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Katharina Blach plant speziellen Ironman
Eine bemerkenswerte "Eisenfrau"

In Hamburg hat Katharina Blach 2019 ihren ersten Ironman erfolgreich absolviert. In diesem Jahr will die 25-jährige Rudersdorferin auf jeden Fall erneut die 226-Kilometer-Distanz bewältigen – notfalls innerhalb der Wilnsdorfer Gemeindegrenzen, falls das „Original“ in Hamburg am 21. Juni der Corona-Krise zum Opfer fallen sollte.
  • In Hamburg hat Katharina Blach 2019 ihren ersten Ironman erfolgreich absolviert. In diesem Jahr will die 25-jährige Rudersdorferin auf jeden Fall erneut die 226-Kilometer-Distanz bewältigen – notfalls innerhalb der Wilnsdorfer Gemeindegrenzen, falls das „Original“ in Hamburg am 21. Juni der Corona-Krise zum Opfer fallen sollte.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Rudersdorf. Das klingt nach einer ganz starken Geschichte: Einen Ironman zu bewältigen, ist an sich schon eine gewaltige sportliche Herausforderung: 3,8 Kilometer Schwimmen, anschließend 180 Kilometer Radfahren und zum Abschluss nochmal eben einen Marathonlauf von 42,195 km draufsetzen. Falls der „Eisenmann“ in Hamburg am 21. Juni im Zuge der Corona-Pandemie abgesagt werden sollte, wird die in Rudersdorf lebende Katharina Blach einen ganz speziellen Ironman im engen Dunstkreis von etwa einem Dutzend Kilometern absolvieren.

„Ich würde...

krup Rudersdorf. Das klingt nach einer ganz starken Geschichte: Einen Ironman zu bewältigen, ist an sich schon eine gewaltige sportliche Herausforderung: 3,8 Kilometer Schwimmen, anschließend 180 Kilometer Radfahren und zum Abschluss nochmal eben einen Marathonlauf von 42,195 km draufsetzen. Falls der „Eisenmann“ in Hamburg am 21. Juni im Zuge der Corona-Pandemie abgesagt werden sollte, wird die in Rudersdorf lebende Katharina Blach einen ganz speziellen Ironman im engen Dunstkreis von etwa einem Dutzend Kilometern absolvieren.

„Ich würde dann im Wilgersdorfer Badeweiher schwimmen – das wird trotz des Neoprenanzugs richtig, richtig kalt werden“, schmunzelt die 25-Jährige und fährt fort: „Danach würde ich von Wilgersdorf mit dem Rad nach Flammersbach und wieder zurück fahren, das Ganze ungefähr 20 Mal – und schließlich meine Heimstrecke von Rudersdorf nach Gernsdorf laufen. Das sind 6,2 Kilometer, also sieben Runden.“ Wamm, das sitzt, muss man erst mal sacken lassen.

Das wäre Katharinas „Plan B“, falls Plan A wirklich ins Wasser fallen sollte. Gänzlich von ihrem Vorhaben abbringen lassen wird sich die gebürtige Kredenbacherin freilich nicht, denn sie hat ihre persönliche Herausforderung einem guten Zweck untergeordnet – und der ist ausgesprochen persönlicher Natur. Katharina Blach, die mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt kam und seit 2019 mit dem schon zweiten Herzschrittmacher lebt, möchte mit ihrem sportlichen Kraftakt Spendengelder sammeln – zum einen für den Verein „Herzkinder“, zur anderen Hälfte für den zweijährigen Daniel, der im Klinikum in München-Großhadern seit mittlerweile gut 500 Tagen auf ein Spenderherz wartet. „Ich habe selbst schon so viel Hilfe im Leben gebraucht, dass ich sehr gern helfe, wenn ich es kann. Es gibt sicherlich Tausend Projekte auf der Welt, für die man sich engagieren kann – aber dieses liegt mir eben besonders am Herzen, weil ich Daniel und seine Mutter als ausgesprochen liebenswerte Menschen kennengelernt habe“, erläutert die dynamische und zielstrebige junge Frau, die im SZ-Gespräch als willensstarke und bewundernswerte Persönlichkeit rüberkommt.

Bei ihrem „Wilnsdorfer Gemeinde-Ironman“ hätte Katharina immer eine Person als „Oberaufsicht“ dabei, wie die gelernte Physiotherapeutin versichert: „Ich bin ja Triathletin im TVE Netphen, da wird sich schon jemand finden, der mich auf dem Rad begleitet oder mit mir läuft – zu zweit ist das ja erlaubt – und am Weiherrand wird auch jemand die Runden mitzählen...“

Wobei es der Ausdauersportlerin nicht um das Motto „schneller, höher, weiter“ geht: „Das ganze Projekt werde ich auf eigene Faust starten und ich weiß, was es bedeutet, eine Langdistanz zu beschreiten“, sagt Katharina und spielt damit auf ihre Ironman-Premiere vor einem Jahr in Hamburg an, die ihr eine Menge Strapazen, aber auch „ein unbeschreibliches Glücksgefühl“ beschert hat. „Die Zuschauer sind diejenigen, die dich ins Ziel schreien – allein dieses Fehlen wird also doppelt so hart. Aber ich weiß ja, wofür ich es mache. Ob ich es wirklich schaffen werde und am Ende in jeder Disziplin die volle Distanz gepackt habe, weiß ich nicht, ich werde aber natürlich alle Daten öffentlich zur Verfügung stellen.“

Es geht also nicht um Rekorde, sondern um eine im besten Sinne des Wortes „herzliche“ Aktion, in diesen Tagen wichtiger und wertvoller denn je. „Dass das nicht wie bei einem richtigen Ironman laufen kann, ist ja klar. Aber ich denke, dass Diejenigen, die bereit sind, mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen und vielleicht eine kleine Spende für Daniel und andere herzkranke Kinder beisteuern wollen, auch weniger auf die hundertprozentige Abwicklung des Renngeschehens als viel mehr auf das große Ganze und die erschwommenen, erradelten und erlaufenen Kilometer schauen“, erläutert Katharina Blach, die seit 1. März offiziell in der Markting-Abteilung der Ironman Germany GmbH angestellt ist. „Damit hat sich natürlich ein Traum erfüllt“, strahlt die 25-jährige „Eisenfrau“, die damit quasi ihr Hobby zum Beruf gemacht hat.

„Ob ich mit meiner Aktion etwas bewirke, weiß ich nicht, ich hoffe es aber. Für Unterstützung jeglicher Art, sei es für das Online-Teilen meines Vorhabens, durch Unterstützung am Renntag in Form einer Begleitung auf einer Teilstrecke oder eine kleine Spende bin ich unendlich dankbar – und ich denke, es wird auch Daniel und seine Mama sowie alle herzkranken Kinder, denen damit eine Freude bereitet werden kann, riesig freuen“, meint Katharina, die bereits elf Marathons bewältigt hat. Ihr zweiter Ironman wird eine Herausforderung der besonderen Art werden, eine ganz starke Geschichte.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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