, mein Trainer hat einen Plan aufgestellt, damit ich auf den Tag genau Bestleistungen abrufen kann“, berichtete Harms. Es wird wohl noch einige Tage und Wochen brauchen, bis sie ihre Erlebnisse und ihren vorerst größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere verarbeitet hat. Einerseits die Medaille, andererseits etwa, dass sie erstmals persönlich den Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, getroffen hat – oder vielmehr er sie. Denn noch vor Ort hatte Bach ihr gratuliert. „Ich habe mich gefreut, dass er da war. Die Glückwünsche von ihm haben mir schon viel bedeutet“, machte die 16-jährige Gymnasiastin aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Bereits morgen geht für sie der Schulalltag im Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg weiter, nach einer kleinen Pause stehen noch einige Trainingseinheiten auf der Bobbahn in Winterberg an, ehe die Saison dann für sie beendet ist – und sie im kommenden Jahr im Zweierbob angreifen will. „Das wird eine härtere Hausnummer, weil es im Zweierbob viel mehr Athleten gibt als im Monobob“, wusste Harms.

"Jetzt erst einmal genießen"

Doch zunächst hatte etwas anderes Priorität: „Ich will das jetzt erstmal genießen, ein bisschen feiern und dann das Ganze verarbeiten“, erklärte die Monobob-Pilotin mit Ambitionen. Ähnlich wie ihrer Tochter erging es derweil Dirk und Cindy Harms, die ebenfalls zahlreiche Hände schüttelten und Umarmungen entgegennahmen. „Wir brauchen sicher noch ein paar Tage, um das zu verarbeiten. Gerade sind wir einfach euphorisch, aufgekratzt – das ist einfach toll. Wir sind stolz auf Celine und werden weiter mit ihr durch die Welt fahren“, konstatierte Mutter Cindy Harms, die unter anderem mit ihrem Ehemann Dirk und Sohn Cedrik direkt am Eiskanal mitgefiebert hatte – neben zahlreichen weiteren mitgereisten Anhängern aus dem Familien- und Freundeskreis.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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