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Jurzo und Eckstein als Nachwuchstrainer
"Die Jungs haben schon was drauf..."

Andreas Jurzo (links) und Mattis Eckstein von der TG Friesen Klafeld-Geisweid engagieren sich nicht nur als ehrgeizige Turner im Bundesliga-Team der SKV, sondern trainieren auch den hoffnungsvollen Nachwuchs in Dreis-Tiefenbach.
  • Andreas Jurzo (links) und Mattis Eckstein von der TG Friesen Klafeld-Geisweid engagieren sich nicht nur als ehrgeizige Turner im Bundesliga-Team der SKV, sondern trainieren auch den hoffnungsvollen Nachwuchs in Dreis-Tiefenbach.
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krup Dreis-Tiefenbach. Bei der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV) engagieren sich zwei junge Bundesliga-Athleten von der TG Friesen Klafeld-Geisweid seit Sommer im doppelten Sinne: Andreas Jurzo (22) und Mattis Eckstein (20) sorgen nicht nur für Lokalkolorit im Erstliga-Team, das mit dem Einzug ins Liga-Finale abermals ein Highlight in einem besonders schwierigen Sportjahr gesetzt hat. Darüber hinaus trainieren die beiden Eigengewächse als Nachfolger des erst im August 2019 engagierten Rainer Weishaar den hoffnungsvollen Turner-Nachwuchs im Landesleistungszentrum in Dreis-Tiefenbach.

krup Dreis-Tiefenbach. Bei der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV) engagieren sich zwei junge Bundesliga-Athleten von der TG Friesen Klafeld-Geisweid seit Sommer im doppelten Sinne: Andreas Jurzo (22) und Mattis Eckstein (20) sorgen nicht nur für Lokalkolorit im Erstliga-Team, das mit dem Einzug ins Liga-Finale abermals ein Highlight in einem besonders schwierigen Sportjahr gesetzt hat. Darüber hinaus trainieren die beiden Eigengewächse als Nachfolger des erst im August 2019 engagierten Rainer Weishaar den hoffnungsvollen Turner-Nachwuchs im Landesleistungszentrum in Dreis-Tiefenbach.

Jurzo: "Aufgabe bereitet mir Spaß"

Im Falle von Andreas Jurzo war eine „1“ hinter dem Komma der Ausschlag gebende Faktor für sein Engagement als Nachwuchscoach: „Ich möchte ein Studium in Sportmanagement in Köln aufnehmen. Da ich den Numerus Clausus dafür mit meiner Note von 2,1 um ein Zehntel verpasst habe, bin ich im Wartesemester. Als unser Präsident Reimund Spies mich angesprochen hat, ob ich mir ein Trainerengagement im Nachwuchsbereich vorstellen könne, habe ich gerne zugesagt, weil ich nun die Zeit dafür hatte – und diese Aufgabe bereitet mir auch viel Spaß“, erläutert der in Buchen lebende Boden- und Sprung-Spezialist. Jurzo, der als Fünfjähriger unter der Anleitung von Trainer Sascha Münker mit dem Kunstturnen begann, im Alter von 16 bis 18 Jahren in einem kurzen „Fußball-Intermezzo“ beim VfL Klafeld-Geisweid dem runden Leder nachjagte und dann als 18-Jähriger den Weg zurück an die Turngeräte fand, kümmert sich bei der SKV um den älteren Nachwuchs – sprich: die Talente von der AK 10 bis zur AK 13/14, wobei auch der 15-jährige Fabio Valido als Ältester seiner Trainingsgruppe angehört. „Bis dato war es so, dass entweder Sebastian Bock, Daniel Uhlig, Nico Ermert, Mattis Eckstein oder ich uns das Training unserer Jüngsten aufgeteilt haben. Das war aus meiner Sicht aber nicht optimal, denn jeder von uns hat einen anderen Plan, einen anderen Ansatz. Im Sinne einer Kontinuität für die Kinder ist es besser, wenn sie einen festen Ansprechpartner als Trainer haben, denn sie haben ja auch daheim nicht jeden Tag einen anderen Vater oder eine andere Mutter“, bemüht „Andi“ ein anschauliches Bild.

Wenn der „normale“ Trainingsrhythmus greift, trainiert Andreas Jurzo von 13 bis 16.15 Uhr seine eigenen Übungen für das Bundesliga-Programm, anschließend steht er ab 16.30 Uhr dem Nachwuchs als Trainer zur Verfügung. „Das ist alles streng durch getaktet, aber ich habe ja jetzt morgens Zeit“, schmunzelt der Buchener, der am 30. Dezember sein 23. Lebensjahr vollendet. „Ich habe auch meine eigenen Ziele für die Liga – ohne Disziplin und Selbstorganisation geht das nicht. Sicherlich ist das sechsmal wöchentlich ein ambitioniertes Programm, aber als Turner ist man an Stress gewöhnt...“
Bei seinen Schützlingen hat Jurzo eine Menge Potenzial ausgemacht: „Die Jungs haben schon was drauf, keine Frage. Durch die Corona-Pause ist aber viel verloren gegangen, das müssen wir jetzt möglichst schnell aufholen. Wir wollen die Übungen stabilisieren und immer weiter schwierige Elemente einbauen.“

Jurzo hat bereits vor vier Jahren seine Trainer-C-Lizenz erworben und peilt für das kommende Jahr die B-Lizenz an. „Ob ein Trainerposten für später mal in Frage kommt, kann ich jetzt noch nicht beantworten. Fakt ist, dass es bundesweit nur relativ wenige Kunstturn-Trainer mit der entsprechenden Qualifikation gibt, folglich ist es für die Vereine immer schwer, einen Trainer zu finden. Die Aufgabe ist auch durchaus spannend und reizvoll, aber Priorität wird zunächst einmal mein Studium genießen.“

Eckstein: "Möchte Verein etwas zurückgeben"

Für den jüngsten Nachwuchs der SKV ist indes sein Bundesliga-Teamkollege Mattis Eckstein verantwortlich, der seit Sommer sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Siegerländer Kunstturn-Bundesligisten absolviert. Er hat die Kinder der AK-Stufen 7 bis 9 unter seinen Fittichen, mit denen er vier Mal wöchentlich jeweils zweieinhalb Stunden trainiert.

Der 20-jährige Geisweider, der zuvor in der Verbandsliga für den TV Langenei-Kickenbach an die Geräte ging, feierte in dieser Saison sein Bundesliga-Debüt, beim 49:21-Triumph über Aufsteiger Eintracht Frankfurt kam er am Sprung auf 12,75 Punkte. Im Halbfinale in Wetzgau, das die SKV stark ersatzgeschwächt mit 15:61 verlor, turnte das jüngste Teammitglied an den Ringen und wiederum am Sprung.

„Als ich die Gelegenheit dazu bekam, habe ich mich sehr gern für die SKV engagiert, weil ich mich als Teil dieser Familie fühle und dem Verein etwas zurückgeben möchte. Außerdem arbeite ich gern mit Kindern zusammen“, erklärt der Birlenbacher, der 2019 sein Abitur an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule „baute“, seinen Einsatz als Trainer.

„Bei meiner Gruppe der Jüngeren war es tatsächlich so, dass sie fast auf dem gleichen Leistungsstand wie zuvor aus der Corona-Zwangspause zurückgekommen sind – sie haben aber auch viel Home-Workout gemacht und sind richtig fit. Ich bin begeistert vom Leistungsvermögen, das die Jungs haben“, lobt Eckstein, der erst mit fast 17 Jahren ins Leistungsturnen einstieg und deshalb nach eigenem Bekunden „einen völlig anderen Blickwinkel“ habe als Andi Jurzo, „der eine ganz andere turnerische Grundausbildung hat als ich und dessen technisches Wissen dem meinen um Meilen voraus eilt.“

Spies: "Eine Win-win-Situation"

So viel Bescheidenheit und Demut ehrt den angehenden Sportstudenten natürlich, und eben diese Bodenhaftung, die für Jurzo gleichermaßen gilt, wissen die SKV-Verantwortlichen zu schätzen: „Wir sind sehr glücklich, dass wir die beiden haben. Andreas und Mattis leisten gute Arbeit, gehen mit viel Idealismus und Einsatzfreude an ihre Aufgabe heran. Ich betrachte ihr Engagement als eine Win-win-Situation, denn für die beiden ist die Trainertätigkeit für unseren Nachwuchs sicherlich eine gute Vorbereitung für ihr anstehendes Studium“, freut sich auch SKV-Präsident Reimund Spies.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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