TV Freudenberg klettert in die Oberliga
"Dieser Aufstieg setzt Energie frei!"

Das Bild zeigt die Basketballer des TV Freudenberg nach einem ihrer 14 Saisonsiege in der Landesliga und dabei zentral in der Spielertraube (von links) Dominik Bretthauer, Paul Wirth, Jan Peter Schlund und Rene Ben Meftah.
  • Das Bild zeigt die Basketballer des TV Freudenberg nach einem ihrer 14 Saisonsiege in der Landesliga und dabei zentral in der Spielertraube (von links) Dominik Bretthauer, Paul Wirth, Jan Peter Schlund und Rene Ben Meftah.
  • Foto: Jasmin Burgis
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Freudenberg. Diese Entscheidung des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) löste beim TV Freudenberg Freude aus: „Nach heutiger Einschätzung ist es mehr als fraglich, ob nach den Osterferien ein geordneter Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Um den Vereinen dennoch eine gewisse Planungssicherheit zu geben, hat das Präsidium des WBV die Beendigung des Spielbetriebes in allen WBV-Jugendligen und den WBV-Seniorenligen unterhalb der Regionalliga Damen und der 1. Regionalliga Herren beschlossen. Der Abschluss des Spielbetriebes erfolgt mit Wirkung zum 12. März 2020. Die aktuellen Tabellen werden als offizielle Abschlusstabellen geführt.“
In der Praxis bedeutet dies, dass der TV Freudenberg, der nach 18 (von 22 vorgesehenen) Spielen den 2. Platz in der Männer-Landesliga 6 belegt, den Aufstieg in die Oberliga geschafft hat, da Spitzenreiter SV Haspe 3. nicht aufsteigen kann.

"Freude eingefärbt durch Quarantäne"

„Man freut sich, auch wenn diese Freude eingefärbt ist durch die häusliche Quarantäne - auf jeden Fall setzt dieser Aufstieg viel Energie frei“, sagte TVF-Trainer Heikel Ben Meftah im Gespräch mit der SZ, verriet aber auch, dass sich die Mannschaft am Freitagabend zu einer Videokonferenz zusammenschaltete, um zumindest virtuell gemeinsam zu feiern und auch über die neue Herausforderung zu sprechen.

Mit dem Sprung in die Oberliga – der Coach nennt dies ein „Abenteuer“ – ist der TV Freudenberg an seinem ersten Ziel angekommen: „Als ich mich 2013 beruflich umorientiert und meinen Job als Glaser aufgegeben habe, um mich zu 100 Prozent auf Basketball zu konzentrieren, war das mein Wunsch. Ich habe damals gesagt, dass es durchaus möglich ist, eine Männermannschaft aufzubauen, die bis in die Oberliga aufsteigen kann – ich bin aber nicht sicher, ob dieser Weg hier schon zu Ende ist“, sagte der 1974 in Gießen geborene Heikel Ben Meftah, den es als Sohn eines tunesischen Vaters und einer deutschen Mutter fünf Jahre später ins Siegerland verschlug.

Beim TV Jahn Siegen erlebte er zur Jahrtausendwende als Spieler die besseren Zeiten mit, 2013 trat er sein neues Amt als Team-Manager der deutschen Basketball-Nationalmannschaft an – und initiierte in seinem Heimatverein TV Freudenberg ein ebenso spanendes wie ambitioniertes Projekt. Im ersten Jahr marschierte das Team aus dem „Flecken“ durch die Kreisliga, in der Bezirksliga musste man zunächst dem TV Plettenberg den Vortritt lassen. „Danach gab es einen ersten großen Umbruch im Kader“, erinnert sich der seinerzeit noch als Spielertrainer tätige Heikel Ben Meftah. „Wir hatten nur sieben Spieler, waren aber eine ausgesprochen verschworene Gemeinschaft.“

"Da steckt viel Entbehrung drin"

So gelang erneut der Aufstieg, diesmal in die Landesliga. Auch hier verbesserte sich das Team stetig, über die Plätze 10 („Da haben wir mit Ach und Krach den Klassenerhalt geschafft“), 6, 4 und 3 kletterten die Freudenberger in dieser Spielzeit auf Rang 2, der nun auf Grund der Corona-Krise offiziell Bestand als „Abschluss-Wertung“ hat. „Die Mannschaft hat sich das verdient. Man kann tatsächlich sagen, dass wir das von langer Hand aufgebaut haben. Da stecken viel Schweiß, Blut und manche Entbehrung drin, du gehst natürlich auch durch Talsohlen“, beschreibt Ben Meftah die spürbare Entwicklung seines Teams.

Trainer-Söhne als große Stützpfeiler

Große Stützpfeiler des Aufstiegsteams sind seine Söhne Rene (25) und Miguel (21). „Es ist nicht leicht, aus dem Schatten meiner beiden Jungs zu treten, weil sie noch mehr trainieren, extrem für ihren Sport leben und schon sehr dominante Rollen im Gefüge einnehmen“, erläutert der Trainer, der aber im gleichen Atemzug sagt: „Jeder einzelne hat seinen Anteil an diesem Erfolg, und jeder soll auch in der Oberliga seine Spielzeiten erhalten. Wobei ich es für sinnvoll halte, dass wir eine 2. Männermannschaft in der Bezirksliga melden, denn so richtig weiterentwickeln kann man sich in dieser komplexen Sportart nur, wenn man immer wieder viele Spielminuten generiert – das wird unseren Akteuren gut tun, denn mit einem Altersschnitt von 22,5 Jahren haben wir eine sehr junge Truppe am Start.“

Da ist ein Freddie Zwinge mit seinen 30 Lenzen schon ein „alter Hase“, er reist zu jedem Training aus Engelskirchen an. „Er hat uns viel gegeben und manches Spiel entschieden – ich darf aber sagen, dass wir in unterschiedlichen Spielen unterschiedliche Helden hatten.“ Ob es nun die beiden „Flecker Origins“ Paul Wirth und Sebastian Trautmann waren, ob der früher beim TuS Fellinghausen spielende Kevin Lütz oder „Youngster“ Dominik Bretthauer (19) oder ein Noah Emrich, der in dieser Saison mit Zweitspielrecht auch für Dillenburg in der Junioren-Bundesliga agierte. Oder der Wilnsdorfer Colin Sahm, Jan Peter Schlund, Jona Knie, David Rott, Lennart Reusch, der für die letzten Partien reaktivierte „Oldie“ Heiner Fuß – sie alle sind Bestandteil des „Projekts Oberliga“, das jetzt im Zielbahnhof eingerollt ist. Vielleicht fährt der Zug aber auch schnell zur nächsten Station weiter, wer kann das heute schon sagen...?

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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