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2. Handball-Bundesliga
Ferndorf verliert fünf Sekunden vor Ende

Julius Lindskog Andersson konnte sich gegen die robuste Gummersbacher Abwehr nicht durchsetzen.
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  • Julius Lindskog Andersson konnte sich gegen die robuste Gummersbacher Abwehr nicht durchsetzen.
  • Foto: Heiko Burbach
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geo Gummersbach.  Was war das am Donnerstagabend für eine kuriose letzte Viertelstunde in der Gummersbacher Schwalbe-Arena! Der TuS Ferndorf führte nach 44:52 gespielten Minuten im siegerländisch-bergischen Derby der 2. Handball-Bundesliga vor beeindruckender Kulisse mit 18:15, nachdem der in der zweiten Hälfte wie entfesselt auftrumpfende Patrick Weber soeben zum 7. Male getroffen hatte und den zwischenzeitlichen 5:9-Rückstand noch aus der 1. Halbzeit fast im Alleingang umgedreht hatte.
Siebenmeter nach 59:50 MinutenDoch danach traf der TuS Ferndorf eben eine Viertelstunde lang überhaupt nicht mehr, der Deutsche Ex-Rekordmeister zog nach 52:30 Minuten zum 18:18 gleich – und dann passierte lange gar nichts mehr! Alle Akteure rackerten und kämpften bis zum Letzten.

geo Gummersbach.  Was war das am Donnerstagabend für eine kuriose letzte Viertelstunde in der Gummersbacher Schwalbe-Arena! Der TuS Ferndorf führte nach 44:52 gespielten Minuten im siegerländisch-bergischen Derby der 2. Handball-Bundesliga vor beeindruckender Kulisse mit 18:15, nachdem der in der zweiten Hälfte wie entfesselt auftrumpfende Patrick Weber soeben zum 7. Male getroffen hatte und den zwischenzeitlichen 5:9-Rückstand noch aus der 1. Halbzeit fast im Alleingang umgedreht hatte.

Siebenmeter nach 59:50 Minuten

Doch danach traf der TuS Ferndorf eben eine Viertelstunde lang überhaupt nicht mehr, der Deutsche Ex-Rekordmeister zog nach 52:30 Minuten zum 18:18 gleich – und dann passierte lange gar nichts mehr! Alle Akteure rackerten und kämpften bis zum Letzten. Der schier ewig gleiche 18:18-Spielstand schien auf den Anzeigetafeln wie festgenagelt und stand dort auch nach 59:50 Minuten, als der zuvor recht matt wirkende Robin Haller noch einen Siebenmeter erzwang, den Marvin Sommer zum 19:18-Sieg verwandelte, der Ferndorfs vierte Niederlage in Folge besiegelte.

Bundesliga-reife Kulisse: 3840 Zuschauer

Über 15 Minuten kein Treffer mehr für Ferndorf, selbst TuS Geschäftsführer Dirk Stenger konnte es nicht fassen, dass sich seine Mannschaft vor dieser wahrhaft bundesliga-reifen Kulisse von 3840 Zuschauern in der nicht viel mehr Besucher fassenden Schwalbe-Arena nicht belohnte: „Wir hatten Mitte der 2. Halbzeit beim 18:15 das Momentum auf unserer Seite!“ Florian Baumgärtner, der erst nach 40 Minuten auf Gummersbacher Seite den blassen Janko Bozovic ablöste und dann leer ausging, vermutete gar, dass Ferndorf nach der Aufholjagd „einfach platt“ war.

Mit Puhl von Anfang an

Ferndorfs Trainer Michael Lerscht hatte zunächst versucht, die Gäste mit einigen unerwarteten Personalien zu überraschen. Marian Basic begann statt Julius Lindskog Andersson als Spielmacher, Moritz Barwitzki feierte auf Linksaußen sein Comeback, und das Tor hütete zunächst der ebenfalls lange verletzte Ex-Gummersbacher Lucas Puhl. Andersson kam dann aber doch nach 23 Minuten, als auch der Koate Marin Durica Puhl im TuS-Tor zunächst einmal ablöste.

Deckarm schaute - Hermann traf

Die Hausherren waren anfangs vor den Augen der im Rollstuhl die Partie am Spielfeldrand verfolgenden Gummersbacher Handball-Legende Jo Deckarm dank der Wurfkraft ihrer beiden Österreicher Alexander Hermann (7) und Janko Bozovic 11:7 in Führung gegangen. In der 1. Halbzeit hatte der VfL für seine elf Treffer nur ganze drei Schützen benötigt, der TuS für seine neun Tore hingegen gleich acht verschiedene Spieler. Und doch war den Ferndorfern, die anfangs zu viele Fehlpässe in ihrem Angriffsspiel zu beklagen hatten, kurz vor der Halbzeitsirene der scheinbar entscheidende Bruch im Spiel der Bergischen gelungen. Aus schier unlösbarer Situation bei angezeigtem Zeitspiel verkürzte zunächst Lucas Schneider auf Blitz-Zuspiel von Mattis Michel per Einwurf, und dann gelang Tim Rüdiger von Rechtsaußen sogar noch das 9:11.

5:1-Deckung bereitete Ferndorf Kopfzerbrechen

Und genau hier kamen die Hausherren irgendwie ins Grübeln, erkannte der Gast aus dem Siegerland, frenetisch angefeuert von rund 300 Zuschauern seine Chance im Derby. Hermann und Bozovic hatten sich verausgabt, und nach einem – halbzeit-übergreifenden – 9:2-Lauf lag plötzlich die Sensation in der Schwalbe-Arena in der Luft. Aber nach dem 18:15-Treffer hatte nicht nur Weber sein Pulver verschossen (es folgten zwei Fahrkarten von ihm). Auch VfL-Trainer Torge Greve ergriff den letzten Strohhalm und versuchte den TuS-Lauf mit der Umstellung auf eine 5:1-Deckung zu torpedieren. Eine Maßnahme, die zu 100 Prozent traf, denn Ferndorf glückte nun rein gar nichts mehr.

Puhl hielt Siebenmeter beim 18:18

Lange schien es so, als könne die sehr gut arbeitende Deckung im Verbund mit den beiden glänzend aufgelegten Torhüter Lucas Puhl und Marin Durica, der letzte Woche sogar nicht einmal zum Kader gehört hatte, etwas Zählbares mit zurück ins Siegerland nehmen. Puhl hielt zum Beispiel beim Stande von 18:18 in der 57. Minute einen Siebenmeter – so ein Adrenalinstoß beflügelt normaler Weise die eigenen Mitspieler, aber die TuS-Spieler hatten wohl tatsächlich zu viele Körner in der aufreibenden Abwehrschlacht gelassen.

Julius Lindskog Andersson konnte sich gegen die robuste Gummersbacher Abwehr nicht durchsetzen.
Die Ferndorfer Abwehr machte einen guten Job gegen die Gummersbacher Recken.
Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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