Contra Bundesliga-Neustart
Etwas mehr Demut bitte!

Soll der deutsche Profifußball zeitnah wieder mit Geisterspielen loslegen? Da gehen die Meinungen auseinander.
  • Soll der deutsche Profifußball zeitnah wieder mit Geisterspielen loslegen? Da gehen die Meinungen auseinander.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ubau Siegen. Eines vorweg: Ich bin Fußballer durch und durch. Ich liebe dieses Spiel in all seinen Facetten, mit all seinen Emotionen. Ich sehne mich danach, dass das runde Leder wieder durch die Bundesliga-Stadien rollt. Dass die Bayern, der BVB, Schalke 04 und all die anderen wieder auf Torejagd gehen. Dass ich wieder mitfiebern kann. Endlich wieder der schönsten Nebensache der Welt frönen, das ist mein Wunsch.

Aber mal ehrlich: Ist die Zeit schon reif dafür? Ist es angesichts der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg angemessen, dem Profifußball eine Extra-Wurst zu braten? Ich finde, diese Sonderbehandlung ist nicht zu rechtfertigen. Millionen Menschen in Deutschland leiden unter den in fast alle Bereiche des Lebens reichenden Auswirkungen der Corona-Pandemie – als direkt Betroffene, vor allem aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Hunderttausende Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet, viele Existenzen stehen auf dem Spiel. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Gibt es derzeit keine drängenderen Probleme, als die Bundesliga wieder ans Kicken zu bringen?

Und außerdem: Wieso soll für den Rest der Bevölkerung ein striktes Kontaktverbot unter Androhung von Strafe gelten, für den Profifußball aber nicht? Das Spiel mit dem ledernen „Kameraden“ ist und bleibt eine Vollkontakt-Sportart – und die Infektionsgefahr damit hoch. Sicherheitsabstand kann abseits des Rasen-Vierecks eingehalten werden – auf’m Platz aber nicht. Der Gesundheitsaspekt muss jedoch über allem stehen!

Im übrigen ist es unverhältnismäßig, wenn der Profifußball rund 20 000 Corona-Tests für die Durchführung des Spielbetriebs für sich beanspruchen möchte – gerade in Zeiten, in denen die verfügbaren Testkapazitäten offenbar nicht einmal ausreichen, um Pflegerinnen in Altenheimen oder medizinisches Personal ausreichend zu testen. Die sind im Gegensatz zum Profifußball systemrelevant. Genauso wie die Polizisten, die die bei Geisterspielen vor den Stadien aufkreuzenden Fans auseinander halten sollen. Nur zur Info: Auch die Ordnungshüter werden nicht regelmäßig getestet.

Der Profifußball täte gut daran, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Ein bisschen mehr Demut – auch gegenüber den wahren Helden der Corona-Krise – wäre angebracht...

Kollege Jost-Rainer Georg vertritt eine andere Meinung. Hier finden Sie den Beitrag "Pro Bundesliga-Neustart".

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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