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Harald Münker wird 75
Ein Leben für den TuS Ferndorf

Harald Münker prägte den Handball im TuS Ferndorf als Spieler, Trainer und Funktionär wie kein anderer vor und bislang nach ihm.
  • Harald Münker prägte den Handball im TuS Ferndorf als Spieler, Trainer und Funktionär wie kein anderer vor und bislang nach ihm.
  • Foto: Horst Schaumann
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

geo Ferndorf. Das Wetter sollte passen, die Terrasse hat er exakt vermessen, um sicher zu stellen, dass seine (leider nur) wenigen Gäste aus dem engsten Familienkreis genügend Abstand halten können in diesen so unangenehmen Corona-Zeiten. Harald Münker hat nie etwas dem Zufall überlassen. Schon gar nicht eine schwere Krankheit. „Deshalb halte ich mich streng und korrekt an die Regeln, auch an meinem 75. Geburtstag!“
"Voller Freude" über die EntwicklungUm keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Der Mann, der den Handball im TuS Ferndorf als Spieler, Trainer und Funktionär über sechs Jahrzehnte lange begleitet und vor allem geprägt hat wie kein anderer vor und nach ihm, erfreut sich auch an seinem 75. Geburtstag am 22. April sehr guter Gesundheit.

geo Ferndorf. Das Wetter sollte passen, die Terrasse hat er exakt vermessen, um sicher zu stellen, dass seine (leider nur) wenigen Gäste aus dem engsten Familienkreis genügend Abstand halten können in diesen so unangenehmen Corona-Zeiten. Harald Münker hat nie etwas dem Zufall überlassen. Schon gar nicht eine schwere Krankheit. „Deshalb halte ich mich streng und korrekt an die Regeln, auch an meinem 75. Geburtstag!“

"Voller Freude" über die Entwicklung

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Der Mann, der den Handball im TuS Ferndorf als Spieler, Trainer und Funktionär über sechs Jahrzehnte lange begleitet und vor allem geprägt hat wie kein anderer vor und nach ihm, erfreut sich auch an seinem 75. Geburtstag am 22. April sehr guter Gesundheit. „Das soll aber auch so bleiben, denn ich genieße es seit nunmehr acht Jahren als Dauerkarten-Inhaber voller Freude, mitzuerleben, was sich hier beim TuS Ferndorf weiter entwickelt hat in den letzten Jahren.“

"Mir geht das viel zu schnell"

Sagt einer, dessen Eltern bei der Geburt in den letzten Kriegstagen 1945 viel Mut und Tapferkeit beweisen mussten, um sich und die Kinder durch eine sehr schwere Zeit zu bringen, gerade auch im nördlichen Siegerland. Vielleicht haben ihn, den ausdauernden „Läufer“ im Feldhandball jene Erfahrungen aber auch geprägt, wenn er in diesen Tagen der „Öffnungsdiskussionsorgien“ vor seinem 75. Geburtstag kritisiert: „Mir geht das viel zu schnell. Die Leute werden schon zu wieder zu leichtsinnig. Wir müssen diszipliniert bleiben.“

"... kriegte den Arsch gehauen!"

Worte zu einem „stacheligen“ Virus, der die Welt in Atem hält. Worte aber auch, die wie die Faust aufs Auge zu dem Verein passen, der und den Harald Münker so nachhaltig prägte. In Ferndorf zählt nicht das Tempo von Entscheidungen sondern die Richtigkeit derselben. Und wer es mit der Disziplin nicht ernst nimmt, der kriegt dann eben was „hinten drauf“. Harald Münker schmunzelt: „Ich habe auch geturnt und mich leichtathletisch versucht. Aber als ich einmal von einem Fußballspiel nach Hause kam, da kriegte ich den Arsch gehauen....!“

Mit Lübking in der Auswahl

Fußball - nein, das geht in Ferndorf gar nicht. Schon gar nicht, wenn man Münker heißt. Mit Linkshänder Dietmar Münker („Der war eine Rakete“), mit Uli Münker und kurzzeitig auch mit Torwart Hans Münker, seinem Bruder, spielten in jungen Jahren sogar drei „Münkers“ in der „Ersten“ zusammen. Feldhandball natürlich, mit elf Spielern wie beim Fußball; nur eben - ganz wichtig - mit den Händen.  Als Zwölfjähriger kam Harald Münker zum TuS Ferndorf, spielte sich in der Jugend schnell in Kreis- und Westfalenauswahl. In der westdeutschen Jugend-Auswahl lief er zusammen mit dem unvergessenen Herbert Lübking im gleichen Trikot auf. Den „Grün-Weißen“ aus Minden-Dankersen traf er später auch in der Westfalen-Juniorenauswahl wieder.

"Ich wollte in der Bundesliga spielen!"

Ein Spiel prägte den Handballer Harald Münker dann für sein Leben: in der Dortmunder Westfalenhalle fand 1962 das Handball-Länderspiel Deutschland - Tschechoslowakei vor 11 000 Zuschauern statt. Das Vorspiel bestritt die Jugend-Westfalenauswahl gegen eine Westberliner Auswahl. Da der Gefoulte damals den Siebenmeter warf, durfte Harald Münker vor dieser für den Jungen aus dem Ferndorftal unglaublichen Kulisse den Siebenmeter werfen. „Ich habe drüber geworfen, aber mir war nach diesem Tag klar, dass ich selbst einmal in der Bundesliga vor so vielen Zuschauern spielen wollte.“
Und es klappte acht Jahre später mit dem Aufstieg des TuS Ferndorf in die Feldhandball-Bundesliga (1970) - wenn auch nur für ein Jahr. „Wir haben am Rosenkamp vor 4000 und mehr Zuschauern gespielt, in Hagen kamen 7500 ins Ischeland“, erinnert sich Münker, der zwar den Weg des Hallenhandballs auch noch als Spieler miterlebte, 1977 aber den Trainerschein erwarb - und sich an jenes Länderspiel in Dortmund erinnerte: „Ich wollte auch als Trainer nicht in der Kreissporthalle enden.“

Als Trainer Oberliga-Meister

Er begann die Übungsleitertätigkeit in der 2. Mannschaft, danach in der „Ersten“, mit der aufstieg und Meister in der Oberliga wurde. Aus beruflichen Gründen (Geschäftsführer bei Ford Hadem) legte Münker 1985 das Traineramt nieder. Als dann mit dem früheren Torwart Manfred Hambloch ein „Littfelder“ Abteilungsleiter wurde und dabei zur Bedingung machte, dass mit Harald Münker ein „Ferndorfer“ sein Stellvertreter wurde, begann nach der Trainertätigkeit die dritte TuS-Phase des Mannes, der zwar immer Ferndorfer blieb, aber schon seit mehr Jahren in Eichen lebt als jemals in seinem Heimatdorf. Und als Hambloch, der die Abteilung deutlich modernisierte und professionellere Strukturen einführte, 1999 nach dem Regionalliga-Abstieg sein Amt niederlegte, musste Münker ran - wer sonst?  Der Aufstieg des Dorfvereins ging weiter. „Früher fuhren wir nach Ostwestfalen und es stand nur die Höhe der Niederlage im Raum. Jetzt wollten wir in den Hochburgen des Handballs selbst gewinnen und taten es auch. Fast paradox: nach zwei Westdeutschen Meisterschaften legte Harald Münker 2012 mit dem erstmaligen Aufstieg des TuS Ferndorf in Deutschlands zweithöchste Spielklasse sein Amt in jüngere Hände.

Mit Dincic auf ein anderes Level

„Jede Epoche war schön, die als Spieler, als Trainer und die im Ehrenamt. Es hat mich sehr geprägt, wie wohlwollend die alten Ferndorfer den damals 17-Jährigen in der 1. Mannschaft aufnahmen. Ich habe viele Menschen ins Herz geschlossen und möchte nichts missen“, blickt der Jubilar an seinem heutigen Geburtstag zurück. Und erinnert sich an weitere Namen, die die Jahrzehnte mitgestalteten: Jörn-Uwe Lommel, Uli Wahl, Falk Uhlig, Andreas Herling oder „unsere ausländischen Trainer Libor Hrabal und Amund Toft; besonders aber Caslav Dincic, der den Handball beim TuS Ferndorf einfach auf ein anderes Level gehoben hat.“ Und natürlich auch Michael Lerscht, der den Verein nun nach fünf erfolgreichen Jahren als Trainer verlassen wird: „Er kam als junger Luftikus zu uns und ist in die Ernsthaftigkeit und ins Leben hineingewachsen. Michael ist ein tadelloser Kämpfer vor dem Herrn und zudem hoch intelligent. Auch ich wünsche ich ihm für die Zukunft alles Gute.“

Kein Blick in die Ferndorfer Zukunft

Ja, ja, die Zukunft: was sie dem Handball in Ferndorf wohl noch bringt? „Ich weiß es nicht, man sieht ja gerade, wie schnell sich alles ändern kann. Wer kann heute schon sagen, ob Schüler noch Zeit haben für den Sportverein und ob es gelingt, sie für den Handball zu begeistern?“  Na ja, zumindest werden sie in Ferndorf nicht zum „großen Bruder“ Fußball überlaufen ... - herzlichen Glückwunsch und alles Gute, Harald Münker, zum 75. Geburtstag!

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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