SZ

Darüber spricht die Kreisliga
"Dieses 15:0 sollte das Kopfkino ausschalten..."

Hendrik Stenschke (Bildmitte), hier noch im Trikot des VfB Burbach im einem Spiel bei Grün-Weiß Siegen, feierte am Sonntag als Trainer des TuS Deuz einen ebenso befreienden wie kuriosen 15:0-Sieg - ausgerechnet gegen seinen alten Verein VfB Burbach.
  • Hendrik Stenschke (Bildmitte), hier noch im Trikot des VfB Burbach im einem Spiel bei Grün-Weiß Siegen, feierte am Sonntag als Trainer des TuS Deuz einen ebenso befreienden wie kuriosen 15:0-Sieg - ausgerechnet gegen seinen alten Verein VfB Burbach.
  • Foto: Jost-Rainer Georg
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Deuz. Dieses Glücksgefühl wollte Hendrik Stenschke dann auch hautnah einatmen: Beim befreienden 15:0-Sieg des A-Kreisliga-Schlusslichts TuS Deuz am Sonntag gegen den VfB Burbach (die SZ berichtete) wechselte sich der Spielertrainer in der 85. Minute selbst ein. „Ich bin noch nicht hundertprozentig fit, aber diesen Befreiungsschlag wollte ich gern für ein paar Minütchen auf dem Platz aufsaugen“, schmunzelte Stenschke im Gespräch mit der SZ.

Der Coach des Bezirksliga-Absteigers, der den langjährigen Trainer Alex Müller nach dem 5....

krup Deuz. Dieses Glücksgefühl wollte Hendrik Stenschke dann auch hautnah einatmen: Beim befreienden 15:0-Sieg des A-Kreisliga-Schlusslichts TuS Deuz am Sonntag gegen den VfB Burbach (die SZ berichtete) wechselte sich der Spielertrainer in der 85. Minute selbst ein. „Ich bin noch nicht hundertprozentig fit, aber diesen Befreiungsschlag wollte ich gern für ein paar Minütchen auf dem Platz aufsaugen“, schmunzelte Stenschke im Gespräch mit der SZ.

Der Coach des Bezirksliga-Absteigers, der den langjährigen Trainer Alex Müller nach dem 5. Spieltag (1:3 gegen den TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf) ablöste und in den bisherigen sechs Partien unter seiner Regie lediglich drei Punkte hatte einfahren können, zeigte sich spürbar erleichtert, weiß den Paukenschlag aber auch sehr genau und nüchtern einzuordnen: „Dass wir beim TuS Deuz in einer sehr schwierigen Situation stecken, ist uns allen bewusst. Auch wenn es sich vielleicht doof anhört, hatten wir mit einer Kopfblockade zu kämpfen, die sich nun hoffentlich gelöst hat. Eine positive Entwicklung war in den letzten Trainingswochen nämlich durchaus schon erkennbar, nur haben die Resultate nicht gestimmt“, sagt Stenschke und führt als Paradebeispiel das 1:5 bei der SG Hickengrund an: „Das glaubt dir kein Mensch, wenn du sagst, dass wir das Spiel eigentlich hätten gewinnen müssen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten wir unfassbar viele Chancen zum 2:1-Führungstor, kassieren dann aber selbst das 1:2 – und danach sind die Köpfe wieder nach unten gegangen. In Gesprächen mit unseren Jungs habe ich festgestellt, dass viele ein Kopfkino hatten nach dem Motto: Jetzt haben wir so viel investiert und kriegen wieder nichts dafür, geht das schon wieder los.“ In anderen Begegnungen „haben wir entweder falsche Entscheidungen getroffen oder – wie beim 1:2 gegen Grün-Weiß Siegen – krasse individuelle Fehler gemacht, die uns um den Lohn der Mühe gebracht haben“, erkannte Hendrik Stenschke, dass „keine Mannschaft um Klassen besser war als wir.“

"Waren zwei, drei Klassen besser"

Insofern erwünscht er sich von diesem denkwürdigen Schützenfest eine gewisse Signalwirkung: „Ich hoffe, dass dieses 15:0 das negative Kopfkino nun ausschaltet. Bei uns hat nahezu alles geklappt, fast jeder Schuss war ein Treffer. Wobei das frühe 1:0 nach zwei Minuten wie ein Aha-Effekt daher kam. Danach sind wir in Sachen Selbstvertrauen komplett anders aufgetreten als in den Wochen zuvor und haben praktisch nichts zugelassen. Ich kenne meinen Trainerkollegen Ralf Stein und weiß genau, dass er uns nicht unterschätzt hat – aber vielleicht haben die Burbacher Spieler dies getan, wenn auch nur unterschwellig.“

Gleichwohl ist sich Stenschke, der in der vorigen Saison selbst noch für den VfB Burbach gespielt hatte, bewusst, dass dies nur der Anfang einer Serie sein kann, die der letztjährige Bezirksligist nun hinlegen muss. „Wir waren am Sonntag, aber wirklich nur auf dieses eine Spiel bezogen, zwei bis drei Klassen besser als der Gegner. Für uns war das ein schöner Spieltag, aber dieses 15:0 nützt uns nicht viel, wenn wir jetzt nicht nachlegen. Dieses Ergebnis bedeutet nicht, dass wir ab jetzt automatisch jedes Spiel gewinnen. Wir sollten also tunlichst auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Man muss jeden Sonntag viel arbeiten, um die Punkte zu holen, denn diese A-Liga ist wahnsinnig ausgeglichen. Für uns hat sich nicht viel verändert, wir stecken immer noch tief im Abstiegskampf. Wichtig für mich ist, dass unsere Spieler diesen annehmen“, sieht der Coach eine motivierte Mannschaft, die nun endlich mal „die zweifellos vorhandene Qualität im Kader“ (Stenschke) zum Vorschein brachte.

"Man könnte richtig Spaß haben, wenn..."

„Vor allem für unseren vierfachen Torschützen Jan Vitt hat es mich riesig gefreut, denn er hatte beim 1:5 im Hickengrund drei dicke Chancen nicht nutzen können und sich entsprechend geärgert. Aber auch andere Akteure, die dringend ein Erfolgserlebnis benötigt haben, konnten sich in die Torschützenliste eintragen“, berichtet Stenschke, der mit leichtem Galgenhumor nochmals auf die immense Ausgeglichenheit der A-Liga zu sprechen kam: „Man könnte richtig Spaß an dieser Saison haben – wenn man nicht ganz unten stehen würde...“ Aber seine Schützlinge haben ja soeben damit begonnen, diesen Zustand schon bald zu ändern.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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