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Darüber spricht die Kreisliga
Fabian Wüst gegen Fabian Wüst - wer lacht Sonntag?

Fabian Wüst der Ältere (links) will als Trainer des TSV Siegen dem Spitzenreiter Fortuna Freudenberg 2. mit Coach Fabian Wüst "jr." ein Bein stellen.
  • Fabian Wüst der Ältere (links) will als Trainer des TSV Siegen dem Spitzenreiter Fortuna Freudenberg 2. mit Coach Fabian Wüst "jr." ein Bein stellen.
  • Foto: privat/Reinhold Becher
  • hochgeladen von Frank Kruppa (Redakteur)

krup Trupbach. Der Name Fabian ist laut www.beliebte-vornamen.de lateinischen Ursprungs, es handelt sich um eine Variante des römischen Geschlechternamens Fabius. Fabius und somit auch Fabian bedeutet „Dem Geschlecht der Fabier zugehörend“. Die lateinkundigen Namensforscher sind sich nicht einig, ob Fabian dem Wortstamm nach „edel“ oder „Bohne“ bedeutet. Andere Quellen wiederum sprechen von „Bohnenzüchter“ oder „Bohnenpflanzer“ – darf der so Genannte sich also aussuchen.
Der Name ist zeitlos, in den Top 500 der beliebtesten Jungennamen 2018 rangiert der Fabian auf Position 46 – absolut vorderes und ambitioniertes Mittelfeld. Der Nachname Wüst taucht laut Internetrecherchen weltweit 13 156 Mal auf, in Deutschland immerhin noch 3214 Mal.

krup Trupbach. Der Name Fabian ist laut www.beliebte-vornamen.de lateinischen Ursprungs, es handelt sich um eine Variante des römischen Geschlechternamens Fabius. Fabius und somit auch Fabian bedeutet „Dem Geschlecht der Fabier zugehörend“. Die lateinkundigen Namensforscher sind sich nicht einig, ob Fabian dem Wortstamm nach „edel“ oder „Bohne“ bedeutet. Andere Quellen wiederum sprechen von „Bohnenzüchter“ oder „Bohnenpflanzer“ – darf der so Genannte sich also aussuchen.
Der Name ist zeitlos, in den Top 500 der beliebtesten Jungennamen 2018 rangiert der Fabian auf Position 46 – absolut vorderes und ambitioniertes Mittelfeld. Der Nachname Wüst taucht laut Internetrecherchen weltweit 13 156 Mal auf, in Deutschland immerhin noch 3214 Mal.

Der "falsche" Fabian an der Strippe

Dass sich am Sonntag also zwei Namensvettern begegnen, die auf „Fabian Wüst“ hören, ist statistisch betrachtet gar nicht so unwahrscheinlich. Dass jedoch beide Fußball-Trainer sind, beide in der selben Spielklasse agieren und nun ihre Mannschaften gegeneinander um Punkte kämpfen, schon eher. In der Kreisliga B 1 erwartet am Sonntag der TSV Siegen (23 Punkte/7. Platz) den Spitzenreiter Fortuna Freudenberg 2. (36) am Spielfeldrand geben Fabian Wüst (31) und Fabian Wüst (29) die Kommandos.
Für die schöne 11freunde-Rubrik „Bei der Geburt getrennt“ würde es bei Wüst & Wüst zwar nicht (ganz) reichen, aber eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich wiederum auch nicht leugnen.
Die Namensgleichheit führte freilich schon zu manch skurriler Aktion. So versuchte ein Kollege der Sportredaktion am 1. Spieltag der laufenden Saison als Urlaubsvertretung, den Trainer des TSV Siegen zu kontaktieren, der mit 3:4 beim SV Gosenbach verloren hatte. In der Kontaktliste wurde allerdings der „falsche“ Fabian Wüst (der von Fortuna Freudenberg 2.) ausgewählt und angerufen. Frage der SZ: „Sie haben heute 3:4 in Gosenbach verloren?“ Antwort des leicht irritierten Wüst: „Äh... nein?! Wir haben 4:3 gewonnen.“ SZ-Kollege: „Oh, dann hat Fussball.de wohl ein falsches Ergebnis...“ Wüst: „Also, wir haben nicht in Gosenbach gespielt, sondern in Bürbach...“ Und so wurde das Rätsel Schritt für Schritt gelöst. Vollkommen bizarr natürlich, dass das Ergebnis in beiden Fällen ausgerechnet 4:3 lautete, und nicht etwa in einem der beiden Spiele ganz profan 1:0, oder so.

Oder die Situationskomik am Mittwoch, als beide Trainer zunächst nicht telefonisch erreicht wurden, sondern nur deren Mailboxen. Wenig später klingelte das Kreisliga-Telefon in der SZ-Sportredaktion, ein Kollege holte den Anruf auf seinen Apparat und hörte: „Fabian Wüst, hallo?!“ Der eine. Da das erste Telefon durch die Rufumleitung wieder frei war, läutete es gefühlt 2,4 Sekunden später erneut. Die Stimme sagte: „Fabian Wüst, hallo?!“ Der andere.

Trainerlaufbahn nach Knieverletzung

Der etwas ältere Fabian Wüst, geboren am 15. März 1988, fungiert am Sonntag als Trainer des TSV Siegen als Gastgeber. Interessanterweise kam er erst als A-Jugendlicher zum Fußball, nachdem er zuvor einige Jahre Tischtennis gespielt hatte. „Da fehlte mir aber irgendwann der Teamgedanke, dass man als Mannschaft nach dem Wettkampf noch länger beisammen sitzt – so habe ich mich in der A-Jugend dem TSV Weißtal angeschlossen.“ Danach spielte er für den VfB Wilden, wo er zwischen 1. und 2. Mannschaft pendelte, nach einer schweren Knieverletzung (u. a. Kreuzbandriss) aber seine aktive Laufbahn beenden musste. So entschied er sich für die Trainerlaufbahn und „baute“ 2015 seine Trainer-C-Lizenz – zu seinen Lehrgangskollegen zählte auch, irgendwie logisch, Fabian Wüst aus Freudenberg.
Der jüngere „FW“, der am 21. März 1990 in Freudenberg das Licht der Welt erblickte, kickte in seiner kompletten Jugendzeit für Fortuna Freudenberg, auch noch im Seniorenbereich für die „2. Welle“. Dann wechselte er zum Nachbarverein TuS Alchen, wo er zunächst noch selbst die Schuhe schnürte und nach dem Wechsel von Dominik Dapprich zu den Siegener Sportfreunden dessen Traineramt übernahm. Seit dem 1. Juli 2019 ist er bei Fortuna Freudenberg 2. tätig.

"Einer meiner liebsten Trainerkollegen"

Fabian Wüst der Ältere arbeitete beim VfB Wilden zunächst als Co-Trainer, später dann als Cheftrainer der „Zweiten“, mit der er den Aufstieg schaffte – und dann wiederum als „Co“ und hauptverantwortlicher Übungsleiter der 1. Mannschaft. Aus Wilden wechselte er zur SpVg Anzhausen/Flammersbach und zu Beginn der laufenden Saison zum TSV Siegen – seinen Schwager Michael Hepp brachte er als gleichberechtigten Trainerkollegen von „SAF“ nach Trupbach mit. „Durch den Trainerlehrgang haben wir uns näher kennen gelernt. Fabian ist ein sehr netter, sympathischer Zeitgenosse. Unter meinen Trainerkollegen ist er mir einer der Liebsten. Ich habe schon in Alchen seinen Weg verfolgt, auch da hat er eine sehr gewissenhafte und gute Arbeit abgeliefert. Genau das setzt er jetzt bei Fortuna Freudenberg 2. fort. Es freut mich sehr für ihn, dass er nun in seinem Heimatverein derart erfolgreich wirkt“, empfindet Fabian Wüst der Ältere viel Positives, wenn er von seinem Namensvetter spricht.

Der Jüngere sieht das Ähnlich: „Durch den gemeinsamen Lehrgang kommt man ins Gespräch, das waren immer nette und sachliche Unterhaltungen. Mit Fabian habe ich überhaupt keine Probleme, wenn wir uns sehen, können wir uns stets freundschaftlich austauschen. Er hat bereits seine Erfolge vorzuweisen, unter anderem ist er ja mit Anzhausen/Flammersbach in die A-Kreisliga aufgestiegen.“
Am Sonntag ab 14.30 Uhr heißt es nun in Trupbach „Butter bei die Fische“:

„Auf Grund der Erfahrung innerhalb der Mannschaft und der Tabellensituation geht Freudenberg als klarer Favorit ins Spiel. Wir haben im Moment ein größeres Problem mit der Chancenverwertung, unsere junge Mannschaft braucht noch Zeit. Ich bin da auch guter Dinge, dass wir schon bald einen positive Entwicklung sehen, auch wenn die Jungs selbst manchmal noch etwas ungeduldig sind. Ich tippe auf ein 2:2 und wünsche uns beiden ein gutes, faires und verletzungsfreies Spiel. Über dieses Spiel hinaus hätte ich kein Problem damit, wenn Fabian mit seiner Mannschaft in der nächsten Saison eine Klasse höher spielen würde.“

Zwei, die sich gegenseitig schätzen

„Ein Tipp ist immer schwer, zumal Spiele in Trupbach stets eng und schwierig sind. Ich erwarte einen knappen Ausgang und hoffe auf einen Sieg für uns. Unsere Mannschaft ist im kompletten Kalenderjahr 2019 noch ungeschlagen, und diese tolle Serie wollen wir natürlich auch in den letzten vier Spielen des Jahres verteidigen. Fabian wünsche ich, dass er die äußerst junge Mannschaft des TSV Siegen so weiter entwickelt, wie er sich das vorstellt. Das ist eine sehr spannende Aufgabe, wenn auch eine gänzlich andere als meine. Wir möchten zwar auch immer wieder Nachwuchsspieler der Fortuna in den Seniorenbereich integrieren, aber in dem Maße wie beim TSV ist das schon außergewöhnlich.“
Man merkt: Da sind zwei, die den gleichen Namen tragen. Die im gleichen Monat geboren sind. Die sich gegenseitig schätzen und respektieren und den Weg des Anderen aufmerksam verfolgen – beste Voraussetzungen also für ein packendes, aber absolut faires „Fabian-Wüst-Derby“.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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