Negative Tests für Kontaktsport nötig
Euphorie wich rasch der Ernüchterung

Die Sportplätze im Kreis Siegen-Wittgenstein drohen weiterhin leer zu bleiben, denn Kontaktsport ist nur mit negativen Coronatests der Sportlerinnen und Sportler gestattet.
  • Die Sportplätze im Kreis Siegen-Wittgenstein drohen weiterhin leer zu bleiben, denn Kontaktsport ist nur mit negativen Coronatests der Sportlerinnen und Sportler gestattet.
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  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup/pm Siegen. Es klang zunächst alles so schön: Die am Mittwoch verkündeten Lockerungssschritte der Landesregierung beinhalteten auch für die Sportler in Nordrhein-Westfalen gute Nachrichten. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 35,1 und 50, wie sie in Siegen-Wittgenstein am Mittwoch und Donnerstag vorlag, sollte schon ab dem heutigen Freitag der Kontaktsport im Freien mit einfacher Kontaktverfolgung wieder erlaubt sein, so war und ist es der tabellarischen Auflistung der neuen Regelungen auf der Website des Landes zu entnehmen. Bei Trainern und Sportlern in der Region stieß das nach der langen Zwangspause auf Begeisterung, doch ein genauer Blick in die ab heute gültige Coronaschutzverordnung zeigt: zu früh gefreut!

Nicht so einfach wie gedacht

Alfred Terkowsky, Trainer der Regionalliga-Volleyballerinnen des VTV Freier Grund, wollte mit seinen Schützlingen beispielsweise in der kommenden Woche auf dem Beachvolleyballfeld im Salchendorfer Freibad mit Kontakt trainieren. „Zumindest draußen auch wieder richtig spielen zu dürfen, ist eine super Chance, wieder ein bisschen reinzufinden“, freute sich der langjährige Übungsleiter am Donnerstagmittag im SZ-Gespräch. Prinzipiell ist das auch tatsächlich möglich, jedoch beileibe nicht so einfach wie gedacht und erhofft.

Denn neben der auch in der Tabelle des Landes erwähnten Kontaktverfolgung, die mittels einer einfachen Teilnehmerliste herstellbar ist, wird nach der ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Coronaschutzverordnung, Paragraph 14, Punkt 3b, zudem ein negativer Coronatest von allen teilnehmenden Sportlern verlangt. Ein (auch finanziell!) ungleich höherer Aufwand, den ein Großteil der Vereine und Aktiven vorerst nicht zu leisten bereit sein dürfte. Ernüchtert zeigte sich Heikel Ben Meftah, Trainer des Basketball-Oberligisten TV Freudenberg, im Gespräch mit der SZ: „Ich rechne nicht damit, dass wir den Trainingsbetrieb zeitnah aufnehmen können. In der Turnhalle im Freudenberger Schulzentrum ist die Lüftung nicht mehr optimal, das ist schon mal ein Problem. Generell könnte man derzeit in der Halle gar nicht unbeschwert trainieren. Draußen vor der Sporthalle hängen zwar Basketballkörbe, aber da ist mir auf diesem Untergrund das Verletzungsrisiko einfach zu groß. Im Moment sehnen sich alle nach der Rückkehr zur sportlichen Normalität, alle drücken und schieben – aber letztlich sind wir alle auf das ,Daumen hoch’ unserer Bürgermeisterin, des Kreises und des Landes NRW angewiesen. Wir brauchen eben alle noch Geduld …“

Haardt: "Ich weiß auch um alle Risiken"

Ottmar Haardt, Vorsitzender des Kreissportbundes (KSB) Siegen-Wittgenstein, bekennt derweil, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen: „Ich bin natürlich Sportler durch und durch und fühle mit jeder Sportlerin und jedem Sportler, der unter der langen Pause leidet. Ich kann versprechen: Was möglich ist, das machen wir auch möglich. Andererseits weiß ich als Vorsitzender des DRK in Freudenberg um alle Risiken und bin ein bisschen skeptisch, wenn wir jetzt zu generös mit Lockerungen umgehen – dafür sind einfach noch zu wenige geimpft worden.“

Haardt ergänzt: „Generell kann ich nur an alle Sporttreibenden appellieren: Geht bitte mit jeder neu gewonnenen Freiheit äußerst verantwortungsvoll um. Und was die Tests betrifft, die Sportler für ein Training herbei bringen müssten: Da stellt sich ja auch die Frage, wo haben die Sportvereine Kapazitäten dafür? Ich hoffe jetzt einfach darauf, dass das Wetter besser wird und wir nach und nach mehr Außensport treiben können – gerade für unsere Kinder und Jugendlichen ist es nämlich unabdingbar, dass sie mal wieder in den aktiven Sportbetrieb zurück kommen. Kritisch anmerken muss ich die weiterhin herrschende Unübersichtlichkeit in den Verordnungen.“

Autor:

Redaktion Sport aus Siegen

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