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Nach 23 Jahren Pause
Die Kreisliga "spricht" wieder!

Neue Kopfleiste, bewährtes Format: Die Kreisliga "spricht" wieder!
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krup Siegen. Nach 23 Jahren Abstinenz "spricht" die Fußball-Kreisliga wieder!
Spielervater heilt den Referee: Um ein Haar wäre am Sonntag die A-Kreisliga-Partie zwischen dem TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf und der SG Siegen-Giersberg (2:5) frühzeitig beendet worden. Der junge Schiedsrichter hatte schon in der ersten Halbzeit Kreislaufprobleme und die Begegnung daraufhin unterbrechen müssen. Wie gut, dass ein Mediziner auf dem Sportplatz am Höhwäldchen anwesend war. Torsten Kiel, Vater des Giersberger Spielers Alexander Kiel, leistete umgehend Erste Hilfe und machte den Unparteiischen so fit, dass dieser das A-Liga-Duell nach einer kurzen Pause weiter pfeifen konnte. Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass ausgerechnet der Filius des schnellen Retters in der Not, Alex Kiel, in der 52.

krup Siegen. Nach 23 Jahren Abstinenz "spricht" die Fußball-Kreisliga wieder!
Spielervater heilt den Referee: Um ein Haar wäre am Sonntag die A-Kreisliga-Partie zwischen dem TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf und der SG Siegen-Giersberg (2:5) frühzeitig beendet worden. Der junge Schiedsrichter hatte schon in der ersten Halbzeit Kreislaufprobleme und die Begegnung daraufhin unterbrechen müssen. Wie gut, dass ein Mediziner auf dem Sportplatz am Höhwäldchen anwesend war. Torsten Kiel, Vater des Giersberger Spielers Alexander Kiel, leistete umgehend Erste Hilfe und machte den Unparteiischen so fit, dass dieser das A-Liga-Duell nach einer kurzen Pause weiter pfeifen konnte. Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass ausgerechnet der Filius des schnellen Retters in der Not, Alex Kiel, in der 52. Minute das wohl entscheidende 3:1 für die Gäste vom „Sender“ markierte. Wem sonst hätte dieser „Game Winner“ wohl eher gebührt? Mit dem deutlichen Auswärtssieg, der sogar noch höher hätte ausfallen können, lieferten die Giersberger Kicker im übrigen genau das, was ihr neuer Trainer Christoph Spies von ihnen gefordert hatte: Spürbare Wiedergutmachung für die vorangegangene 1:4-Heimschlappe gegen den Bezirksliga-Absteiger SV 1911 Setzen. Auch wenn man die Begleitumstände nicht unbedingt gebraucht hätte.
Nichts gesagt – aber „Gelb“! Eines der ersten Opfer der neuen Regel, nach der auch Trainer ab sofort mit Gelben und Roten Karten abgestraft werden können, war am Sonntag Uwe Krämer, Coach des B-Ligisten TuS 1900 Eisern. Schiedsrichter Serdar Birkan verwarnte Krämer bei der 2:3-Heimniederlage im „Schränke-Derby“ gegen die SpVg Neunkirchen 2. mit dem Gelben Karton, doch dieser beteuerte: „Ich habe gar nichts gesagt.“ Die Krux für die Übungsleiter ist aber, dass sie für alle Kommentare, die von der Bank erlauscht werden, den Kopf hinhalten müssen – ob sich nun der Co-Trainer, der Sportliche Leiter oder der Sponsor negativ äußert (wenn er denn auf der Bank Platz nehmen darf...). „So ganz stimmt das aber wohl nicht“, erläuterte Krämer, der mit seinem Ortsnachbarn Ralf Plate, einer echten Siegerländer Schiedsrichter-Legende, Rücksprache genommen hatte. „Normalerweise sollte sich der Unparteiische erst vergewissern, von wem genau der Kommentar gekommen ist – war es nämlich ein Ersatzspieler, so muss dieser die Gelbe Karte kriegen.“ Diese neue Regelauslegung könnte in Zukunft zumindest noch für ein bisschen Gesprächsstoff sorgen. Uwe Krämer jedenfalls schwant Übles: „Der einzige, der sich darüber gefreut hat, war unsere Mannschaftskasse. Gelb wegen Meckerns heißt zahlen, da kennen die Spieler kein Pardon. Ob ich das nun war oder nicht. Wenn das so weitergeht, werde ich diese Saison noch arm, oder ich muss mir einen Maulkorb verpassen. Für Trainer ist diese Auslegung sicherlich problematisch, wenn man dann praktisch gar keine Emotionen mehr zeigen darf – die gehören doch, im vernünftigen Rahmen natürlich, zum Fußball dazu.“
1. FC Dautenbach hadert mit Spielplan: Mit zwei Siegen gegen den TuS 1900 Eisern 2. (4:0) und bei CCS Siegerland (2:1) ist der FC Dautenbach glänzend aus den Startlöchern der Kreisliga C 1 gekommen. Wunschgemäß könnte man sagen, denn Trainer Harald Göllner (59) hatte sich mit seinem Team eigentlich den Aufstieg in die B-Liga fest vorgenommen und „eine Aufbruchstimmung und neue Begeisterung“ erzeugt, wie er im Gespräch mit der SZ erklärte. Mit Janik und Kim Münker (reaktiviert) sowie Jim Klenzmann (SV Eckmannshausen) und Lasse Jakobs (TuS Alchen) sind frühere Dautenbacher Jungs zum „Sender“ zurückgekehrt, außerdem kam Kevin Schneider vom Platznachbarn SG Siegen-Giersberg zum 1. FCD, der bis auf einen Abgang seine komplette Truppe beisammen halten konnte. Wenn da bloß nicht der Spielplan wäre, der es mit den Dautenbachern wahrlich nicht gut meint. Durch den Rückzug des TuS Alchen aus der Kreisliga A hat dort immer eine Mannschaft spielfrei – und gleich zehn Mal (!) spielt die jeweilige „2. Welle“ dieses Vereins am betreffenden Sonntag gegen – genau, den 1. FC Dautenbach. Hinzu kommen vier weitere Spiele gegen untere Teams von Fortuna Freudenberg und FC Eiserfeld, wenn deren Stammteams in der Bezirksliga turnusgemäß pausieren. „Letztendlich bedeutet dies für den 1. FC Dautenbach, dass wir in 14 von 30 Partien der C-Liga 1 unter diesen Voraussetzungen antreten müssen. Wir sind es unseren Mitgliedern, den Fans und natürlich in erster Linie unseren Fußballern schuldig, darauf zu reagieren. Solche Wettbewerbsnachteile können für einen „kleinen“ Stadtteilverein, wie wir es sind, existenzbedrohend sein. Spieler sehen ggf. keine Perspektive und keine Möglichkeiten, ihre sportlichen Ziele zu verwirklichen und verlassen den Verein, was dann unter Umständen eine Folgereaktion nach sich ziehen würde. Wir bitten Sie eindringlich, dies mit zu bedenken (...)“, schrieben der 1. Vorsitzende Thomas Bär und der 2. Vorsitzende Carsten Prudlo an den Kreisvorstand. Wie so oft im Leben ist der Sachverhalt allerdings wesentlich komplexer und komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint. So erläuterte Staffelleiter Andreas Oppermann in seiner Antwort die Problematik sehr ausführlich: „Spielpläne werden in jeder Saison nach dem sogenannten „harmonischen Schlüssel-Plan 1-L“ des DFB angesetzt. Konkret arbeiten wir mit dem Rahmenplan für 16er Gruppen. Es stehen uns also anfänglich bei einer 16er Gruppe 16 Schlüsselzahlen, nämlich 1-16, zur Verfügung. Diese verhalten sich unterschiedlich zueinander. Beispiel: Schlüsselzahl 1 zu 2 verhalten sich gegenläufig, sprich diese zwei Mannschaften haben keinerlei Überschneidungen bei den Heimspielen (...). Hier gibt es einiges zu koordinieren (...). Für den 1. FC Dautenbach ergibt sich danach aber ebenfalls noch eine „Sondersituation“: Der 1. FC Dautenbach teilt sich das Sportgelände mit der in A-Liga beheimateten SG Siegen-Giersberg. Wunschgemäß und traditionell möchte man keine gemeinsamen Heimspiele am gleichen Sonntag austragen. Also müssen auch hier sich gegenläufig verhaltende Schlüsselzahlen vergeben werden. Da der SG Siegen-Giersberg in der A-Liga die SZ 15 zugeordnet wurde, wird logischerweise dem 1. FC Dautenbach die SZ 16 zugeteilt. Jegliche andere Schlüsselzahl hätte zwangsläufig zu Überschneidungen bei den Heimspielen geführt. Da dem TuS Alchen in der A-Liga ebenfalls die SZ 16 zugeordnet und diese Mannschaft zum 6. August 2019 zurückgezogen wurde, hat der jeweilige Gegner, parallel zum 1. FC Dautenbach, spielfrei. Dass in diesem Spieljahr der Bezirksliga 5 generell nur 15 Mannschaften zugeordnet wurden und hier scheinbar die SZ 16 freigeblieben ist, entzieht sich komplett unserem Einflussbereich (...). Jede andere Mannschaft der Kreisliga C1, der die SZ 16 zugeordnet bekommen hätte, wäre nach gleichem Muster betroffen gewesen.“ Oppermanns Schlussfolgerung: „Die entstandende Problematik ist systembedingt und nicht personenabhängig.“ Somit muss der 1. FC Dautenbach diese bittere Pille wohl oder übel schlucken und erhielt am Sonntag schon mal einen ersten Vorgeschmack: Der VfL Klafeld-Geisweid verstärkte seine „2. Garnitur“ u. a. durch Sezgin Alperen Özdemir, der noch in der Saison 2018/19 stolze 19 Treffer zum Meisterstück der „Fürsten“ in der B-Liga beigesteuert hatte. Genau jener Özdemir traf nun in der 79. Minute zum 1:0-Sieg der Geisweider beim 1. FC Dautenbach, der dadurch seine erste Saisonniederlage erlitt.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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