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Heikel Ben Meftahs 20-Stunden-Tage im Olympischen Dorf
Der Helfer der großen Jungs

Für Heikel Ben Meftah geht ein Traum in Erfüllung: Als Team-Manager der Basketball-Nationalmannschaft organisiert er in Tokio u.a. die Abläufe rund um um die Spiele, den Bustransport zur Trainingshalle oder die Mahlzeiten in der großen Mensa.
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  • Für Heikel Ben Meftah geht ein Traum in Erfüllung: Als Team-Manager der Basketball-Nationalmannschaft organisiert er in Tokio u.a. die Abläufe rund um um die Spiele, den Bustransport zur Trainingshalle oder die Mahlzeiten in der großen Mensa.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Tokio. Olympia mal anders. Wie für zahllose Sportler aus aller Herren Länder ging für Heikel Ben Meftah, Team-Manager der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele ein Traum in Erfüllung. Mit dabei zu sein, beim größten Sportereignis der Welt, das besondere Flair zu spüren im Athletendorf, Begegnungen mit absoluten Weltstars und krassen Außenseitern, die ebenso spannende Geschichten schreiben – all das ist dem Trainer des TV Freudenberg seit seiner Ankunft in Tokio vergönnt. Und doch ist die Zeit in der japanischen Hauptstadt eine Gratwanderung: inspirierend, begeisternd, aber auch aufreibend, bis an die Belastungsgrenze und darüber hinaus fordernd.

„Das halten sicher nicht viele aus.

pm Tokio. Olympia mal anders. Wie für zahllose Sportler aus aller Herren Länder ging für Heikel Ben Meftah, Team-Manager der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele ein Traum in Erfüllung. Mit dabei zu sein, beim größten Sportereignis der Welt, das besondere Flair zu spüren im Athletendorf, Begegnungen mit absoluten Weltstars und krassen Außenseitern, die ebenso spannende Geschichten schreiben – all das ist dem Trainer des TV Freudenberg seit seiner Ankunft in Tokio vergönnt. Und doch ist die Zeit in der japanischen Hauptstadt eine Gratwanderung: inspirierend, begeisternd, aber auch aufreibend, bis an die Belastungsgrenze und darüber hinaus fordernd.

„Das halten sicher nicht viele aus. Man ist fast durchgängig auf Trab und muss alles im Blick behalten. Wenn ich meine Arbeit nicht mache, sieht es für andere schlecht aus“, erklärt Ben Meftah, den die SZ-Sportredaktion gegen Ende eines seiner strapaziösen 20-Stunden-Tage erreicht. Gegen 1 Uhr Ortszeit ist für den 47-Jährigen an Schlaf noch nicht zu denken.

Organisationstalent ist gefragt

Einen der Busse aus der riesigen Flotte zur nächsten Trainingseinheit chartern, die Buchung eines der begehrten Meetingräume, Medientermine, Dopingtests oder der Zeitpunkt der nächsten Mahlzeit: Im streng durchgetakteten Tagesablauf der deutschen Korbjäger muss Ben Meftah jede Menge Organisationstalent beweisen. „Die Spieler sind es gewohnt, dass ihnen viel abgenommen wird“, weiß der Team-Manager, der sich in seiner Rolle schon bei Weltmeisterschaften und zuletzt beim Qualifikationsturnier in Kroatien bewiesen hat und von Mannschaft und Trainerteam geschätzt wird.

Olympia ist aber natürlich eine andere Hausnummer. Besonders vor dem Auftaktspiel gegen Italien, das mit einer bitteren Niederlage endete (siehe Seite 20), mussten die Abläufe stimmen. Die richtige Kleidung lag durch Ben Meftahs Werk bereit, Bundestrainer Henrik Rödl stand ein passendes Whiteboard zur Verfügung und für Snacks in der Kabine war auch gesorgt.

Anpeitscher am Seitenrand

Mit dem Anpfiff wurde dann gewissermaßen ein Hebel umgelegt. Sind seine übrigen Tätigkeiten quasi auf jede der in diesem Jahr 33 olympischen Sportarten anwendbar, macht es bei Ben Meftah mit dem Sprungball „klick“. „Wir sind alles Vollblut-Basketballer“, so der Team-Manager, der direkt hinter der Reservebank sitzt und während der 40 Spielminuten eine andere Aufgabe ausfüllt. Emotionen statt Abgeklärtheit sind dann gefragt. „Es geht darum, Energie zu bringen, Leute zu pushen. Da bin ich sehr lautstark, das ist auch so gewünscht“, gibt Ben Meftah Einblick.

In der Saitama Super Arena verlor Deutschland das erste Vorrundenspiel gegen Italien.
  • In der Saitama Super Arena verlor Deutschland das erste Vorrundenspiel gegen Italien.
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Bei Nachteinbruch im Land der aufgehenden Sonne steht dem Team-Manager kein eigener Rückzugsort zur Verfügung. Ebenso wie die zwölf Spieler, die sich zwei Sechs-Mann-Appartments teilen, wohnt Ben Meftah mit fünf weiteren Mitgliedern von Staff und medizinischer Abteilung zusammen. Gemeinsam geht es täglich in die Trainingshalle, vorbei an den streng bewachten Kontrollpunkten vor dem Olympischen Dorf. „Es ist teilweise surreal, aber faszinierend“, beschreibt Ben Meftah die Panzersperren an den Zufahrtsstraßen zu den Unterkünften in der Tokio Bay, die von hohen Zäunen umgeben sind.

Begegnungen mit der Elite des Sports

Vor allem das Coronavirus soll draußen bleiben. „Auch wenn es im Dorf vereinzelt Fälle gibt, fühlen wir uns sicher“, so Ben Meftah. Deshalb herrscht innerhalb der „Mauern“ reges Leben. „Das ist ein bisschen wie Klein-New York, ein unglaubliches Portfolio an Menschen und Kulturen. Das wird nie langweilig“, findet der 47-Jährige. Bei Mahlzeiten in der gigantischen Mensa oder auf dem verzweigten Wegenetz sind Begegnungen mit anderen Sportlern möglich. „Alexander Zverev (Tennis, d. Red.) oder Dimitrij Ovtcharov (Tischtennis) habe ich schon getroffen, gerne mal kennenlernen würde ich Malaika Mihambo (Weitsprung)“, erzählt der Team-Manager der Basketballer.

Ein Traum ginge mit einem sportlichen Aufeinandertreffen mit den Superstars der USA in Erfüllung. Am Nebentisch in der Mensa können Kevin Durant und Co. nicht plötzlich auftauchen, denn der Gold-Favorit ist anderswo – deutlich luxuriöser – untergebracht.

"Wenn man aufsteht zur Nationalhymne, wenn die Gänsehaut wieder da ist, dann weiß man, wofür man es macht."
Heikel Ben Meftah
Team-Manager Basketball-Nationalmannschaft

Also muss Deutschland die K.o.-Runde erreichen. Bis dahin ist es ein weiter Weg, steht noch eine Menge Arbeit bevor. Für die deutschen Korbjäger auf dem Feld, für den Team-Manager drumherum. Schlaf wird es bis dahin wenig geben, Entspannung im 20-Stunden-Tag keinen Platz haben. Und doch sagt Heikel Ben Meftah: „Wenn man aufsteht zur Nationalhymne, wenn die Gänsehaut wieder da ist, dann weiß man, wofür man es macht.“

Für Heikel Ben Meftah geht ein Traum in Erfüllung: Als Team-Manager der Basketball-Nationalmannschaft organisiert er in Tokio u.a. die Abläufe rund um um die Spiele, den Bustransport zur Trainingshalle oder die Mahlzeiten in der großen Mensa.
In der Saitama Super Arena verlor Deutschland das erste Vorrundenspiel gegen Italien.
Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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