Europameisterschaften im Mix Relay:
Ejot-Team: Youngster zur EM nach Lissabon

Mit stolzer Brust präsentierten sich die jungen Athleten des Ejot-Teams TV Buschhütten sowie die Verantwortlichen und unverzichtbaren Helfer im Hintergrund beim Pressetermin. Foto: jb
  • Mit stolzer Brust präsentierten sich die jungen Athleten des Ejot-Teams TV Buschhütten sowie die Verantwortlichen und unverzichtbaren Helfer im Hintergrund beim Pressetermin. Foto: jb
  • hochgeladen von Jürgen Betz (Redakteur)

jb Buschhütten. Ein ganz besonderer Höhepunkt steht vor den Triathleten des Ejot-Teams TV Buschhütten. Am 5. Oktober startet eine Gruppe des deutschen Rekordmeisters in Alhandra, einem Nachbarort von Lissabon, bei den Europameisterschaften im Mix Relay.

Das ist eine ganz besondere Wettkampfform. Im Wechsel bilden zwei Frauen und zwei Männer eine Staffel. Jede(r) muss dann 250 m Schwimmen, 7,5 Kilometer Radfahren und abschließend 2,5 Kilometer Laufen, bevor das nächste Staffelmitglied ins Rennen geschickt wird. Der Hademer Jonas Hoffmann, der die Mannschaft als Teamkapitän anführen wird, benutzte gestern bei einem Pressegespräch im Vereinsheim des TV Germania Buschhütten die Bezeichnung „geilste Wettkampfform im Triathlon überhaupt“. Innerhalb einer guten Viertelstunde würde jeder Athlet „volle Pulle“ gehen und alles aus sich herausholen. Dabei würden die Wechsel nach jeder Disziplin von entscheidender Bedeutung sein, weil dort entscheidende Sekunden verloren werden können. Das müsse man auch noch einmal extra trainieren.

Sportdirektor Rainer Jung lieferte wie immer sämtliche Erklärungen und Erläuterungen. Zunächst erinnerte er, dass man 2015 hochmotiviert mit einem Top-Team in Nizza den Titel holen wollte. Aber nach einem Unwetter an der Riviera mit zahlreichen Toten waren die Meisterschaften damals von der französischen Regierung abgesagt worden. Danach haben diese zwar stattgefunden aber bei Teilnahmeverzicht des Deutschen Meisters.

In diesem Jahr hat man zugesagt. Die Finanzierung sei dank der zusätzlichen Unterstützung des persönlichen Sponsors von Justus Nieschlag gesichert. Aber man werde nicht wie in der Bundesliga mit einem Ensemble internationaler Weltklasseathleten nach Lissabon fliegen. Dagegen sprechen neben den Kosten auch die umfangreichen Regeln, die die Europäische Triathlon Union (ITU) festgelegt hat. Dazu gehört unter anderem, dass in dem vierköpfigen Team nur ein Ausländer startberechtigt ist. Man könne aus dem riesigen Kader des Ejot-Teams auch nicht jeden verfügbaren Athleten einsetzen. Vielmehr müsse diese(r) mindestens einmal in den beiden letzten Jahren im nationalen Liga-Wettkampf eingesetzt worden sein.

„Wir machen das also anders“, sagte Rainer Jung und verkündete die Aufstellung. Die beiden Männer sind Jonas Hoffmann, der sogar die verantwortungsvolle Aufgabe als Teamkapitän hat, und Justus Nieschlag. Das Frauen-Duo bilden Lena Meißner, die sich jetzt als Dritte bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin aufgedrängt hat, sowie Nina Völker. Das passt zusätzlich, weil sie die Lebensgefährtin von Justus Nieschlag ist. Dieser wiederum war bekanntlich der große Pechvogel in Berlin, als er – in Führung liegend – in der Hektik durch ein Missgeschick mit dem Fuß in die Speichen seiner Rennmaschine geriet und sich am dicken Zeh gravierend verletzte und somit aufgeben musste. „Die Ärzte sind sich sicher, dass Anfang Oktober alles verheilt ist und er in Portugal wieder seinen ersten Wettkampf bestreiten kann“, sagte Jung.

Das Besondere ist, dass für die Besetzung auch Ersatzstarter benannt werden. Dies wird beim Ejot-Team mit selbst ausgebildeten Jugendlichen geschehen – auch als besondere Anerkennung. „Wir wollten aber nichts von oben festlegen. Ergo sollten die in Frage kommenden Nachwuchsathleten unter sich selbst abstimmen. Das haben sie in geheimer Wahl gemacht. Und es hat eindeutige Ergebnisse gegeben“, sagte Rainer Jung. „Aber das ist bis jetzt unter Verschluss. Die Betroffenen werden es auch erst nach diesem Pressegespräch direkt von uns erfahren“, bat Rainer Jung um Verständnis. Um es abzukürzen: Laura Weigel und Raul Valero Gallegos werden sich gewissenhaft für Portugal vorbereiten, um dort Gewehr bei Fuß zu stehen. Und mit einer Wild Card dürfen Sinan Albayrak und Inga Sauer mitfliegen und internationale Meisterschaftsluft schnuppern.

Für Rainer Jung zählt in Portugal ausnahmsweise nicht der Titelgewinn. Er gab andere Prioritäten vor: 1. Spaß haben; 2. sich perfekt als 16-facher Deutscher Meister präsentieren; 3. als beste deutsche Mannschaft vor dem Team aus Köln landen – optimal wäre ein Platz unter den Top 5. Die Favoriten kommen aus Frankreich und Portugal.

Autor:

Jürgen Betz (Redakteur) aus Siegen

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