Deutsche Jugend-Meisterschaften der Leichtathleten:
Dank „Videobeweis“ noch Silber für StG Olpe/Fretter

In der Klasse U 20 drittschnellste Läuferin über 400 Meter: Brenda Cataria-Byll.
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rege Ulm. Zwar ohne Titel, aber mit immerhin fünf Medaillen kehrten die heimischen Leichtathleten von den Deutschen Jugend-Meisterschaften, die zum Leidwesen der Sportler witterungsbedingt mehrfach unterbrochen werden mussten, aus Ulm zurück. Eine davon glänzt in Silber. Nachdem sich die 4 x 100-m-Staffel der Startgemeinschaft Olpe/Fretter bei der weiblichen Jugend U 18 am Freitag zunächst über die Bronzemedaille gefreut hatte (SZ berichtete), rückten die Sauerländerinnen nachträglich noch auf den 2. Platz vor, da die ursprünglichen Siegerinnen, das erste Team der Startgemeinschaft Team Sachsen Anhalt, aufgrund einer Behinderung beim Wechsel disqualifiziert wurde. Ebenfalls auf dem Siegerpodest standen Eric Klöckner (SZ berichtete), Henri Schlund, Brenda Cataria-Byll und Amelie Braun, die jeweils Bronze holten.

Dass das Olper Staffel-Quartett bei der späten Siegerehrung noch mit Silber ausgezeichnet wurde, hatte die StG ihrem eigenen „Videobeweis“ zu verdanken. „Wir haben Protest eingelegt, da eine Läuferin des zunächst siegreichen Teams über unsere Bahn gelaufen ist. Unsere Startläuferin Emma Rehse musste daraufhin ausweichen und die schon gestartete Annica Deblitz neu anlaufen. Das hat uns mindestens drei Zehntelsekunden gekostet. Wir hatten den Wechsel mit dem Tablet gefilmt und haben das Video dann dem Schiedsgericht vorgelegt. Die Sache war eindeutig. Trotzdem ist sie etwas ärgerlich, wenn man bedenkt, dass uns nur vier Hundertstelsekunden zum Titel fehlten“, schilderte der 1. Vorsitzende des SC Olpe, Karl-Heinz Besting, den für die Sauerländerinnen nervenaufreibenden Freitagabend.

Der für Bayer Leverkusen startende Schlund lief in der Klasse U 20 über 400 m Hürden auf den 3. Rang. Dabei wäre für den Oberheuslinger sogar noch mehr drin gewesen. Der Siegerländer kämpfte im Endlauf wacker und lag bis zur letzten Hürde auf dem 2. Platz. Dann kam er allerdings aus dem Rhythmus, rettete in 55,47 Sekunden aber noch die Bronzemedaille. Zuvor hatte er im Vorlauf einen nahezu fehlerfreien Lauf abgeliefert und sich in Top-Form präsentiert. Henri Schlund rannte im ersten von zwei Vorläufen weit vor dem Rest des Feldes und steigerte seine persönliche Bestzeit auf 53,54 Sekunden.

Ebenfalls über die Stadionrunde hatte sich die beim CLV Siegerland groß gewordene Brenda Cataria-Byll in der Klasse U 20 für die „Deutschen“ qualifiziert, allerdings über die 400 Meter ohne Hürden. Nachdem die für die LG Olympia Dortmund startende Siegerländerin die Strecke im Halbfinale in 55,66 Sekunden zurück gelegt hatte, verbesserte sie sich im Endlauf auf 55,24 Sekunden. Am Ende fehlten ihr nur 15 Hundertstelsekunden zur Silbermedaille. Jenny Otterbach (LG Kindelsberg Kreuztal) belegte im gleichen Wettkampf den 10. Platz. Sie lieferte hervorragende 390 Meter ab, kam dann ins Straucheln, blieb in 56,84 Sekunden knapp über ihrer persönlichen Bestleistung und verpasste das Finale nur um 15 Hundertstelsekunden.

Zu einer weiteren Bronzemedaille in der Klasse U 20 lief Amelie Braun, die sich während ihres Wettkampfs über 100 m Hürden kontinuierlich steigerte. Nach 14,32 Sekunden bei ihrem Vorlaufsieg war sie im Halbfinale schon eine Zehntelsekunde schneller und im Endlauf war sie noch einmal sieben Hundertstelsekunden flotter – nach 14,15 Sekunden überquerte die Wilnsdorferin die Ziellinie. Auch sie schrammte nur knapp – genau gesagt um neun Hundertstelsekunden – an der Vizemeisterschaft vorbei. „Das war eine Super-Leistung von Amelie. Wir sind zufrieden und stolz. Sie hat ein gutes Abitur gemacht und konnte verletzungsbedingt nicht durchgehend trainieren. Sie ist eine Fleißbiene und dafür belohnt worden“, würdigt CLV-Trainer Armin Kring den Medaillenlauf von Braun.

In Medaillennähe lief auch Annica Deblitz (SC Olpe): Sie sprintete bei der weiblichen Jugend U 18 über 100 Meter in 12,10 Sekunden auf den 4. Platz. Die drei Erstplatzierten blieben allerdings unter zwölf Sekunden und waren somit nicht in Reichweite. „Ziel war das Erreichen des Finales. Sie ist als Achte ins Finale rein gelaufen und dann als Athletin des jüngeren Jahrgangs noch auf den 4. Platz nach vorn gelaufen. Sie hat sich unglaublich gefreut und war richtig aus dem Häuschen. Das sind die Momente, für die sich die jahrelange Arbeit lohnt“, war auch Besting die Begeisterung anzumerken.

U-20-Athlet Luis Vieweg, der die 100 Meter bereits am Freitag hinter sich gebracht hatte, rannte im über 200 Meter in 21,67 Sekunden auf den 7. Platz. Nach fünf Rennen an zwei Tagen war der „Akku“ des Plettenbergers ein wenig leer.

Lucas Moritz Schuhen, der sich bei der Jugend U 18 in 49,85 Sekunden für das 400-m-Finale qualifiziert hatte, konnte im Endlauf nicht mehr ganz an diese Leistung anknüpfen. Der Nachwuchssportler der LG Sieg wirkte im Finale etwas entkräftet und benötigte diesmal 50,76 Sekunden. Der 7. Rang war dennoch sein bisher größter Erfolg bei einer DM. Im Donaustadion waren am Ende sogar sechs Starter des B-Finales schneller als Schuhen.

Dazu zählte auch Alexander Lind: Nach einem enttäuschenden Vorlauf (50,98 Sek.) und der gerade noch so geschafften „Quali“ für das B-Finale trumpfte der Läufer der SG Wenden in selbigem dann ganz groß auf: „Endlich ist er mal mutig angelaufen und schon nach 200 Metern war er vorn. Und dieses Tempo konnte er halten und ist nicht auf der Zielgeraden eingebrochen“, berichtet Trainer Egon Bröcher begeistert vom Rennverlauf. Lind verbesserte seine persönliche Bestzeit um mehrere Zehntelsekunden und lief in 49,51 Sekunden als Erster über den Zielstrich. Schon im Winter hatte Bröcher ihm prophezeit, dass er in dieser Saison die 50-Sekunden-Marke unterbieten würde.

Auch Britta Kebschull (LG Sieg) überraschte positiv. Die LGS-Athletin steigerte ihren bisherige Bestweite beim Hammerwurf der Klasse U 20 um mehr als zwei Meter auf 48,48 Meter. Sie verbesserte aber nicht nur ihre persönliche Bestmarke, sondern auch den Frauen-Kreisrekord im Kreis Altenkirchen. Dieser bescherte ihr bei der Jugend-DM bei 19 Teilnehmerinnen den vorher nicht erwarteten 10. Platz.

Nicht so gut wie erhofft lief es für Emma Rehse (SC Olpe) bei der Jugend U 18 über 200 Meter. Leistenprobleme und damit verbundene Schmerzen sorgten dafür, dass für sie nicht Vollgas geben konnte und statt der erhofften Topplatzierung mit einem Mittelfeldplatz vorlieb nehmen musste.

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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