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2. Handball-Bundesliga
Für Ferndorf beginnt "Kampf ums Überleben"

Über fünf Jahre ist dieses Foto aus Hamm alt, wo sich morgen Abend der ASV Hamm-Westfalen und der TuS Ferndorf wieder gegenüberstehen. Michael Lerscht (rechts) war noch Trainer beim TuS (jetzt beim ASV), und der hier nach einem Zusammenprall mit Alex Koke auch schwer verletzte Kevin John muss sich jetzt schwerpunktmäßig darum kümmern, Corona-Spieler wieder an ihr altes Leistungsniveau heran zu führen. Verantwortlich dafür damals wie heute: Ferndorfs Sportlicher Leiter Mirza Sijaric.
  • Über fünf Jahre ist dieses Foto aus Hamm alt, wo sich morgen Abend der ASV Hamm-Westfalen und der TuS Ferndorf wieder gegenüberstehen. Michael Lerscht (rechts) war noch Trainer beim TuS (jetzt beim ASV), und der hier nach einem Zusammenprall mit Alex Koke auch schwer verletzte Kevin John muss sich jetzt schwerpunktmäßig darum kümmern, Corona-Spieler wieder an ihr altes Leistungsniveau heran zu führen. Verantwortlich dafür damals wie heute: Ferndorfs Sportlicher Leiter Mirza Sijaric.
  • Foto: Eibner
  • hochgeladen von Jost-Rainer Georg (Redakteur)

geo Ferndorf. Eine solche Situation hat es im deutschen Profi-Mannschaftssport noch nie gegeben: mitten in einer Saison wird ein Team zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit wochenlang komplett aus Trainings- und Spielbetrieb gerissen, kann wieder zwei Wochen gar nicht trainieren, danach nur mit einem Rumpfkader üben und muss jetzt Tag für Tag acht mit Symptomen am Corona-Virus erkrankte Spieler behutsam zurück in den Hochleistungssport bringen. Trotzdem bleibt dem Verein - unschwer, zu erinnern, dass es sich dabei um den TuS Ferndorf handelt - keine andere Wahl, als schon am Freitagabend wieder mit dem Pflichtspielbetrieb zu beginnen.

geo Ferndorf. Eine solche Situation hat es im deutschen Profi-Mannschaftssport noch nie gegeben: mitten in einer Saison wird ein Team zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit wochenlang komplett aus Trainings- und Spielbetrieb gerissen, kann wieder zwei Wochen gar nicht trainieren, danach nur mit einem Rumpfkader üben und muss jetzt Tag für Tag acht mit Symptomen am Corona-Virus erkrankte Spieler behutsam zurück in den Hochleistungssport bringen. Trotzdem bleibt dem Verein - unschwer, zu erinnern, dass es sich dabei um den TuS Ferndorf handelt - keine andere Wahl, als schon am Freitagabend wieder mit dem Pflichtspielbetrieb zu beginnen.

Kein "Corona-Spieler" im TuS-Kader

Es ist damit die im Profisport wohl schwierigste Aufgabe überhaupt, mit dieser Historie im Nacken und einem unfassbaren Nachholprogramm vor Augen die Zugehörigkeit zur 2. Handball-Bundesliga zu erhalten. Vor der regulären Spielplan-Partie beim ASV Hamm-Westfalen am Freitag um 19.15 Uhr in der Hammer Westpress-Arena bündelt Trainer Robert Andersson sein Gedankengebäude in diesem Satz: „Es geht jetzt nur noch ums Überleben!“ Andersson machte in diesem Zusammenhang auch klar, dass morgen Abend in Hamm keiner der acht mit Symptomen außer Gefecht gesetzten „Corona-Spieler“ zum Einsatz kommen werde.  Ein Leserbriefschreiber aus Hagen brachte es im Fachmagazin „Handball-Woche“ dazu so auf den Punkt: „Begibt man sich im Profisport auf die Suche nach einem Verlierer in der Corona-Pandemie, dann wird man schnell ... beim TuS Ferndorf fündig.“

Aufstiegsrunde beginnt - Ferndorf bangt

Während ab Samstag 14 ambitionierte Drittligisten nach einem entspannten corona-freien Spieljahr in einer Aufstiegsrunde zwei künftige Zweitligisten ermitteln, bangen die seit fast acht Monaten in einem eng gestrickten Corona-Konzept gefangenen  Vereine, die in der 2. Bundesliga in der Tabelle unten stehen, um ihre nackte Existenz. Ganz tief drin: der TuS Ferndorf!
In der Tabelle ist der Traditionsverein aus dem nördlichen Siegerland Vorletzter, allerdings mit schon acht Spielen Rückstand auf Vereine wie den TV Hüttenberg und den ThSV Eisenach, die komplett von Corona verschont blieben und bereits 25 Spieltage absolvierten.

HBL stellt sich auf Quotientenregel ein

Was nun in den elf Wochen bis zum Saisonende alles passieren oder nicht passieren kann und wird, liegt völlig im Argen. Bei der Handball Bundesliga (HBL) liegt der Fokus auf der 1. Liga, wo es bereits 40 Spielabsagen gab und aktuell immer neue hinzukommen. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann räumte daher bereits ein, dass es in den beiden Bundesligen auch das „andere Szenario“ geben könnte, nämlich dass Meister und Absteiger über die Quotientenregel ermittelt werden müssten, mit deren Hilfe pro Mannschaft die Anzahl der gewonnenen Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele geteilt wird. Bohmann: „Möglicherweise geht es nicht anders.“

Ferndorf wäre aktuell Fünfzehnter

Für den TuS Ferndorf gibt es schon jetzt nur noch eine Woche Mitte Mai ohne zusätzliches (Nachhol-)Spiel. Sollten jedoch bis Ende Juni neue Corona-Fälle - zum Beispiel bei gegnerischen Mannschaften - hinzukommen und die schon jetzt sehr ambitionierten Planungen über Bord werfen, träfe eine Quotientenregel auch die 2. Liga - dort freilich nur die Mannschaften, denen am Ende der Saison evtl. noch Spiele fehlten (alle anderen hätten ja eine vergleichbare Basis an Spielen).  Käme eine solche Quotienteregel-Wertung zum heutigen Zeitpunkt zum Einsatz, würde der TuS Ferndorf übrigens vom 18. auf den 15. Platz vorrücken - die Absteiger hießen Fürstenfeldbruck, Wilhelmshaven und Konstanz - übrigens ein Trio, gegen das die Ferndorfer in den nächsten drei Monaten jeweils noch einmal spielen müssen. Genauso wie gegen den TV Emsdetten, der in einer solchen Quotienten-Tabelle“ ebenfalls noch hinter Ferndorf stünde. - Das Tabellenende, wenn heute nach der Quotientenregel gewertet würde (Anm.: Drei Vereine steigen ab, dem Wilhelmshavener HV werden aufgrund der Insolvenz vier Punkte abgezogen):
15. TuS Ferndorf 0,70
16. TV Emsdetten 0,66
17. HSG Konstanz 0,65
18. Wilhelmshavener HV 0,54
19. TuS Fürstenfeldbruck 0,45

Autor:

Jost-Rainer Georg (Redakteur) aus Siegen

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