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Darüber spricht die Kreisliga
Eskalation der Gewalt nach Flaschenwurf

krup Benfe. Der massive Ausbruch an Gewalt gegen Ende des B-Kreisliga-Fußballspiels zwischen dem FC Benfe und dem SV Dreis-Tiefenbach, das in der Nachspielzeit beim Stande von 4:1 für die Gäste abgebrochen wurde, hallt weiterhin spürbar nach. Dass nahezu sämtliche Spieler beider Mannschaften aufeinander einprügeln, hat eine Dimension, die nur schwer erträglich und greifbar ist.

"Wird schwer, ein neutrales Bild zu zeichnen"
Da Schiedsrichter Matthias Reuter (Kreis Biedenkopf) zwar ein 1:4 (0:1) als offizielles Endergebnis im Spielbericht...

krup Benfe. Der massive Ausbruch an Gewalt gegen Ende des B-Kreisliga-Fußballspiels zwischen dem FC Benfe und dem SV Dreis-Tiefenbach, das in der Nachspielzeit beim Stande von 4:1 für die Gäste abgebrochen wurde, hallt weiterhin spürbar nach. Dass nahezu sämtliche Spieler beider Mannschaften aufeinander einprügeln, hat eine Dimension, die nur schwer erträglich und greifbar ist.

"Wird schwer, ein neutrales Bild zu zeichnen"

Da Schiedsrichter Matthias Reuter (Kreis Biedenkopf) zwar ein 1:4 (0:1) als offizielles Endergebnis im Spielbericht eintrug, aber einen Sonderbericht zum Spiel angekündigt hat, wird sich das Kreissportgericht des Fußballkreises Siegen-Wittgenstein unter Vorsitz von Rüdiger Böhl (Dotzlar) mit den Vorkommnissen beschäftigen müssen, die sich am Sonntagnachmittag gegen 16.45 Uhr in der Beierbach-Arena im Erndtebrücker Ortsteil Benfe ereignet haben. „Für das Sportgericht dürfte es ausgesprochen schwer werden, ein neutrales Bild zu zeichnen, da Aussage gegen Aussage stehen wird“, mutmaßt Florian Schreiber (SG Siegen-Giersberg), der stellv. Vorsitzende des heimischen Kreisschiedsrichter-Ausschusses (KSA).

„Dem Bericht des Schiedsrichters wird bei der Urteilsfindung eine maßgebliche Rolle zukommen, doch es ist, zumal in einer solchen emotionalen Stress-Situation und nach einer 90-minütigen Spielleitung, ausgesprochen schwierig, den absoluten Überblick zu bewahren. Es geht ja zunächst einmal um die Eigensicherung, und da schlage ich immer drei Kreuze, wenn unsere Leute körperlich unversehrt bleiben“, sagt Schreiber.

Fäuste fliegen in der Fußball-B-Kreisliga 2

Die SZ sprach mit beiden Trainern, deren Aussagen allerdings recht gegensätzlich ausfielen: „Wir sind von Beginn an von den Dreis-Tiefenbachern beleidigt worden, wobei sich auch der Trainer mit Zurufen hervorgetan hat“, sagte Björn Küste, Trainer des FC Benfe. Damit konfrontiert, entgegnete Werner Zimmermann, Coach des SV Dreis-Tiefenbach: „Ich soll das gewesen sein, es war allerdings ein Ersatzspieler auf unserer Bank, den ich daraufhin sofort zur Ordnung gerufen habe. Ich habe gesagt: Jetzt ist Ruhe!“ Ein Spieler der „Dreisber“ wiederum vernahm von Beginn der Partie an Beleidigungen von Benfer Seite. Es herrschte also offenkundig von Anfang an eine aggressive Grundstimmung, wobei zunächst nicht absehbar war, dass die offensichtlichen gegenseitigen Aversionen zu einer derartigen Massenschlägerei ausufern sollten.

"Schiedsrichter war mit Abstand der beste Mann"

Referee Reuter hatte das Spiel grundsätzlich im Griff und verteilte fünf Gelbe Karten (zwei für Benfe, drei für Dreis-Tiefenbach), die letzte davon in der 49. Minute für die Gäste. „Der Schiedsrichter war mit Abstand der beste Mann auf dem Platz. Ohne ihn wäre es schon vorher eskaliert, da hätten in der 90. Minute nicht mehr elf gegen elf auf dem Platz gestanden“, zollte Werner Zimmermann dem Referee ein hohes Lob, dem sich sein Trainerkollege Björn Küste anschloss: „Der Schiedsrichter hat sein Bestes gegeben, damit das Ganze nicht eskaliert.“

Tat es dann aber doch, und zwar in der ersten von drei angezeigten Minuten der Nachspielzeit. „Ein Benfer Spieler, der allerdings nach einem Platzverweis in der Vorwoche gesperrt war und in Zivil auf der Bank saß, warf eine Flasche in Richtung eines Spielers von uns und schlug ihn“, berichtet Werner Zimmermann. Nach Benfer Schilderung hatte ein Gästespieler die Freundin des gesperrten FCB-Akteurs massiv beleidigt. „Das stimmt nicht“, widerspricht Zimmermann.

Ein "Dreisber" Spieler im Krankenhaus

Was auf die Flaschenattacke folgte, war ein schockierender Ausbruch an Gewalt: „Es gab kein Halten mehr, alle Spieler schlugen aufeinander ein. Wir sind froh, dass wir sie doch relativ schnell wieder voneinander trennen konnten. Einen unserer Spieler mussten wir aber ins Krankenhaus bringen, er hat Prellungen und eine Gehirnerschütterung erlitten“, so Zimmermann. Sein Benfer Trainerkollege Küste wollte sich zu den Szenen in der Nachspielzeit eigentlich nicht äußern, mit Verweis auf „ein schwebendes Verfahren“. Auf die gezielte Nachfrage, ob es denn eine Schlägerei unter den Spielern gegeben habe, räumte er allerdings ein: „Das ist so.“

„Natürlich waren wir auch nicht unschuldig, und die Dreis-Tiefenbacher möchte ich auch nicht über einen Kamm scheren – da waren viele dabei, die sich nachher entschuldigt haben. Ich habe aber meinen Jungs gesagt, dass wir jetzt den Platz verlassen werden, weil es einfach nicht mehr ertragbar war. Die Gesundheit geht vor“, erläuterte Küste seine Sicht der Dinge, nach denen nicht der Schiedsrichter die Begegnung abgebrochen, sondern vielmehr er seine Spieler vom Feld geholt habe.

„Für uns ist das alles sehr ärgerlich. Dazu, dass es dermaßen eskaliert ist, konnten wir nur wenig. Was hätten wir für einen Grund, angesichts einer 4:1-Führung einen Spielabbruch zu provozieren? Das Spiel an sich war hart und nickelig, aber dank der klaren Spielleitung des Schiedsrichters alles im erträglichen Rahmen. Der eindeutige Auslöser für den Gewaltausbruch war der Flaschenwurf, danach sind alle Dämme gebrochen“, hielt Werner Zimmermann fest.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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