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Kommentar
Coming-out im Fußball: Starkes Zeichen

SZ-Redakteur Uwe Bauschert.

Eigentlich sollte das Coming-out von Stephan Vitt im Deutschland des 21. Jahrhundert nicht mehr der Rede wert sein. Doch tatsächlich zählt das Milieu, in dem er sich bewegt, zu den wenigen, in denen eine derartige Mitteilung noch eine wirkliche Nachricht darstellt. Vitt ist Fußballer, er kickt für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaan-Marienborn in der C-Kreisliga und erklärte nun im Rahmen einer Pressekonferenz, schwul zu sein.

„Na und?“, ist man angesichts einer liberalen, offenen und von Diversität geprägten Gesellschaft geneigt zu fragen. Im Fußball existiert jedoch noch immer ein Männlichkeitskult, der homosexuelle Kicker viel zu oft zu einem (menschenunwürdigen) Versteckspiel zwingt.

Eigentlich sollte das Coming-out von Stephan Vitt im Deutschland des 21. Jahrhundert nicht mehr der Rede wert sein. Doch tatsächlich zählt das Milieu, in dem er sich bewegt, zu den wenigen, in denen eine derartige Mitteilung noch eine wirkliche Nachricht darstellt. Vitt ist Fußballer, er kickt für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaan-Marienborn in der C-Kreisliga und erklärte nun im Rahmen einer Pressekonferenz, schwul zu sein.

„Na und?“, ist man angesichts einer liberalen, offenen und von Diversität geprägten Gesellschaft geneigt zu fragen. Im Fußball existiert jedoch noch immer ein Männlichkeitskult, der homosexuelle Kicker viel zu oft zu einem (menschenunwürdigen) Versteckspiel zwingt.

Unter Fußballern müssten sich im Schnitt genauso viele homosexuelle Menschen befinden wie in der restlichen Gesellschaft. Doch die von der Hetero-Norm abweichenden Spieler trauen sich nicht, ihre sexuelle Gesinnung zu offenbaren – aus Angst vor Verunglimpfungen von Gegenspielern, Mitspielern, Zuschauern oder nicht zuletzt in den Sozialen Medien.

Umso bewundernswerter ist der Mut von Stephan Vitt, an die Öffentlichkeit zu gehen, um das Thema Homosexualität im Fußball zu enttabuisieren. Der Unterstützung seiner Mannschaftskameraden und seines Vereins 1. FC Kaan-Marienborn darf er sich sicher sein. Sie stehen zu ihrem (Mit-)Spieler – Homosexualität hin oder her. Das ist gut so, wichtig und richtig. Denn für die eigenen Gefühle sollte sich im Deutschland des Jahres 2021 niemand mehr schämen müssen – auch nicht im Fußball.

Stephan Vitt hat eine Tür aufgemacht, durch die ihm andere schwule Kicker hoffentlich folgen werden. Dann ist es vielleicht auch im Fußballbereich bald gar nicht mehr so lange hin, bis ein Coming-out nicht mehr der Rede wert sein wird. Besser heute als morgen!

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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