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Für die E- bis G-Junioren
DFB bringt neue Spielformen auf den Weg

Die Bambini-Kicker im gesamten DFB-Bereich sollen ab der Saison 2024/25 in neuen Spielformen dem runden Leder hinterher jagen. Das Ziel dabei ist es, dass die Kinder mehr Ballkontakte haben und aktiver am Spiel teilnehmen.
  • Die Bambini-Kicker im gesamten DFB-Bereich sollen ab der Saison 2024/25 in neuen Spielformen dem runden Leder hinterher jagen. Das Ziel dabei ist es, dass die Kinder mehr Ballkontakte haben und aktiver am Spiel teilnehmen.
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sz/krup Frankfurt. Der DFB-Bundesjugendtag hat sich einstimmig für die verbindliche Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball ausgesprochen. Die Regelung soll mit Beginn der Saison 2024/2025 bundesweit in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt sollen die veränderten Spielformen, die im Kern kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vorsehen, die bisherigen Wettbewerbsangebote in der G-, F- und E-Jugend als feste Formate ablösen. Den offiziellen Beschluss dazu fasst der DFB-Bundestag 2022 am 11. März.

Der DFB-Bundesjugendtag ist mit seiner Empfehlung dem Jugendausschuss und Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball gefolgt. Vorausgegangen war eine zweijährige Pilotphase, an der sich alle 21 Landesverbände mit zahlreichen Fußballkreisen und Vereinen beteiligt haben.

sz/krup Frankfurt. Der DFB-Bundesjugendtag hat sich einstimmig für die verbindliche Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball ausgesprochen. Die Regelung soll mit Beginn der Saison 2024/2025 bundesweit in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt sollen die veränderten Spielformen, die im Kern kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vorsehen, die bisherigen Wettbewerbsangebote in der G-, F- und E-Jugend als feste Formate ablösen. Den offiziellen Beschluss dazu fasst der DFB-Bundestag 2022 am 11. März.

Der DFB-Bundesjugendtag ist mit seiner Empfehlung dem Jugendausschuss und Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball gefolgt. Vorausgegangen war eine zweijährige Pilotphase, an der sich alle 21 Landesverbände mit zahlreichen Fußballkreisen und Vereinen beteiligt haben. Das flächendeckende Ausrollen der Spielformen soll nun etappenweise erfolgen, ehe die neuen Regelungen ab Sommer 2024 in ganz Deutschland greifen.

Kleine Teams für die Kleinsten

In der G-Jugend (Bambini-Kicker) wird dann verbindlich im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore gespielt. In der F-Jugend wird ebenfalls das Drei-gegen-Drei empfohlen, alternativ ist auch ein Vier-gegen-Vier oder Fünf-gegen-Fünf möglich. In der E-Jugend wird fest zum Fünf-gegen-Fünf bis maximal Sieben-gegen-Sieben übergegangen, in dieser Altersklasse erfolgt auch der stufenweise Übergang zum Einsatz von Kleinfeldtoren und Torhütern.

Um den Leistungsdruck zu minimieren und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund zu rücken, wird in der G- und F-Jugend keine Meisterschaftsrunde ausgetragen. Stattdessen sind Spielenachmittage und Festivals mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern vorgesehen. Integriert in die Spielformen ist ein Rotationsprinzip mit festen Wechseln der Spielerinnen und Spieler, um allen Kindern Einsatzzeiten zu ermöglichen. Wichtigstes Ziel der Reform in den Altersklassen U 6 bis U 11 ist es, mit einer kindgerechten Art des Fußballs den Spaß am Spiel nachhaltig zu fördern. Den Kickern werden mehr Aktionen und persönliche Erfolgserlebnisse ermöglicht.

Ziel: Vereine an der Basis langfristig stärken

Ronny Zimmermann, zuständiger DFB-Vizepräsident für Kinder- und Jugendfußball, sagt: „Die neuen Spielformen sollen allen auf dem Platz so häufig wie möglich die Chance geben, den Ball selbst am Fuß zu haben. Sie sollen aktiv am Spiel teilnehmen und möglichst viele Tore schießen. Deshalb wird auf kleinere Teams, viel Abwechslung und zum Teil vier Tore gesetzt. Diese Maßnahmen sollen die individuelle sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen auf spielerischem Weg fördern, ihre Begeisterung für den Fußball verstärken und sie so als langfristige Mitglieder an die Fußballfamilie binden. Wir müssen wie Kinder denken, nicht wie Erwachsene. Nur Kinder, die Spaß und Freude am Spiel entwickeln, werden dem Fußball erhalten bleiben. Die Reform soll den gesamten Fußball und seine Vereine an der Basis langfristig stärken.“

Die veränderten Spielformen fördern die Selbstständigkeit der Spielerinnen und Spieler und minimieren das Coachen durch die Trainer und die Einflussnahme der Eltern auf das Nötigste. Die Kinder lernen, verstärkt eigene Lösungen zu finden. Der neue Modus bringt mit sich, dass mehr Spiele verloren und gewonnen werden, sodass Kinder den Umgang mit Siegen und Niederlagen noch besser erlernen.
Eine aktuelle Umfrage im Amateurfußball-Barometer hat die Wichtigkeit der Ziele, welche die Reform des Kinderfußballs verfolgt, noch einmal unterstrichen. Den Wunsch, dass Kinder möglichst viel Spaß am Spiel haben sollen, teilen nahezu alle der rund 5200 befragten Personen aus dem Amateurfußball. Mehr als 99 Prozent von ihnen halten dies für wichtig oder sehr wichtig.

Ähnlich stark gewichtet werden die Vorhaben, dass Kinder Fairplay erleben (95 Prozent), möglichst viele Ballaktionen haben (93 Prozent) und altersgerecht Fußball spielen (90 Prozent). Dass der Nachwuchs durch Zwischenrufe der Eltern weniger gestört werden soll, bezeichnen 89 Prozent als wichtig oder sehr wichtig.

Zwischen Begeisterung und Skepsis

Das Votum des DFB-Bundestags, die Spielformen bei den E- bis G-Junioren grundlegend zu verändern, sorgt in der heimischen Fußball-Szene für kontroverse Diskussionen, wie die folgenden Statements von Übungsleitern aus dem entsprechenden Altersbereich zeigen:

Stefan Petri (F-1-Trainer bei der JSG Altenhof-Wenden)
„Wir haben bereits einen Probespieltag nach der neuen Spielform absolviert, da hatte ich das Gefühl, dass die Kinder nicht so viel Spaß hatten. Alles war recht unübersichtlich, auch für die zuschauenden Eltern, und als Trainer soll man ja auch nicht mehr so viel coachen. Man benötigt zudem viele Leute, die anpacken, um die Spielfelder aufzubauen. Ich vermute aber, dass das eine Sache der Gewöhnung ist – wenn die jetzt nachkommenden Jahrgänge komplett mit diesem neuen System aufwachsen, werden sie auch damit klarkommen. Grundsätzlich halte ich dieses unter dem Aspekt der Ausbildung für wichtig und richtig – für die Kinder wird das Spiel intensiver, sie haben mehr Ballkontakte und sind stärker eingebunden. Eigentlich ist dieses drei gegen drei oder fünf gegen fünf Fußball pur. Problematisch sehe ich allerdings das Spiel ohne Torhüter, denn auch die Kleinsten wollen sich schon gern mit den erwachsenen Fußballern vergleichen, und da ist ein Torwart natürlich elementar.“

Alexander Betz (F-1-Trainer und Koordinator E- bis G-Junioren beim TSV Weißtal)
„Endlich! Endlich wird allen Kindern die Möglichkeit gegeben, sich im Spiel weiterzuentwickeln. Endlich hat jedes Kind die Möglichkeit, Erfolgserlebnisse im Spiel zu haben. Endlich kann jedes Kind am Spiel teilnehmen. Die neuen Spielformen schaffen eine Variabilität im Spiel, die wir bisher nicht kannten. Alle Kinder einer Mannschaft können am Wochenende spielen, gegen ähnlich entwickelte Kinder und in Spielformen, die ihren Stärken entsprechen. Viel mehr Ballkontakte für alle, viel mehr Abschlüsse und die Technik eines jeden Kindes kann sich verbessern. Die Veränderung ist die Antwort des Jugendfußballs auf die große Konkurrenz anderer Sportarten. Der Spaß muss in diesem Alter im Vordergrund stehen. Diese Veränderung bietet die Chance, die Kinder langfristig durch Spaß an unseren Lieblingssport Fußball zu binden!“

Sascha Gernand (F-1-Trainer bei der JSG Laasphe-Niederlaasphe-Puderbach)
„Reformen gegenüber verschlossen bin ich nicht, aber ich befürchte, dass das Salz in der Suppe verloren gehen wird. Auf Tabellen im F-Jugend-Bereich kann man sicherlich noch verzichten, aber eine gewisse Zielorientierung schadet nicht. Die Kinder fiebern ihrem Wettkampf am Wochenende entgegen und wollen einen Leistungsvergleich – und sie wollen auch auf das komplette Tor schießen, diesen Tenor habe ich ganz losgelöst von meiner eigenen Meinung aus Gesprächen mit Eltern und Trainerkollegen herausgehört. Ich verstehe den Ansatz des DFB, sich schon bei den Jüngsten breiter aufzustellen, um weniger Kinder zu verlieren. Allerdings bin ich gespannt bis skeptisch, ob die Reformen nicht zum gegenteiligen Effekt führen werden, weil Kinder die Lust am Spiel verlieren werden. Es ist ein schwieriges Thema, letztlich gleicht jede Prognose einem Blick in die Glaskugel.“

Anke Pfeifer (Bambini-Trainerin bei der SG Mudersbach/Brachbach)
„Dass es eine Veränderung geben soll, finde ich gut. Bei den neuen Spielformen haben die Kinder mehr Spielzeit, und da nach jedem Durchgang die Felder getauscht werden, dürften weitgehend ausgeglichenere Spiele stattfinden. Die Umsetzung könnte teilweise etwas schwierig werden,wenn nur ein Trainer/Betreuer da ist und auf mehreren Feldern gespielt wird. Die Vereine müssen dann natürlich noch einige Anschaffungen tätigen wie Tore usw. Kleinere Felder und Tore finde ich gut – allerdings glaube ich, dass es für die G-Junioren schwierig ist, auf vier Tore zu spielen und dann noch auf Mittellinie und Schusszone zu achten.“

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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