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Darüber spricht die Kreisliga
"Für ein 0:15 gibt es keine Entschuldigung!"

Ralf Stein (links) und sein Co-Trainer Tobias Rath stehen vor der undankbaren Aufgabe, eine Schlappe von historischem Ausmaß aufarbeiten zu müssen. Nach dem 0:15-Debakel des VfB Burbach beim Tabellenletzten TuS Deuz ist das Trainerduo vor allem in Sachen Psychologie gefordert.
  • Ralf Stein (links) und sein Co-Trainer Tobias Rath stehen vor der undankbaren Aufgabe, eine Schlappe von historischem Ausmaß aufarbeiten zu müssen. Nach dem 0:15-Debakel des VfB Burbach beim Tabellenletzten TuS Deuz ist das Trainerduo vor allem in Sachen Psychologie gefordert.
  • Foto: René Gerhardus
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krup Burbach. Noch am Sonntagabend meldete sich eine liebe Freundin per SMS zu Wort: „Deuz gegen Burbach 15:0 – wie kann so etwas sein?“ Ja, dieses Ergebnis schlug in der Tat hohe Wellen. Schließlich befinden wir uns hier nicht in den Niederungen der Kreisliga D, sondern immerhin in der Kreisliga A, und mit dem TuS Deuz feierte nicht etwa der Spitzenreiter dieses Schützenfest, sondern – der Tabellenletzte. Wie also kann das sein, da muss man mal die Archäologenausrüstung vom Speicher holen und sich auf Spurensuche begeben.
Es gab in der A-Liga sogar mal ein 17:1!In der Saison 2007/08 gab es mal ein ähnliches Resultat in der A-Liga: Die SG Neunkirchen/Zeppenfeld fertigte den SC Hüttental am 4. Mai 2008 mit sage und schreibe 17:1 ab. Die Voraussetzungen freilich waren damals andere.

krup Burbach. Noch am Sonntagabend meldete sich eine liebe Freundin per SMS zu Wort: „Deuz gegen Burbach 15:0 – wie kann so etwas sein?“ Ja, dieses Ergebnis schlug in der Tat hohe Wellen. Schließlich befinden wir uns hier nicht in den Niederungen der Kreisliga D, sondern immerhin in der Kreisliga A, und mit dem TuS Deuz feierte nicht etwa der Spitzenreiter dieses Schützenfest, sondern – der Tabellenletzte. Wie also kann das sein, da muss man mal die Archäologenausrüstung vom Speicher holen und sich auf Spurensuche begeben.

Es gab in der A-Liga sogar mal ein 17:1!

In der Saison 2007/08 gab es mal ein ähnliches Resultat in der A-Liga: Die SG Neunkirchen/Zeppenfeld fertigte den SC Hüttental am 4. Mai 2008 mit sage und schreibe 17:1 ab. Die Voraussetzungen freilich waren damals andere. Die Hellertaler landeten in der Staffel 2 des seinerzeit noch zweigeteilten Kreisliga-Oberhauses mit 49 Punkten auf dem 8. Platz, während der SC Hüttental mit 14 Zählern und 139 (!) Gegentoren als Tabellenschlusslicht absteigen musste. In dieser Partie traten die Jungs vom Haardter Berg sogar nur mit zehn Spielern an. Patrick Diehl schoss damals allein sechs der 17 Neunkirchener Tore, als A-Jugendlicher kam er in dieser Spielzeit auf insgesamt 52 (!) „Hütten“.
Zu seinen Mitspielern in jenen Tagen zählte auch Ralf Stein, der nun Trainer beim VfB Burbach ist – und der SZ gestern bereitwillig Rede und Antwort stand. „Wir sitzen zwar alle im selben Boot, aber natürlich stehen mein Co-Trainer Tobias Rath und ich in der Verantwortung, und der werden wir uns auch stellen“, sagte der 40-Jährige. „Sicherlich kommt es im Sport vor, dass dem Gegner nahezu alles gelingt und einem selbst einfach nichts. Aber trotzdem muss man sich dann im Spiel dagegen stemmen, für ein 0:15 gibt es keine Entschuldigung.“
Die will der Trainer des VfB auch auf keinen Fall aus der personellen Situation ableiten: „Uns haben mit David Kleinmax, Pascal Schütz und Leonard Gjini zwar drei Spieler gefehlt, aber das ist ja jede Woche der Fall – den kompletten Kader hatten wir bislang nur einmal in dieser Saison zur Verfügung“, so Stein.
Seine jüngsten Schützlinge nimmt der VfB-Coach ausdrücklich von der ärgsten Kritik aus: „Mit Benedikt Klaas, Endrit Curri und Joao Miguel Xandinho Uamusse hatten wir drei 17-Jährige in der Startformation. Für derart junge Spieler ist es natürlich schwierig, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Torwart Bene Klaas war zweifellos der ärmste Kerl auf dem Platz, in der ersten Hälfte hat er noch zwei, drei Dinger richtig gut gehalten. Wir hatten genügend erfahrene Spieler auf dem Feld, von denen man einfach erwarten darf, dass sie entsprechend dagegen steuern und ein solches Ergebnis nicht zulassen.“
Angesichts eines 0:6-Pausenstandes appellierten Stein und Rath schon in der Halbzeit eindringlich an ihre Akteure, nun nochmal gegen sich zu gehen – es wurde aber immer schlimmer. „Nach der katastrophalen ersten Halbzeit war eine Steigerung im negativen Sinne eigentlich kaum vorstellbar, aber was sich nach der Pause abgespielt hat, war nur noch erschreckend“, findet Stein klare Worte.
Gleichwohl will er in dieser Trainingswoche nicht mit dem rhetorischen Hammer auf seine Aktiven einschlagen. „Das bringt ja nichts. Wir müssen vielmehr daran arbeiten, dieses Ergebnis so schnell wie möglich aus den Köpfen rauszubekommen, was aber nicht einfach wird. Den bisherigen Saisonverlauf würde ich als absolut okay einstufen, aber dieses eine Spiel stellt nun alles auf den Kopf“, weiß der Coach, dass die Aufarbeitung eine Weile dauern kann.

"Es ist egal, wer jetzt kommt"

Am Sonntag nun kommt der FC Kreuztal nach Burbach. „Sicherlich wird das auch ein sehr schwieriges Spiel, aber nach einem solchen Auftritt muss man ja sagen: Es ist egal, wer jetzt kommt. Wer keine Reaktion auf Deuz zeigt, der hat sein Hobby verfehlt“, fordert der VfB-Übungsleiter eine komplett andere Einstellung als in den 90 denkwürdigen Minuten in der Irle-Deuz-Arena.

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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