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Handball-WM in Ägypten
Christian Klein am Puls der deutschen Handballer

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ubau Kairo. Dass "Siegerland" im Kreis der deutschen Handball-Nationalmannschaft inzwischen ein gängiger Begriff ist, daran hat Christian Klein gehörigen Anteil. Seit 2015 begleitet der mittlerweile 31-Jährige Weidenauer die DHB-Auswahl bei Weltmeisterschaften als Social-Media-Beauftragter des Deutschen Handball-Bundes – und natürlich ist „Siegerland“, wie er von vielen Spielern nur gerufen wird, auch diesmal in Ägypten am Start. Als freiberuflicher DHB-Mitarbeiter füttert Klein die Social-Media-Kanäle Instagram, Facebook, YouTube, TikTok sowie die Homepage des Verbandes mit Interviews, Wissenswertem, Hintergründigem sowie bunten Geschichten rund ums deutsche Team.
Siegen nicht im "Sauerland"Aber wie ist er nun zu seinem Spitzname „Siegerland“ gekommen?

ubau Kairo. Dass "Siegerland" im Kreis der deutschen Handball-Nationalmannschaft inzwischen ein gängiger Begriff ist, daran hat Christian Klein gehörigen Anteil. Seit 2015 begleitet der mittlerweile 31-Jährige Weidenauer die DHB-Auswahl bei Weltmeisterschaften als Social-Media-Beauftragter des Deutschen Handball-Bundes – und natürlich ist „Siegerland“, wie er von vielen Spielern nur gerufen wird, auch diesmal in Ägypten am Start. Als freiberuflicher DHB-Mitarbeiter füttert Klein die Social-Media-Kanäle Instagram, Facebook, YouTube, TikTok sowie die Homepage des Verbandes mit Interviews, Wissenswertem, Hintergründigem sowie bunten Geschichten rund ums deutsche Team.

Siegen nicht im "Sauerland"

Aber wie ist er nun zu seinem Spitzname „Siegerland“ gekommen? Christian Klein schmunzelt und gibt folgende Anekdote zum Besten: „Bei der WM 2019 hat mich Fabian Böhm nach meiner Herkunft gefragt. Ich antwortete ihm, dass ich aus Siegen komme. Ah, sagte Böhm, daraufhin: Du kommst also aus dem Sauerland. Woraufhin ich ihn erst mal aufgeklärt habe, dass Siegen bitteschön nicht im Sauerland, sondern im Siegerland liegt. Seitdem habe ich den Namen bei den Spielern weg“, erzählt Klein, der nunmehr bereits bei seiner vierten Handball-WM im Einsatz ist und die deutschen Spieler auf Schritt und Tritt begleitet.

Schon 2015 in Katar dabei

2015 war er in Katar erstmals dabei, damals noch als Reporter der Handball-Bundesliga. Es folgte zwei Jahre später die WM 2017 in Frankreich. Im April 2018 engagierte ihn der Deutsche Handball-Bund als Social-Media-Experten, um diese Kanäle mit Blick auf die Heim-WM 2019 zu pushen. „Seitdem bin ich Team-Mitglied“, sagt Klein, der mit seiner portablen Kamera immer ganz nah an Gensheimer und Co. dran ist. Er beleuchtet das „Drumherum“, schaut hinter die Kulissen.
Wie in diesen Tagen bei der WM am Nil, deren Austragung in Zeiten der Corona-Pandemie für viele Diskussionen sorgt(e). Klein teilt diese Bedenken nicht. „Mir war zwar klar, dass der Start holprig wird. Aber der DHB investiert wirklich viel, dass alles rund läuft“, betont der Siegerländer und fügt hinzu: „Man sollte nicht allen Überschriften glauben, die im Netz kursieren. Ja, es stimmt: Die Ägypter mussten hier und da noch nachbessern. Aber sie haben es gemacht, und jetzt ist alles gut. Zumindest kann ich das über unser Hotel sagen. Die Anlage ist sehr weitläufig. Eine Jogging-Runde auf dem Gelände ist zwei Kilometer lang...“

Adler auf der Brust - cool!

Apropos Joggen: Damit versucht Klein seinen (langen) Tag im Land der Pharaonen zu beginnen, ehe es an die Arbeit geht. Die „Schicht“ geht meist bis Mitternacht, dann erst hat er alles im „Kasten“ und klappt seinen Laptop zu. „Das ist kein Urlaub hier“, sagt der Weidenauer, der seine ersten journalistischen Schritte als Praktikant in der SZ-Lokalredaktion machte. „Für mich ist das vielmehr ein sehr nettes Abnehmprogramm“, schmunzelt Klein. „Ich kriege bei so einem Turnier fünf, sechs Kilo runter. Denn man isst nicht normal, weil man immer unter Stress steht und ein Termin den nächsten jagt. Es ist schon ein hartes Pensum, aber es macht mir großen Spaß. Es ist eine Ehre für mich, dass ich hier dabei sein darf. Dafür bin sehr dankbar. Und das Coolste ist, dass ich als Team-Mitglied den Adler auf der Brust tragen darf!“

Viel Zuarbeit für die ARD

Klein hat das Privileg, als Social-Media-Beauftragter des DHB als einziger Medienvertreter in der „Team-Hotel-Blase“ dabei sein zu dürfen, während die anderen Journalisten nicht dorthin dürfen. Während das ZDF mit einem kleinen Team bei der WM in Ägypten weilt, hat die ARD erst gar keinen Mitarbeiter an den Nil entsandt. Mit der Konsequenz, dass Klein im „One-Man-Stil“ die komplette Arbeit vor Ort fürs „Erste“ übernommen hat. Da er so nah am DHB-Team dran ist wie kein anderer, beliefert er darüber hinaus auch andere TV- und Radio-Sender mit Interviews und Videos und gewährt exklusive Einblicke ins „WM-Leben“ der deutschen Spieler, Trainer und Funktionäre.

Vollwertiges Mitglied der Mannschaft

Die morgendliche Pressekonferenz findet – corona-bedingt – virtuell statt, um keinen „Eindringling“ in die „Blase“ zu haben. Die Interviews danach führt Klein. „Ich übernehme die Aufgabe der Journalisten“, erläutert der frühere Mitarbeiter von Radio Siegen, dessen Kamera in der Zeit von 10 bis 12 Uhr auf Hochtouren läuft. Danach eilt er an den Laptop im Hotelzimmer, um verschiedene Social-Media-Kanäle mit Beiträgen zu bespielen.  Nach der Mittagspause geht’s mit dem Team per Bus zum Training oder zum Spiel. Die Fahrt zur Halle in Kairo dauert eine Stunde. Bis zur unmittelbaren Spielvorbereitung, so die Absprache mit Bundestrainer Alfred Gislason, darf Klein sich in der Kabine aufhalten, erst dann soll er sie verlassen. Nach dem Spiel darf er wieder rein – egal, ob nach Sieg oder Niederlage. „Ich werde als vollwertiges Mitglied der Mannschaft wahrgenommen“, erklärt Klein, der das als großen Vertrauensbeweis ansieht.

Heinevetter schrieb der Oma

Anfangs, erzählt er, sei er noch kritisch beäugt worden. Mit der Zeit habe sich das aber komplett gewandelt. „Die gemeinsamen Erlebnisse in den vergangenen Jahren schweißen zusammen. Die Jungs kennen meine familiären Verhältnisse und ich kenne ihre familiäre Situation“, sagt Klein, der an den deutschen Handballern vor allem deren Bodenständigkeit schätzt. „Mit ihnen kann man über die ganz normalen Themen des Lebens sprechen, weil sie einen ganz normalen Alltag haben. Das sind ganz normale Menschen, von denen einige sogar meine Freunde geworden sind“, verrät Klein, der im „wahren Berufsleben“ in der Unternehmenskommunikation der Krombacher Brauerei beschäftigt ist.Den meisten Kontakt hat er zu Torwart-Routinier Silvio Heinevetter. „Das ist ein ganz netter, kollegialer Typ. Der hat meiner Oma sogar schon mal eine Grußbotschaft zum Geburtstag geschickt“, plaudert Klein aus dem Nähkästchen. Am längsten kennt (und schätzt) er Kapitän Uwe Gensheimer. „Ein Schnack mit ihm ist immer interessant, weil seine Aussagen sehr reflektiert sind“, sagt Klein, der immer am Puls der Spieler ist.

Den WM-Alltag dokumentieren

Die vertreiben sich die Zeit im Hotel mit Darts spielen (Klein: „Immer, wenn sie einen brauchen, der es nicht kann, darf ich mitspielen“), an der Mini-Tischtennis-Platte, mit Brettspielen („Schach liegt hoch im Kurs“) oder chillen einfach nur in der Sonne. Klein ist immer dabei, immer mittendrin und dokumentiert den Alltag der Spieler während des WM-Turniers.Das begann für die deutsche Mannschaft erfolgreich. Was traut Klein „seinen“ Jungs bei dem Turnier zu? „Im Viertelfinale sehe ich uns auf jeden Fall. Danach ist alles drin“, orakelt der Mann aus dem Siegerland, das zumindest Fabian Böhm seit 2019 nicht mehr mit dem Sauerland verwechselt... Uwe Bauschert

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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