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2. Handball-Bundesliga
Ferndorf siegt und dankt Lucas Puhl

Der alles entscheidende Moment im Zweitliga-Spiel am Samstag in der Erzgebirgshalle Lößnitz: Bengt Bornhorn wirft den Siebenmeter, die Hallenuhr steht bei 59:57, alle Zuschauer starren gebannt, auch Marijan Basic (Bildmitte). Lucas Puhl reckt die linke Hüfte hoch, von wo der Ball Sekundenbruchteile später ins Toraus prallt.
  • Der alles entscheidende Moment im Zweitliga-Spiel am Samstag in der Erzgebirgshalle Lößnitz: Bengt Bornhorn wirft den Siebenmeter, die Hallenuhr steht bei 59:57, alle Zuschauer starren gebannt, auch Marijan Basic (Bildmitte). Lucas Puhl reckt die linke Hüfte hoch, von wo der Ball Sekundenbruchteile später ins Toraus prallt.
  • Foto: Frank Kruczynski
  • hochgeladen von Jost-Rainer Georg (Redakteur)

sz Aue. Hut ab vor diesem „coolen Bären“! Lucas Puhl rettete am Samstagabend mit einer Großtat sechs Sekunden vor Schluss der Zweitliga-Partie in der Erzgebirgshalle Lößnitz seiner Mannschaft den Auswärtssieg beim EHV Aue. Alle 1510 Zuschauer hatten sich in diesem Moment von ihren Sitzen erhoben und verfolgten gebannt den Siebenmeter-Wurf Bengt Bornhorns. Klar war, dass es wohl keine gezielte Aktion danach mehr geben würde. Aber Ferndorf wollte nicht mit einem Unentschieden nach Hause fahren. Nicht nach diesem Spielverlauf!
Torwartwechsel leitete Wende einUnd als dann der Ball von der linken Hüfte des Ferndorfer Keepers übers Tor ins Toraus prallte und der 32:31 (20:14)-Auswärtssieg „eingetütet“ war, kannte der Jubel der Mannschaft Michael Lerschts keine Grenzen mehr.

sz Aue. Hut ab vor diesem „coolen Bären“! Lucas Puhl rettete am Samstagabend mit einer Großtat sechs Sekunden vor Schluss der Zweitliga-Partie in der Erzgebirgshalle Lößnitz seiner Mannschaft den Auswärtssieg beim EHV Aue. Alle 1510 Zuschauer hatten sich in diesem Moment von ihren Sitzen erhoben und verfolgten gebannt den Siebenmeter-Wurf Bengt Bornhorns. Klar war, dass es wohl keine gezielte Aktion danach mehr geben würde. Aber Ferndorf wollte nicht mit einem Unentschieden nach Hause fahren. Nicht nach diesem Spielverlauf!

Torwartwechsel leitete Wende ein

Und als dann der Ball von der linken Hüfte des Ferndorfer Keepers übers Tor ins Toraus prallte und der 32:31 (20:14)-Auswärtssieg „eingetütet“ war, kannte der Jubel der Mannschaft Michael Lerschts keine Grenzen mehr. Auch ohne seine finale Heldentat hätte sich „Pulic“, wie der Keeper in der Mannschaft gerne genannt wird, eine große Scheibe vom (dann) Remis-Kuchen abschneiden dürfen. Denn trotz der 31 Gegentore war es der bullige Keeper des TuS, der in der Partie die Wende einleitete und somit gewichtigen Anteil am ersten Ferndorfer Auswärtssieg in Aue in einem Meisterschaftsspiel überhaupt hatte.

Die "drei Musketiere" glänzten

Denn bis zu seiner Einwechslung in der 10. Minute beim Stande von 6:6 hatten die Keeper auf beiden Seiten - Vilius Rasimas und Marin Durica - wenig bis nichts gehalten. Auch Aue-Coach Stephan Swat brachte dann Radek Musil als neuen Keeper, doch die Paraden zeigte bald Puhl. Und weil im Ferndorfer Rückraum die „drei Musketiere“ glänzend aufspielten, zog der TuS Ferndorf alsbald auf und davon. Andreas Bornemann, der wieder genesene Jonas Faulenbach und Spielmacher Julius Lindskog Andersson schalteten und trafen fast nach Belieben, so dass der TuS bis kurz vor der Pause auf 19:12 weggezogen waren.

Acht-Tore-Vorsprung schmolz dahin

Und auch nach dem Seitenwechsel dominierte Ferndorf das Geschehen und hatte nach knapp 41 Minuten mit 26:18 sogar einen Acht-Tore-Vorsprung erzielt. Aber Zeitstrafen und viele vergebene beste Wurfchancen ließen in der Folge den komfortablen Vorsprung zusammenschmelzen. Nun wachte auch die Erzgebirgshalle wieder auf, und in der 53. Minute war Aue durch einen Treffer des Tschechen Ladislav Brykner auf 28:29 erstmals „dran“.

Bei "Fauli" war der Akku leer

Aber mittlerweile hat man das Gefühl, dass die Ferndorfer Mannschaft „Drama“ will und es auch braucht. Mit coolen Nerven verteidigte man den Vorsprung und hätte bei besserer Chancenverwertung den Sack sogar viel früher zu machen können. Bei Kapitän Faulenbach war der Akku nach überstandener Grippe-Erkrankung leer, so dass Trainer Michael Lerscht in der Schlussviertelstunde Marijan Basic als Spielmacher agieren ließ und Julius Andersson auf halblinks werkelte.

Toni Sario nicht eingesetzt

Etwas überraschend also setzte Lerscht seinen spanischen Neuzugang Toni Sario noch nicht ein. Das begründete der Coach nach dem Spiel so: „Toni ist vollwertiges Mitglied unserer Mannschaft, aber in dieser Spielphase war es mir zu kibbelig, einen gänzlich neuen Spieler zu bringen.“ Sicher wird Lerscht froh gewesen sein, dass „Fauli“ ein glänzendes Comeback mit sechs Treffern hingelegt hatte. Und auch Andreas Bornemann als einziger Linkshänder im rechten Rückraum machte in Lößnitz einen blendenden Job und erzielte sieben Tore. Auf dieser Position improvierte der TuS-Coach ein wenig mit Rechtshänder Julian Schneider.

Beide Linksaußen verletzt

Doch genau der wird am Samstag im Heimspiel gegen Emsdetten vermutlich in anderer Rolle gebraucht werden. Denn die Sorgen des TuS Ferndorf nehmen nicht ab sondern weiter zu. Bereits in Aue fehlte Moritz Barwitzki aufgrund einer neuerlichen Muskelverletzung. Und dann erlitt auch noch sein Stellvertreter Magnus Neitsch in einem Zweikampf eine Knieverletzung. Vom Verlauf des Zweikampfes her könnte man auf eine Innenbanddehnung tippen - vermutlich steht Ferndorf also im wichtigen Spiel gegen Emsdetten ohne Linksaußen da.

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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