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Totale Eskalation bei E-Jugend-Spiel
Fußball-Väter ließen Fäuste sprechen

krup Siegen. Das waren Szenen, die man sich kaum vorstellen kann – und die kein Mensch sehen will. Nicht im wahren Leben, nicht auf einem Sportplatz – und erst recht nicht bei einem Jugendspiel.

Das E-Junioren-Fußballmatch der Kreisliga B 22-4 zwischen Grün-Weiß Si

krup Siegen. Das waren Szenen, die man sich kaum vorstellen kann – und die kein Mensch sehen will. Nicht im wahren Leben, nicht auf einem Sportplatz – und erst recht nicht bei einem Jugendspiel.

Das E-Junioren-Fußballmatch der Kreisliga B 22-4 zwischen Grün-Weiß Siegen und dem TuS Alchen am 14. Mai eskalierte zwölf Minuten vor Ende beim Stande von 2:1 für die Gastgeber so heftig, dass sich nun das Jugend-Sportgericht des Fußballkreises Siegen-Wittgenstein mit den beschämenden Vorkommnissen beschäftigen muss.

„Das Ganze ging damit los, dass einer unserer Spieler im Strafraum auf dem Boden lag. Er hatte auch ein Veilchen, also grundlos wird er nicht zu Boden gegangen sein“, schilderte GWS-Trainer Justin Krause den Beginn der Eskalationen. „Ein Zuschauer von Seiten der Gastmannschaft lief dann auf das Spielfeld und beschuldigte unseren Spieler, zuvor gegen einen Alcher Spieler handgreiflich geworden zu sein, was ich nicht bestätigen kann, da sich das abseits des Spielgeschehens abspielte und ich den Ball im Blick hatte“, erläutert Krause.

„Ich habe diesen Zuschauer dann umgehend des Feldes verwiesen, weil er sehr ausfällig wurde. Er wollte jedoch den Platz nicht verlassen. Von jetzt auf gleich rannten dann weitere Spielerväter beider Parteien auf das Spielfeld, die sich zunächst lautstark anbrüllten – die Stimmung war sehr aggressiv, die Emotionen kochten hoch. Und schließlich kam es zu Faustschlägen unter sechs bis acht Erwachsenen. Exakt kann ich das nicht sagen, weil ich damit beschäftigt war, meine Kinder sofort vom Platz zu holen. Ich bin noch ein junger Trainer und muss das erst einmal verdauen, das war schockierend für mich“, war der 25-jährige Coach der Lindenberg-Kicker im Gespräch mit der SZ noch sichtlich angefasst von der plötzlichen Eskalation der Gewalt.

„Meine Alcher Trainerkollegen Berk Kaya und Marius Freitag und ich waren uns indes schnell einig, dass wir das Spiel sofort abbrechen, und wir haben auch den Spielbericht gemeinsam und in Abstimmung untereinander ausgefüllt“, so Justin Krause.

Auch Sven Reimann, kommissarischer Jugendleiter von GW Siegen, zeigte sich im Gespräch mit der Siegener Zeitung spürbar betroffen: „So etwas kann und darf einfach nicht passieren. Wir haben unseren betroffenen Eltern sofort Platzverbot erteilt, das natürlich auch für das folgende Auswärtsspiel in Kaan-Marienborn galt.“ Zu diesem Spiel „wurden unsere Kinder von einigen Eltern gefahren, die dann hinter dem Zaun der Sportplatzumrandung geblieben sind“, erklärte Justin Krause.

Keine Stellungnahme wollten unterdessen die Trainer des TuS Alchen abgeben: „Ich muss das Ganze erst mal sacken lassen und mit unserem Jugendvorstand besprechen – das war schon schlimm genug für die Kinder“, sagte Berk Kaya auf Nachfrage der Siegener Zeitung. Sein Kollege Marius Freitag äußerte sich ähnlich: „In einem schwebenden Verfahren möchte ich mich nicht dazu äußern.“

Autor:

Frank Kruppa (Redakteur) aus Siegen

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