SZ

Sven Michel kommt, sieht und trifft
"Das werde ich wohl nie vergessen"

Geschaut, Maß genommen, getroffen: Mit diesem überlegten Linksschuss erzielte Paderborns Angreifer Sven Michel (blau-schwarzes Trikot) das zwischenzeitliche 1:1 in der Partie gegen Bayer Leverkusen. Für den aus Alchen stammenden Offensivspieler der Ostwestfalen war es der erste Treffer in der 1. Fußball-Bundesliga.
  • Geschaut, Maß genommen, getroffen: Mit diesem überlegten Linksschuss erzielte Paderborns Angreifer Sven Michel (blau-schwarzes Trikot) das zwischenzeitliche 1:1 in der Partie gegen Bayer Leverkusen. Für den aus Alchen stammenden Offensivspieler der Ostwestfalen war es der erste Treffer in der 1. Fußball-Bundesliga.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Alchen/Paderborn. Er kam, sah und traf – und das beinahe sogar doppelt: SC Paderborns Angreifer Sven Michel gab bei der 2:3 (2:2)-Niederlage des Aufsteigers bei Bayer Leverkusen nicht nur sein Erstliga-Debüt, sondern erzielte auch gleich ein Tor in Deutschlands höchster Fußball-Liga. Ein sehenswertes war es obendrein: Nach einem Fehlpass von Leverkusens Julian Baumgartlinger im Mittelfeld schnappte sich der aus Alchen stammende Angreifer der Ostwestfalen die Kugel, eilte im ICE-Tempo Richtung Bayer-Gehäuse und schlenzte den Ball von der Sechzehner-Markierung mit seinem starken linken Fuß überlegt an Leverkusens Torwart Lukas Hradecky vorbei ins Tor.

ubau Alchen/Paderborn. Er kam, sah und traf – und das beinahe sogar doppelt: SC Paderborns Angreifer Sven Michel gab bei der 2:3 (2:2)-Niederlage des Aufsteigers bei Bayer Leverkusen nicht nur sein Erstliga-Debüt, sondern erzielte auch gleich ein Tor in Deutschlands höchster Fußball-Liga. Ein sehenswertes war es obendrein: Nach einem Fehlpass von Leverkusens Julian Baumgartlinger im Mittelfeld schnappte sich der aus Alchen stammende Angreifer der Ostwestfalen die Kugel, eilte im ICE-Tempo Richtung Bayer-Gehäuse und schlenzte den Ball von der Sechzehner-Markierung mit seinem starken linken Fuß überlegt an Leverkusens Torwart Lukas Hradecky vorbei ins Tor. Drin das Ding – und entsprechend groß die Freude bei dem 29-jährigen Siegerländer, der gerade einmal eine Viertelstunde für seinen ersten Erstliga-Treffer gebraucht hatte.

Um ein Haar – oder besser gesagt: um eine Hand – hätte der Alcher zehn Minuten später fast seinen zweiten Treffer folgen lassen. Doch seinen Schuss aus kurzer Distanz kratzte Leverkusens brasilianischer Außenverteidiger Wendell im Stile eines Top-Torhüters von der Torlinie. Die Pfeife von Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) blieb aber zum Entsetzen von Sven Michel stumm. Der Referee erkannte auf Vorteil für Paderborn, denn der Abpraller fiel Streli Mamba vor die Füße, und der Neuzugang des SC Paderborn drückte das Leder zum 2:2 über die Linie.

Sven Michel spielte in seiner ersten Partie im Fußball-Oberhaus 90 Minuten durch, aber trotz eines couragierten Auftritts stand am Ende eine knappe 2:3-Niederlage für ihn und den SC Paderborn zu Buche. – Im Interview mit der SZ sprach Sven Michel, der früher u. a. für seinen Heimatverein TuS Alchen, Fortuna Freudenberg, den SuS Niederschelden und die Sportfreunde Siegen auf Torejagd ging, über seine Gefühle nach dem ersten Torerfolg in Liga 1, denjenigen, dem er den Treffer widmete, sowie das „gestohlene“ zweiten Tor.

SZ: Herr Michel, verraten Sie uns: Wie war Ihr erstes Mal?
Sven Michel: „Es war etwas ganz Besonderes, zum ersten Mal in der 1. Bundesliga zu spielen und dann auch noch gleich zu treffen. Das werde ich wohl nie vergessen und wahrscheinlich irgendwann mal meinen Enkeln erzählen. Für mich persönlich war es ein Top-Einstand. Wenn wir noch einen Punkt geholt hätten, wäre es natürlich noch schöner gewesen.“
SZ: Wie haben Sie die Atmosphäre und das ganze Drumherum bei Ihrem ersten Erstliga-Spiel empfunden?
Michel: „Das war schon gut, in der ersten Liga ist alles eine Nummer größer. Die Atmosphäre wird auch künftig immer top sein, und da werden wir noch vor ganz anderen Kulissen spielen, wenn ich nur an Dortmund und die Gelbe Wand denke. Ich finde solche Atmosphären auf jeden Fall klasse. Das saugt man auf und das pusht einen.“

"Plötzlich war alles greifbar"

SZ: War die Anspannung vor Ihrem ersten Erstliga-Spiel größer als sonst?
Michel: „Die Anspannung nicht, aber die Vorfreude. Plötzlich war alles greifbar. Auf der Busfahrt vom Hotel zum Stadion habe ich zu meinem Mitspieler Kai Pröger gesagt: Junge, gleich geht’s los. Und wenig später ist es dann tatsächlich ernst geworden... (lacht). Nach dem Anpfiff war dann alles weg. Ich war in meinem eigenen Film drin. Da wollte ich nur noch abliefern, Gas geben und so gut Fußball spielen wie nur irgendwie möglich.“
SZ: Nach einer Viertelstunde trafen Sie zum 1:1-Ausgleich. Was ging da in Ihnen vor?
Michel: „Freude, pure Freude! Ich wusste: Das ist etwas ganz Besonderes. Das Tor habe ich meinem Vater gewidmet, der eigentlich im Stadion dabei sein wollte, aber aus gesundheitlichen Gründen leider nicht da sein konnte.“

"Ich dachte: Will der Wendell mich veräppeln"

SZ: Zehn Minuten später hätten Sie fast noch einen drauf gesetzt. Was ist Ihnen durch den Kopf geschossen, als der Leverkusener Wendell Ihnen Ihr zweites Tor „raubte“?
Michel: „Ich war total perplex. Ich dachte: Will der Wendell mich veräppeln, als er den Ball wie ein Weltklasse-Torwart von der Linie kratzte. Ich habe nur entsetzt zum Schiedsrichter geschaut. Dass Streli Mamba das 2:2 gemacht hat, habe ich im ersten Moment gar nicht mitbekommen, weil er in meinem Rücken stand. Ein Doppelpack in meinem ersten Erstliga-Spiel wäre das i-Tüpfelchen gewesen. So war es natürlich ärgerlich. Im Nachhinein fragt man sich dann, ob uns eine Rote Karte und ein Elfmeter als Konsequenz auf das Handspiel mehr geholfen hätte als der Treffer.“
SZ: Was nehmen Sie aus dem ersten Spiel in der 1. Bundesliga mit?
Michel: „Man hat gesehen, dass wir mit unserer Art Fußball zu spielen auch in der 1. Liga bestehen können. Wir haben Bayer Leverkusen Paroli geboten – und das ist eine echte Top-Mannschaft. Auf unserer Leistung können wir aufbauen. Mit ein bisschen Glück hätten wir einen Punkt holen können. Ich persönlich will im nächsten Spiel gegen Freiburg an meine Leistung anknüpfen – und, wenn möglich, mein zweites Erstliga-Tor schießen... (lacht).“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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