Wasserspritzer-Debatte
"Das hat mich persönlich sehr getroffen"

RSV Ferndorfs Ehrenmitglied Klaus-Jürgen Müller (l.) und sein Schwimmpartner Marcus Helmes hoffen auch weiterhin darauf, im Hallenbad in Dahlbruch wieder in gewohnter Weise ihre Trainingseinheiten absolvieren zu dürfen.
  • RSV Ferndorfs Ehrenmitglied Klaus-Jürgen Müller (l.) und sein Schwimmpartner Marcus Helmes hoffen auch weiterhin darauf, im Hallenbad in Dahlbruch wieder in gewohnter Weise ihre Trainingseinheiten absolvieren zu dürfen.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Dahlbruch. Der SZ-Bericht "Zu viele Wasserspritzer - Verein greift durch" sorgt nach wie vor für Aufregung. Jetzt hat sich Klaus-Jürgen Müller, einer der beiden "Betroffenen", zu Wort gemeldet und auf die Stellungnahme des Reha-Sportvereins (RSV) Ferndorf reagiert.

Zur Erinnerung: Der RSV Ferndorf hatte bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr beschlossen, die beiden oberschenkelamputierten Schwimmer Klaus-Jürgen Müller (seit 2008 Ehrenmitglied des Vereins) und Marcus Helmes in ihren Trainingsmöglichkeiten im Hallenbad in Dahlbruch zu beschneiden. Zur Begründung hieß es seinerzeit in einem Schreiben des 1. Vorsitzenden Wolfgang Holle an Müller, die Mitglieder der Wassergymnastik-Gruppe des RSV Ferndorf fühlten sich während der gemeinsamen Trainingsstunde durch das "schnelle und spritzende Schwimmen" von Müller und Helmes gestört. Und, so Holle weiter: „Die Anzahl der Teilnehmer an der Wassergymnastik mit einer Verordnung nimmt erfreulicherweise zu – und damit auch der Platzbedarf."

Aufgrund des SZ-Berichts bezog der Verein Stellung und warf Klaus-Jürgen Müller u.a. "an Verleumdung grenzende Aussagen" vor. 

Darauf wiederum reagierte nun Klaus-Jürgen Müller. Hier seine schriftliche Stellungnahme:

„Die Stellungnahme des Vorstandes des Reha-Sportvereins Ferndorf hat mich persönlich sehr getroffen. In dem Schreiben werden mir ,an Verleumdung grenzende Aussagen’ vorgeworfen, doch davon kann sicherlich keine Rede sein. Daran liegt mir im übrigen auch gar nichts. Zum einen hänge ich sehr an dem Verein, bei dem ich seit 1965 Mitglied und seit 2008 Ehrenmitglied bin und für den ich in verschiedensten Funktionen tätig war. Zum anderen liegt es mir fern, die aktuellen Vorstandsmitglieder zu diffamieren. Im Gegenteil: In der heutigen Zeit verdient es großen Respekt und Achtung, wenn sich Menschen überhaupt noch ehrenamtlich in einem Verein engagieren.

Mir und meinem Schwimmpartner Marcus Helmes geht es schlichtweg darum, dass wir unsere Trainingseinheiten im Hallenbad in Dahlbruch wieder so durchführen können, wie wir es jahrelang problemlos (!) machen konnten – also parallel zur Einheit der Wassergymnastik-Gruppe. Das ist unser Ansinnen, nicht mehr und nicht weniger. Dass wir damit nichts Unmögliches einfordern, haben uns die vielen Reaktionen auf den SZ-Artikel in den sozialen Medien und in persönlichen Gesprächen gezeigt, die ihr Unverständnis über die zuletzt praktizierte Vorgehensweise zum Ausdruck gebracht haben.

Zu einigen Punkten des Leserbriefs möchte ich aber noch kurz Stellung beziehen. Von einer Sonderbehandlung (finanzieller Art) war unsererseits nie die Rede. Anmerken möchte ich, dass es auch im Behindertensport üblich ist, Startgelder, Fahrt- und Übernachtungskosten von Vereinsseite zu tragen. Darüber hinaus sind die Kosten teilweise von dritter Seite mitgetragen worden. Auch ist es nicht richtig, dass Herr Helmes und ich auf einer abgesperrten Bahn schwimmen. Wir schwimmen hintereinander her und benötigen dazu etwa eine halbe Bahnbreite, sodass genügend Abstand zu den Damen oder Herren der Wassergymnastik-Gruppe vorhanden ist, damit diese sich nicht gestört fühlen müssten.

Auch die Aussage, dass ich beitragsfrei geführt werde, stimmt nicht. In der Satzung steht, dass auch Ehrenmitglieder Beitrag zu zahlen haben – und so ist es bei mir auch stets gewesen. Die letzte Abbuchung war am 19. März 2019.

Die Wassergymnastik dauert eine halbe Stunde, danach haben die Teilnehmer das Bad für eine Viertelstunde zur freien Verfügung. Nur durch eine Absprache mit dem Hallenbadpersonal können wir die letzte Viertelstunde (auch) noch zum Schwimmen nutzen.

Das Freibad Buschhütten hat mit der Sache überhaupt nichts zu tun. Da haben wir eher den Eindruck, dass sich die übrigen Badegäste daran erfreuen, wie wir schwimmen.

Zum Schluss meiner Ausführungen möchte ich noch einmal betonen, dass es mir und Herrn Helmes nicht darum geht, den Vorstand des Reha-Sportvereins Ferndorf bzw. die handelnden Personen in irgendeiner Weise zu diskreditieren. Als ehemaliger Ehrenamtler weiß ich nur zu gut, wie wichtig diese Funktionen für die Vereine und auch für die ganze Gesellschaft sind. Uns geht es um eine einvernehmliche Lösung – und mit ein wenig gutem Willen sollte das auch möglich sein. Wir stehen für Gespräche jederzeit zur Verfügung und würden uns sehr freuen, wenn von Seiten des Vorstandes Gesprächsbereitschaft signalisiert würde.“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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