Triathlon-Bundesliga
Ejot-Männer stürmen den Gipfel

So sehen Sieger aus: Das Bild zeigt die erfolgreichen Triathleten vom Ejot-Team Buschhütten mit (v.l.) Maximilian Sperl, Dorian Coninx, Jonathan Zipf, Ryan Sissons und Jonas Hoffmann.
  • So sehen Sieger aus: Das Bild zeigt die erfolgreichen Triathleten vom Ejot-Team Buschhütten mit (v.l.) Maximilian Sperl, Dorian Coninx, Jonathan Zipf, Ryan Sissons und Jonas Hoffmann.
  • Foto: Verein
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

sz Tübingen. Die Ejot-Lokomotive rollt nach ihrem neuerlichen Doppel-Mannschaftssieg beim 3. Rennen der 1. Triathlon-Bundesliga in Tübingen ganz eindeutig auf das von der Teamleitung vorgegebene Missionsziel „Titelverteidigung“ zu. Schon im Vorjahr standen beide Teams ganz oben in der Tageswertung.
Die Männer des Ejot-Teams vom TV Buschhütten, die in der Universitätsstadt bei sommerlichem Wetter und Temperaturen von annähernd 30 Grad Celsius in der Besetzung Dorian Coninx (Frankreich), Jonas Hoffmann, Maximilian Sperl, Jonathan Zipf (alle Deutschland) und Ryan Sissons (Neuseeland) als Jäger auf den punktgleichen Tabellenführer Triathlon Potsdam ins Rennen gegangen waren, belohnten sich nach einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit Platzziffer 29 mit dem ungefährdeten Tagessieg.
Dadurch, dass Triathlon Potsdam, das unter anderem auf Top-Athleten wie den Bundesliga-Einzelsieger von 2018, Jorik van Egdom (Niederlande), verzichten musste, nur den 7. Platz belegte, führt der deutsche Rekordmeister aus Buschhütten die Tabelle mit 59 Punkten mit sechs Punkten Vorsprung vor den Potsdamern an und kann somit deutlich entspannter die Koffer für den Saisonabschluss in Berlin am 4. August packen. Ein 6. Platz würde am Olympiastadion für die 10. Deutsche Team-Meisterschaft reichen.

Rainer Jung: "Beide Ziele wurden eindrucksvoll umgesetzt"

„Ziel des kompletten Teams war es, die beiden Rennen in Tübingen zu gewinnen. Und falls möglich, auch mit einer möglichst niedrigen Platzziffer, um sich bei den Männern vor das bis vor dem Rennen in Tübingen führende Team aus Potsdam zu schieben. Bei den Frauen wollten wir mit einem weiteren Sieg die Tabellenführung ausbauen. Beide Ziele wurden eindrucksvoll umgesetzt. Aber nicht nur die Aktiven haben ihre Vormachtstellung in der Triathlon-Bundesliga bewiesen, sondern auch das gesamte Support-Team hat bei extremen Temperaturen bis zur Erschöpfung gearbeitet und gezeigt, dass es wahrlich meisterlich ist“, berichtete Sportdirektor Rainer Jung.

Coninx sichert sich bei Ejot-Premiere den Einzelsieg

Bei seiner Ejot-Premiere holte sich der Franzose Dorian Coninx, seines Zeichens U-23-Weltmeister 2014 auf der olympischen Distanz, direkt den Einzelsieg in einer Zeit von 56:11 Minuten. Nach 750 Meter Schwimmen (3. Platz in 10:05 Minuten) im mit 21,4 Grad warmen Neckar, 21,5 Kilometern auf der Radstrecke (5 Runden) und 5,2 Kilometern (4 Runden) durch die mit Kopfsteinpflastern versehene Altstadt gewann der 25-Jährige dank seiner überragenden Schlussrunde, in der er seinen bis dato führenden Teamkollegen Ryan Sissons überholte, die Sprintwertung vor dem Neuseeländer (56:20 Minuten), der als Zweitschnellster 16 Sekunden länger auf der Laufstrecke brauchte als der dort tagesschnellste Coninx. „Das Schwimmen war okay, ich habe probiert, am Anfang des Radsplits schnell zu fahren, habe aber erkannt, dass es unmöglich ist auszubrechen. Am Ende des Radfahrens hatte ich etwas Angst, da es etwas verrückt zuging. Beim Laufen war ich zunächst in einer Gruppe gefangen und bin daher locker angegangen und habe mich dann in der letzten Runde sehr gut gefühlt. Der Laufkurs war sehr hart und aufregend. Das war das erste Mal für mich, dass ich fünf Kilometer in vier Runden absolvieren musste, das war sehr dynamisch“, blickte Coninx froh zurück.

"Solides Rennen" von Hoffmann

Ebenfalls einen bärenstarken Auftritt legte „Oldie“ Jonathan „Johnny“ Zipf als Achter hin. Beim Laufen erzielte der Bundesliga-Einzelsieger von 2017 mit 16:27 Minuten die fünftbeste Zeit. Eine noch bessere Platzierung verhinderte jedoch die 10-Sekunden-Strafe, die der 33-Jährige wegen eines vermeintlichen Überfahrens der Mittellinie von den Kampfrichtern aufgebrummt bekam, die er gegen Ende des Rennes „absaß“. Maximilian Sperl belegte mit 57:24 Minuten den 18. Platz und der aus Hilchenbach-Hadem stammende Jonas Hoffmann kam bei seiner 2019er Bundesliga-Premiere als 23. der insgesamt 77 Teilnehmer nach 57:39 Minuten ins Ziel an der von vielen Zuschauern gesäumten Eberhardsbrücke im Herzen der Neckarstadt. Hoffmann dazu: „Ich habe nach dem Schwimmen leider den Sprung in die große Gruppe knapp verpasst. Am Rad habe ich aber nicht mitgearbeitet, weil zwei Potsdamer in meiner Gruppe waren und weil wir vier Leute vorne hatten. Beim Laufen habe ich noch ein ganz gutes Rennen (11. in 16:46 Minuten) hingelegt und einige Plätze gutgemacht. Es war insgesamt kein wahnsinnig gutes, aber ein solides Rennen von mir. Für die Meisterschaft war das ein guter Tag für die Mannschaft.“

Ejot-Frauen: dritter Sieg im dritten Rennen

Bei den Frauen ging es dagegen in der Team-Wertung um ein Vielfaches dramatischer zu. Erst in einem packenden Schlussspurt auf der Zielgeraden gegen Sian Rainsley (Großbritannien) vom starken Schwalbe Team Krefelder Kanu Klub sicherte die „Grande Dame“ des Triathlonsports, die 37-jährige Andrea Hewitt (Neuseeland), dem Ejot-Team TV Buschhütten, das neben Hewitt mit Einzelspitzenreiterin Emma Jeffcoat (Australien), Therese Feuersinger (Österreich) und Emmie Charayron (Frankreich) antrat, mit dem 5. Platz den dritten Sieg im dritten Rennen der diesjährigen Bundesliga-Saison.
Platziffer 10 stand am Ende für die Frauen in rot auf dem Ergebnistableau und Platzziffer 11 für die Krefelderinnen. Die Ejot-Frauen haben durch diesen erneuten Triumph ebenfalls sechs Punkte Vorsprung in der Tabelle auf Triathlon Potsdam, die mit dem 4. Platz leben mussten, und können sich mit einiger Gelassenheit, aber dennoch der nötigen Professionalität, auf den Saisonausklang am 3. August vorbereiten. Die Rennen in Berlin sind auf zwei Tage verteilt, da ARD und ZDF live berichten werden. „Beim Frauen-Rennen war klar, dass es zum Sieg gegen ein ganz starkes Team aus Krefeld nur reichen würde, wenn Andrea Hewitt den 5. Platz verteidigt. Dies hat sie mit ihrer ganzen Routine, aber auch sportlichen Klasse, eindrucksvoll gezeigt. Es lohnt sich immer, um jeden Platz fürs Team zu fighten“, so Rainer Jung.
In Gala-Verfassung präsentierte sich das kleine französische Energiebündel Emmie Charayron, die in dieser Saison unter anderem bereits Dritte beim Liga-Auftakt im Kraichgau wurde. Wie der Blitz fegte sie durch die Altstadt, nachdem die 29-Jährige beim Schwimmen (11:07 Minuten) immerhin 43 Sekunden auf die drittschnellste, Teamkollegin Emma Jeffcoat (10:24 Minuten), eingebüßt hatte und auch nach dem Radabschnitt noch mehrere Sekunden hinter dem Führungsduo Emma Jeffcoat und der schwimmschnellsten Caroline Pohle (10:21 Minuten, Schwalbe Team Krefelder Kanu Klub) zurück lag.Auf der schwierigen Laufstrecke konnte der sympathischen Charayron niemand Paroli bieten. 18:17 Minuten benötigte die Weltklasse-Athletin, die nun in Berlin natürlich auch gerne noch die Einzelwertung für sich entscheiden möchte. Emma Jeffcoat musste dagegen dem kräfteraubenden Rad-Tempo im Führungs-Duett mit Pohle Tribut zollen und rettete sich immerhin noch mit Platz 4 (1:03:15 Stunden) hinter Pohle (1:02:42 Stunden) und deren Teamkollegin Petra Kurikova (1:02:49 Stunden) ins Ziel. Im Laufen war sie 1:14 Minuten langsamer als Charayron. Therese Feuersinger, die kurzfristig eingesprungen war, bot bei ihrem ersten Auftritt im Ejot-Dress eine respektable Leistung und leistete nach einer längeren Pause wegen Schmerzen im Knie auch einige Führungsarbeit im Feld der Radverfolgerinnen. Sie landete auf dem 10. Platz in 1:03:51 Minuten.

Rainer Jung: "Alle sind bis an ihre Grenzen gegangen"

„Alle Aktiven sind bei diesem Rennen und der besonders schwierigen Laufstrecke bis an ihre Grenzen gegangen“, analysierte Rainer Jung, der auch schon den Blick voraus zum Saisonende nach Berlin, wo die Rennen am 3. August (Damen um 10.15 Uhr) und 4. August (Herren um 10.30 Uhr) am Wannsee gestartet werden. „Ich möchte es einmal in der Fußballersprache ausdrücken: Der Ball liegt im Fünfmeterraum und das Tor ist weit offen.“ – Die Ergebnisse von Tübingen und der Blick auf die Gesamtwertung:
Teamwertung Männer nach 3 von 4 Rennen: 1. Ejot-Team TV Buschhütten 59 Punkte; 2. Triathlon Potsdam 53; 3. KiologIQ Team Saar 48.
Teamwertung Frauen nach 3 von 4 Rennen: 1. Ejot-Team TV Buschhütten 60 Punkte; 2. Triathlon Potsdam 53; 3. REA Card Triathlon Team TuS Griesheim 49.

Autor:

Redaktion Sport aus Siegen

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