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Das sagen Verantwortliche zur 2-G-Regel
"Ein Schlag ins Gesicht des Amateursports"

Nur noch geimpfte oder genesene Fußballer dürfen ab sofort trainieren oder spielen - das stößt bei den Verantwortlichen heimischer Vereine auf ein geteiltes Echo.
  • Nur noch geimpfte oder genesene Fußballer dürfen ab sofort trainieren oder spielen - das stößt bei den Verantwortlichen heimischer Vereine auf ein geteiltes Echo.
  • Foto: Uwe Bauschert
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau/krup Siegen/Bad Berleburg/Altenhof. Das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat in einer Videokonferenz zusammen mit den Kreisvorsitzenden entschieden, die Saison im Amateurfußball wie geplant fortzusetzen. Die neue Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW), die am 24. November in Kraft trat, lässt dies unter Wahrung der 2-G-Regel zu.

Der Trainings- und Spielbetrieb kann unter Wahrung der 2G-Regel fortgesetzt werden und soll insbesondere Mannschaften mit einer guten Impfquote nicht einschränken. „Nach Abwägung der Möglichkeiten haben wir uns dazu entschieden, den geimpften Spielerinnen und Spielern weiter die Möglichkeit zu geben, ihrem Sport nachzugehen“, sagt der aus dem Siegerland stammende FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski.

ubau/krup Siegen/Bad Berleburg/Altenhof. Das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hat in einer Videokonferenz zusammen mit den Kreisvorsitzenden entschieden, die Saison im Amateurfußball wie geplant fortzusetzen. Die neue Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW), die am 24. November in Kraft trat, lässt dies unter Wahrung der 2-G-Regel zu.

Der Trainings- und Spielbetrieb kann unter Wahrung der 2G-Regel fortgesetzt werden und soll insbesondere Mannschaften mit einer guten Impfquote nicht einschränken. „Nach Abwägung der Möglichkeiten haben wir uns dazu entschieden, den geimpften Spielerinnen und Spielern weiter die Möglichkeit zu geben, ihrem Sport nachzugehen“, sagt der aus dem Siegerland stammende FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski.

„Es ist uns bewusst, wie groß die Herausforderung für die Vereine erneut bei der Umsetzung ist, gleichzeitig bietet es uns allen aber die Möglichkeit, die Saison fortzusetzen“, ergänzt Manfred Schnieders, im FLVW für den Amateurfußball verantwortlich. – Die Siegener Zeitung hat sich mit Trainern und Funktionären aus der heimischen Fußball-Szene über die neuen Verordnungen unterhalten:

Bernard Krasniqi (Trainer des SV Netphen): „Für mich persönlich ist das ein Schlag ins Gesicht des Amateursports, der durch die lange Pandemie ohnehin schon heftig gebeutelt ist und mit vielen Abmeldungen leben muss. Während Profis getestet werden können, dürfen bei uns nur noch geimpfte oder genesene Spieler teilnehmen – warum misst man da mit zweierlei Maß? Zwei bis drei Spieler werden uns dadurch zusätzlich wegbrechen, für Sonntag gegen Wahlbach werde ich einen sehr knappen Kader von 12, 13 Mann zur Verfügung haben. Diese Situation wird aber nicht nur uns, sondern auch viele andere Mannschaften knallhart treffen. Man spricht viel über Respekt im Fußball, aber wo bleibt da der Respekt, wenn man einem Amateurspieler die Ausübung seines Hobbys verweigert, ohne ihm die Möglichkeit eines PCR-Tests einzuräumen? Was die Kontrollen angeht: Da werden wir eine Person abstellen, die sich darum kümmern wird. Das einfachste wäre, wenn der FC Wahlbach uns eine Liste mit dem Impfstatus seiner Spieler zukommen lassen würde – aber das wäre dann wiederum unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes sehr problematisch. Ich würde es nicht wollen, dass meine persönlichen Daten so öffentlich einsehbar sind.“

Frank Nicodemus (Trainer SG Oberschelden): „Grundsätzlich hätte ich mir eher eine 3-G-Regelung oder einen früheren Gang in die Winterpause gewünscht. Auf der Arbeit sind wir acht Stunden zusammen und haben 3G, im Fußball geht es im eine deutlich kürzere Zeit unter freiem Himmel, da halte ich persönlich die aktuelle Regelung für übertrieben. Wir haben bislang ganz bewusst nicht in die Privatsphäre unserer Spieler eingegriffen, jetzt muss ich den Jungs aber auf den Zahn fühlen, weil ich ja wissen muss, wer mir anhand seines Impfstatus überhaupt zur Verfügung steht. Solch eine einschneidende Änderung mitten in einer Saison, in die man viel an Aufwand investiert hat, halte ich für schwierig.“

Markus Urner (Trainer SV Feudingen): „Nach meinem – noch ungeprüften – Kenntnisstand wird uns hoffentlich kein Spieler durch die Regelung wegbrechen. Das wäre angesichts unseres Lazaretts auch eine Katastrophe gewesen. Was den Vereinen organisatorisch zugemutet wird, ist schon eine ganz schöne Bürde. Das wird ein großer logistischer Aufwand, auch wenn wir mit der 1. Mannschaft bis Weihnachten kein Heimspiel mehr haben.“

Ronny Pelz (Trainer TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf): „Das Problem der nun noch kleineren Kader werden viele Vereine haben. Das Szenario ist lange genug angekündigt worden, aus meiner Sicht ist das auch richtig so. Man hätte das sogar viel früher durchsetzen sollen, da die Tendenz bei den Inzidenzen schon länger erkennbar war – wobei ich für beide Seiten Verständnis habe, auch für die Impfskeptiker. Bei der Kontrolle der Impfdaten habe ich etwas Bauchschmerzen: Kontrolle ist das eine, das Ganze auf Echtheit prüfen das andere. Natürlich bedeutet das alles einen Riesenaufwand. Wir sind in der glücklichen Lage, mit Benni Otto einen Corona-Beauftragten im Verein zu haben, der sich um alles kümmert.“

Ibrahim Yürekten (Sportlicher Leiter 1. FC Türk Geisweid): „Wir haben drei Spieler in der ersten Mannschaft, die 2 G nicht nachweisen können. Da wir auch mehrere verletzte bzw. angeschlagene Spieler haben, ist das natürlich bitter. Aber Stand heute gehe ich davon, aus, dass wir am Sonntag gegen Rüblinghausen antreten können. Bei der Durchführung der Einlasskontrolle sehe ich kein Problem. Für diese Aufgabe werden wir einen geeigneten Mann abstellen.“

Dominik Holterhof (Sportlicher Leiter FC Altenhof): „Einerseits finde ich es gut, dass weitergespielt wird. Andererseits stelle ich mir die Frage, was passieren wird, falls ein Spiel wegen Personalmangel abgesetzt und für den Gegner gewertet wird, und die Mannschaft, die bestraft wird, dann den Rechtsweg einschlägt. Ist das also alles hieb- und stichfest? Das bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen. Personell sind die Konsequenzen der neuen Regelung bei uns überschaubar. Nur ein Spieler ist nicht geimpft, ansonsten sind wir ,sauber’. Die Einlasskontrollen sind nicht ganz leicht umzusetzen. Wichtig wird sein, dass vor allem die Gäste-Anhänger ihren Personalausweis dabei haben, damit wir alles sauber zuordnen können.“

Autor:

Redaktion Sport aus Siegen

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