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Erster Saisonsieg für Jacqueline Lölling
Die Königin vom Königssee

"Jacka" Lölling, hier nach dem Heimrennen in Winterberg, durfte gestern ihr erstes Siegerinterview in dieser Saison geben.
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  • Foto: Jost-Rainer Georg
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

geo Königssee. Jetzt ist sie wieder die „Königin vom Königssee“! Fast genau vier Jahre nach ihrem Weltmeistertitel auf der gleichen Bahn feierte Jacqueline Lölling aus Brachbach gestern Mittag im Kunsteiskanal am Königssee ihren ersten Weltcup-Sieg in diesem noch nicht ganz optimal laufenden Weltcup-Winter. Entscheidend war gestern zur High-Noon-Zeit in Oberbayern die Konstanz der Brachbacherin, die im Gesamt-Weltcup gleichzeitig ihre Chancen auf einen Treppchenplatz verbesserte.
Denn während mit Tina Hermann und der Russin Elena Nikitina zwei Konkurrentinnen im 2. Lauf entscheidend patzten und beinahe sogar gestürzt wären, lieferte die 25-jährige Siegerländerin einen blitzsauberen 2. Lauf ab und schob sich durch ihre Laufbestzeit von 51,07 Sekunden von Platz 3 nach dem 1.

geo Königssee. Jetzt ist sie wieder die „Königin vom Königssee“! Fast genau vier Jahre nach ihrem Weltmeistertitel auf der gleichen Bahn feierte Jacqueline Lölling aus Brachbach gestern Mittag im Kunsteiskanal am Königssee ihren ersten Weltcup-Sieg in diesem noch nicht ganz optimal laufenden Weltcup-Winter. Entscheidend war gestern zur High-Noon-Zeit in Oberbayern die Konstanz der Brachbacherin, die im Gesamt-Weltcup gleichzeitig ihre Chancen auf einen Treppchenplatz verbesserte.
Denn während mit Tina Hermann und der Russin Elena Nikitina zwei Konkurrentinnen im 2. Lauf entscheidend patzten und beinahe sogar gestürzt wären, lieferte die 25-jährige Siegerländerin einen blitzsauberen 2. Lauf ab und schob sich durch ihre Laufbestzeit von 51,07 Sekunden von Platz 3 nach dem 1. Lauf noch ganz nach oben aufs Podium.

Hermann zur Halbzeit mit Bahnrekord vorne

Bei guten äußeren Bedingungen hatte Lokalmatadorin Tina Hermann im ersten Durchgang mit einem neuen Bahnrekord (50,93 Sek.) die Duftmarke des Tages gesetzt. Die startschnellste Russin Elena Nikitina reihte sich mit 15 Hundertstelsekunden, Lölling mit 30 Hundertstelsekunden Rückstand dahinter ein. Vierte war zu diesem Zeitpunkt die im Gesamt-Weltcup führende Österreicherin Janine Flock, die bis zur letzten Zwischenzeit noch vor Lölling gelegen hatte, am Ende aber zwei Hundertstel langsamer war.
Im 2. Lauf wurde Flock aber nur Sechste, womit die Chancen für die in den bisherigen sechs Weltcup-Läufen nur zweimal Dritte gewordene Lölling auf einen Treppchen-Platz massiv stiegen. „Heute ist mein Plan endlich mal aufgegangen, nachdem ich in dieser Saison viel gehadert, nachgedacht und ausprobiert habe. Ich bin entspannt auch in den 2. Lauf gegangen und habe einfach mein Ding gemacht, freute sich „Jacka“ im Ziel über einen Königssee-Coup.

Schwere Patzer im Labyrinth

Sowohl Nikitina als auch die als Letzte an den Start gehende Hermann leisteten sich danach gröbste Schnitzer. Tina Hermann, die sogar eineinhalb Sekunden verlor und am Ende insgesamt nur Zehnte wurde, meinte frustriert: „Ich hab gemerkt, da hat es geknallt, und dann hat es mich durchs Labyrinth gedrückt. Ich bin eigentlich sogar froh, dass ich wenigstens noch auf dem Schlitten geblieben bin. So etwas passiert, schade, dass es auf meiner Heimbahn gewesen ist!“
Jacqueline Lölling war indes ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen: „Ich habe nach dem 1. Lauf gemerkt: ja, Platz 2 ist drin. Das Labyrinth war heute entscheidend. Wie man da reinkommt, ist immer eine Millimeter-Entscheidung. Bei mir und Anna Fernstaedt ist es gut gegangen, die beiden anderen hat es leider erwischt. Zum Glück sah es schlimmer aus, als es dann war, und niemand hat sich verletzt. Mir ist das hier auch schon passiert, aber heute hat einfach wirklich alles gepasst.“

Janine Flock vor Gesamt-Weltcupsieg

Die erwähnte und mittlerweile für Tschechien fahrende Fernstaedt schob sich durch ihren sauberen 2. Lauf sogar noch vor Janine Flock und feierte ihr bestes Weltcup-Resultat ihrer Laufbahn. Flock wurde Dritte, Nikitina Fünfte und Hermann nur Zehnte, gerade noch vor der Thüringer Saison-Debütantin Sophia Griebel, die Platz 11 belegte.
Janine Flock ist durch den Hermann-Patzer der Gesamt-Weltcupsieg nun kaum noch zu nehmen, zumal das Final-Rennen am kommenden Freitag auf ihrer Heimbahn in Innsbruck-Igls ausgetragen wird. Flock führt im Gesamt-Weltcup nach sieben Durchgängen mit 1485 Punkten. Sie war in diesem Winter auch bislang die einzige Fahrerin, die konstant immer einen Treppchen-Platz belegte. Zweite ist Tina Hermann (1339), die nun aber vor dem Innsbruck-Finale den Atem ihrer Verfolgerin aus Brachbach im Nacken verspürt, denn „Jacka“ Lölling bekam für ihren ersten Saisonsieg 225 Punkte gutgeschrieben und festigte zumindest Platz 3 mit jetzt 1321 Zählern. Wer am kommenden Freitag von den beiden deutschen Rivalinnen die Nase im internen Vergleich vorne hat, wird sich den Silberplatz sichern.

"Jacka" vor WM im Aufwärtstrend

Nach dem Weltcup-Finale in Tirol bereiten sich die Skeletonis wie auch die Bob-Piloten auf die Weltmeisterschaften in Altenberg vor, die vom 5. bis 14. Februar in Sachsen ausgetragen werden. Die Erzgebirgler, die bereits 2020 die letzte WM ausgetragen hatten, waren als Ersatzort für Lake Placid eingesprungen, nachdem die Amerikaner aufgrund der Corona-Pandemie die Titelkämpfe im Sommer zurückgegeben hatten.
Titelverteidigerin Tina Hermann dürfte in den insgesamt vier Durchgängen am 11. und 12. Februar (Donnerstag und Freitag) wieder als Favoritin ins Rennen gehen, aber der Saisonverlauf zeigt auch einen bemerkenswerten Trend auf: „Jacka“ Lölling kam nur langsam in Fahrt, wurde nach Platz 8 und 7 in Sigulda in Innsbruck-Igls Sechste und Dritte, danach Vierte in Winterberg und Dritte in St. Moritz. Platz 1 gestern war dann eine Ansage zur rechten Zeit!

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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