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Silke Tegethof aus Büschergrund
Eine "Flachland-Tirolerin" bei der FIS

Nicht nur den Nordischen Kombinierern selbst wird es bei ihrem Sport manchmal ziemlich kalt ....
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  • Nicht nur den Nordischen Kombinierern selbst wird es bei ihrem Sport manchmal ziemlich kalt ....
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sz Zürich/Büschergrund. Als Silke Tegethof vor 16 Jahren zu Beginn ihres Studiums bei einem Praktikum in der Lokalredaktion der Siegener Zeitung vom Handwerk aller Journalisten ein wenig abschauen durfte, ahnte sie noch nicht, dass ihr beruflicher Werdegang die Büschergrunderin an einige der kältesten Orte der Welt, zumindest aber Skandinaviens, führen würde. Und wenn sie sich an den Wintersport-Schauplätzen im finnischen Kuusamo, am Holmenkollen bei Oslo im russischen Chaikovsky oder im estnischen Otepaa nach einem wärmenden Kaffee sehnt und vor Kälte ihre Zehen irgendwie schon nicht mehr spürt, fragt sie sich manchmal selber: „Ja, Beach-Volleyball wäre auch ganz nett gewesen....!

sz Zürich/Büschergrund. Als Silke Tegethof vor 16 Jahren zu Beginn ihres Studiums bei einem Praktikum in der Lokalredaktion der Siegener Zeitung vom Handwerk aller Journalisten ein wenig abschauen durfte, ahnte sie noch nicht, dass ihr beruflicher Werdegang die Büschergrunderin an einige der kältesten Orte der Welt, zumindest aber Skandinaviens, führen würde. Und wenn sie sich an den Wintersport-Schauplätzen im finnischen Kuusamo, am Holmenkollen bei Oslo im russischen Chaikovsky oder im estnischen Otepaa nach einem wärmenden Kaffee sehnt und vor Kälte ihre Zehen irgendwie schon nicht mehr spürt, fragt sie sich manchmal selber: „Ja, Beach-Volleyball wäre auch ganz nett gewesen....!“

"Schlechteste Skiläuferin der FIS"

Doch die Wahl-Rheinländerin und nach eigenem Bekunden „schlechteste Skiläuferin der FIS“ entschied sich zum großen Erstaunen ihrer Kommilitoninnen und Bekannten überwiegend aus dem rheinischen Flachland für einen Medienjob im Wintersport. „Ich komme ja so ein bisschen aus der Generation Martin Schmitt oder Sven Hannawald und hatte daher auch schon erste kleine Medienjobs nach meinem Studium im Wintersport,“ erinnert sich Silke Tegethof. Seit acht Jahren ist die mittlerweile in Zürich lebende 36-jährige PR-Fachfrau nun beim internationalen Ski-Weltverband angestellt und arbeitet in der Wintersaison, also von November bis März, vorrangig als Media Coordinator in der Nordischen Kombination, im Sommer zusätzlich als Kommunikations-Koordinatorin bei der FIS.
Wenn in einem Winter keine Weltmeisterschaft ansteht, sitzt die Büschergrunderin auf gepackten Koffern und reist mit den Kombinierern von Weltcup zu Weltcup. „Vor Ort klären wir dann die
Arbeitsbedingungen der Journalisten mit dem örtlichen OK, schauen, wie die Mixed Zone vorgesehen ist und organisieren Pressekonferenzen vor und nach den Veranstaltungen“, so Silke Tegethof in einer „Arbeits-Selbstbeschreibung“. Aber mit der Arbeit vor den Kulissen ist es noch lange nicht getan. Sie schreibt Pressemitteilungen, sorgt für die kleinen und großen Info-Geschichten rund um einen Weltcup, führt selbständig Interviews für das internationale TV-Signal, von denen sich viele TV-Stationen dann bedienen können. Und natürlich beherrscht und betreut sie alle Social-Media-Kanäle wie You Tube, Instagram, Facebook und Twitter.

Bald auch Frauen als "Kombinierer"

Im kommenden Winter darf sich Silke Tegethof, die in Bonn Kulturanthropologie mit den Nebenfächern Englisch und Medienwissenschaften studierte und 2009 ihren Magister-Abschluss machte, auf zwei Besonderheiten freuen - wenn die Corona-Viren-Lage nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung machen sollte. Denn 2021 stehen die Nordischen Weltmeisterschaften im deutschen Ski-Traditionsort Oberstdorf auf dem Programm. Und außerdem rücken endlich die Frauen in der Nordischen Kombination ihren männlichen Kollegen „auf den Pelz“: neben ersten Weltcups für die Frauen werden diese auch ihre WM-Feuertaufe im Allgäu erleben. Olympisch wird die Nordische Kombination der Frauen zwar 2022 in Peking noch nicht, angepeilt ist dies aber für Mailand/Cortina d’Ampezzo im Jahr 2026.

Am liebsten mag sie einen Norweger ...

„Es ist jetzt über die Jahre für mich auch schön zu sehen, wie sich die jungen Sportler und Sportlerinnen über den Continental-Cup hin zum Weltcup entwickelt haben, wie aus Mädchen und Jungen internationale Top-Sportler geworden sind“, so die Medien-Koordinatorin der FIS. Ohnehin seien die Athleten in dieser Sportart noch bodenständig und umgänglich geblieben. Glitzerwelt und Glamour haben die Nordische Kombination noch nicht erfasst. „Der Eric Frenzel ist super-lieb, den Fabian Rießle mag ich für seinen zuweilen schwarzen Humor, und der Johannes Rydzek, der ist immer für ein paar feurige Zwischentöne gut“, gibt die Büschergrunderin ein paar Einblicke in die tägliche Arbeit mit den deutschen Top-Kombinierern. Am liebsten aber mag sie einen aktuellen norwegischen Weltmeister - also beruflich: „Jarl Magnus Riiber ist der Umgänglichste von allen!“

Handwerk am Obergraben erlernt

Natürlich kommen ihr dabei die in Schule, Studium und Beruf erworbenen perfekten Englisch-Kenntnisse zugute. Aber auch das journalistische Handwerk, erlernt am Siegener Obergraben, war von Anfang an eine nicht zu unterschätzende Hilfe. „Ich bin damals von den Lokalkollegen gleich auf Termine geschickt worden, musste selber die Fotos machen - das war meine journalistische Feuertaufe....“

Nicht nur den Nordischen Kombinierern selbst wird es bei ihrem Sport manchmal ziemlich kalt ....
Silke Tegethof aus Büschergrund interviewt den norwegischen Weltmeister Jarl Magnus Riiber für das internationale "TV-Signal" der FIS.
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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