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Großes SZ-Interview mit Darius Scholtysik
"Die Sportfreunde-Zeit war die schönste"

Die sportlichen Väter des Erfolges beim FC Zürich: Darius Scholtysik (l.) und André Breitenreiter.
  • Die sportlichen Väter des Erfolges beim FC Zürich: Darius Scholtysik (l.) und André Breitenreiter.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

mt Siegen/Zürich. Was für eine Erfolgsgeschichte: Im Sommer 2021 losgezogen und nur elf Monate später den Meistertitel mit dem FC Zürich eingetütet – und das nach langen 13 Jahren Durststrecke. Das ist die Erfolgsgeschichte von Darius Scholtysik, dem mit dem FC Zürich dieses überraschende Kunststück gelang. Der frühere langjährige Kapitän der Sportfreunde Siegen baute als „Co“ an der Seite von Cheftrainer André Breitenreiter eine Mannschaft auf, die den großen Serienmeistern FC Basel und Young Boys Bern nicht den Hauch einer Chance ließ und souverän den Titel holte. Wir sprachen mit „Scholty“ über diesen Coup sowie seine Siegener Zeit und eine mögliche Rückkehr in die Krönchenstadt.

Glückwunsch zum Meistertitel, Herr Scholtysik! Damit haben Sie Historisches geleistet.

mt Siegen/Zürich. Was für eine Erfolgsgeschichte: Im Sommer 2021 losgezogen und nur elf Monate später den Meistertitel mit dem FC Zürich eingetütet – und das nach langen 13 Jahren Durststrecke. Das ist die Erfolgsgeschichte von Darius Scholtysik, dem mit dem FC Zürich dieses überraschende Kunststück gelang. Der frühere langjährige Kapitän der Sportfreunde Siegen baute als „Co“ an der Seite von Cheftrainer André Breitenreiter eine Mannschaft auf, die den großen Serienmeistern FC Basel und Young Boys Bern nicht den Hauch einer Chance ließ und souverän den Titel holte. Wir sprachen mit „Scholty“ über diesen Coup sowie seine Siegener Zeit und eine mögliche Rückkehr in die Krönchenstadt.

Glückwunsch zum Meistertitel, Herr Scholtysik! Damit haben Sie Historisches geleistet. Ist Ihnen das schon bewusst?
Vielen Dank für die Glückwünsche. Dass wir etwas Historisches geleistet haben, war mir nach dem Gewinn der Meisterschaft noch nicht ganz bewusst. Es hat etwas gedauert, bis ich das realisiert hatte.

Nach der Dominanz des FC Basel (Meister von 2010 - 2017) und den Young Boys Bern (Meister von 2018 - 2021) haben Sie erstmals nach 2009 wieder eine Meisterschaft nach Zürich geholt. Wie ist der Erfolg einzuschätzen?
Ein großartiger Erfolg für alle Beteiligten. Überraschend, verdient und unvergesslich!

Überraschende Erfolge, so sagt man, sind doch immer die besten. Haben Sie den Triumph auch gebührend gefeiert?
Ja natürlich, wobei die Feierlichkeiten immer noch andauern und nach der Übergabe der Meistertrophäe werden wir mit den Fans und der Stadt Zürich bestimmt nochmal alles geben.

Sie waren bei Ihren Trainerstationen bei Eintracht Braunschweig und beim MSV Duisburg jahrelang Co-Trainer von Torsten Lieberknecht. Der ist seit Juni 2021 bekanntlich als Cheftrainer bei Zweitligist SV Darmstadt tätig. Warum hat er mit Ihnen seinen langen Wegbegleiter nicht mit nach Hessen genommen?
Er wollte mich mitnehmen. Ich hatte allerdings zu diesem Zeitpunkt noch eine gute Option, mit André Breitenreiter in Zürich zu arbeiten. Letztendlich haben wir uns als Familie für etwas Neues und Unerwartetes entschieden. Der Erfolg gibt uns Recht, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Häufig ist es so, dass die Cheftrainer Ihren ganzen Stab bei Ihren Stationen mitnehmen. Sie sind bei André Breitenreiter neu dabei. Wie kam der Kontakt zustande?
Wir haben uns zu der Zeit, als André bei Eintracht Braunschweig sein Praktikum zum Fußball-Lehrer absolvierte, kennengelernt. Der Kontakt wurde beidseitig über Jahre gepflegt und bevor wir uns einig geworden sind, dass wir zusammen arbeiten wollen, haben wir uns intensiv und detailliert über Fußball ausgetauscht.

Vor Ihrer Trainerkarriere haben Sie auch als Spieler über einen langen Zeitraum als Profi gelebt. Neben Bayer Uerdingen und Arminia Bielefeld haben Sie auch lange bei den Sportfreunde Siegen gespielt? Wie blicken Sie heute auf Ihre Siegener Zeit zurück?
Ja, das stimmt. Ich hatte das Glück, im Profibereich lange arbeiten zu dürfen und bin sehr dankbar dafür. Obwohl ich auch höherklassig aktiv war, war meine Zeit bei den Sportfreunden die schönste. Neben einigen großartigen Erfolgen mit dem Verein wurde mein Glück mit den Geburten meiner beiden Töchter im Siegerland gekrönt und wir fühlten uns mit der Familie hier überaus wohl.

In Ihren fünf Jahren in der Krönchenstadt gab es einige Highlights. Was war für Sie der größte sportliche Moment?
Neben den zwei Aufstiegen und zwei recht knapp verpassten Relegationsspielen in die 2. Bundesliga sicherlich die DFB-Pokal-Teilnahme, bei der wir bis zum Viertelfinale gekommen sind.

Sind in dieser Siegener Zeit auch Freundschaften entstanden?
Ja, natürlich. Die engsten und vertrautesten Freunde aus der damaligen Zeit sind die Familie Scherzer und die Familie Wolf, mit denen wir bis heute noch in regelmäßigen Abständen Zeit finden, gemeinsam schöne Momente zu verbringen.

Blicken Sie ab und an auch sportlich noch ins Siegerland und erkundigen sich, wie die Sportfreunde gespielt haben?
Ja. Insbesondere mit Maik und Scherzi quatsche ich über Siegerländer Fußball und die Sportfreunde.

Mittlerweile spielen die Sportfreunde in der Oberliga, also in der Fünftklassigkeit. Wie ist Ihre Einschätzung aus der Ferne? Kann der Verein nochmal in höhere Gefilde vorstoßen?
Das ist schwer zu sagen, denn die Entfernung und die eigene Beschäftigung nehmen viel Zeit in Anspruch. Ich traue aber definitiv den Sportfreunden Vieles zu. Bei dem Umfeld, den Fans und den schlummernden Möglichkeiten ist für SFS alles machbar.

Zum Schluss noch eine Frage, die natürlich kommen muss: Nach ihrer tollen Zeit mit schönen Erlebnissen und einigen richtig dicken Freundschaften: Sieht man Sie eines Tages als Trainer im schönen Siegerland wieder?
Im Moment bin ich absolut ausgefüllt und mehr als zufrieden mit meinem jetzigen Aufgabenbereich, aber wer weiß, wohin mein Weg noch führt.

Autor:

Marc Thomas

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