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Sportfreunde Siegen und Kaan
Geplante "Fußball-Ehe": „Meinen Segen haben sie“

Der geplante Zusammenschluss der Sportfreunde Siegen und des 1. FC Kaan-Marienborn wird von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport positiv bewertet.
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ubau Siegen. Es ist das große Sport-Thema im Siegerland und in den angrenzenden Gebieten: der beabsichtigte Zusammenschluss der Sportfreunde Siegen und des 1. FC Kaan-Marienborn. Die geplante „Fußball-Ehe“ wird nicht nur von den Verantwortlichen und Anhängern beider Vereine weiter heiß diskutiert, sondern auch von vielen Fußball-Begeisterten in der Region. Die SZ hörte sich bei Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport um, wie sie zu einer möglichen Kooperation der beiden fußballerischen Aushängeschilder des Siegerlandes stehen.

Wilfried Groos (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Siegen): „Als Sparkasse Siegen steht es uns nicht zu, uns zu diesem Thema zu äußern. Wir verhalten uns als Kreditinstitut in diesem Zusammenhang völlig neutral.

ubau Siegen. Es ist das große Sport-Thema im Siegerland und in den angrenzenden Gebieten: der beabsichtigte Zusammenschluss der Sportfreunde Siegen und des 1. FC Kaan-Marienborn. Die geplante „Fußball-Ehe“ wird nicht nur von den Verantwortlichen und Anhängern beider Vereine weiter heiß diskutiert, sondern auch von vielen Fußball-Begeisterten in der Region. Die SZ hörte sich bei Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport um, wie sie zu einer möglichen Kooperation der beiden fußballerischen Aushängeschilder des Siegerlandes stehen.

Wilfried Groos (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Siegen): „Als Sparkasse Siegen steht es uns nicht zu, uns zu diesem Thema zu äußern. Wir verhalten uns als Kreditinstitut in diesem Zusammenhang völlig neutral. Als Privatmann und ehemaliger Fußballer habe ich aber eine klare Meinung. Ich würde es gut finden, wenn es zu einem Zusammenschluss zwischen den Sportfreunden Siegen und dem 1. FC Kaan-Marienborn käme. Denn die Chancen, im Siegerland wieder höherklassigen Fußball zu sehen, würden dadurch steigen – und danach sehnen sich doch alle Fußball-Begeisterten. Eine Bündelung der Kräfte, die im übrigen auch schon bei anderen Vereinen stattgefunden hat, hätte zudem den Vorteil, auch dauerhaft eine breite und hochwertige Jugendarbeit zu sichern und auch in diesem Bereich eine Konsolidierung zu erreichen. Wichtig ist, die Fans bei dem geplanten Zusammenschluss emotional mitzunehmen. Natürlich identifizieren sie sich mit ihrem Verein, der für sie eine Herzensangelegenheit ist. Ich bin aber sicher, dass sie in einigen Jahren ihre Freude daran haben werden, wenn sie guten und höherklassigen Fußball live vor Ort sehen können.“
Dirk Beitzel (Fußball-Abteilungsleiter TuS Erndtebrück): „Ich würde mich freuen, wenn durch einen Zusammenschluss von Kaan und den Sportfreunden wieder höherklassiger Fußball in Siegen gespielt würde. Meinen Segen haben sie. Man hätte die Kräfte schon zu Glanzzeiten bündeln sollen, dann wäre man heute vielleicht in ganz anderen sportlichen Sphären unterwegs. Wichtig ist aber, dass die richtigen Leute am Ruder sitzen und sportliche Kompetenz mitbringen. Für uns als TuS Erndtebrück spielt der geplante Zusammenschluss keine große Rolle, das ist eher zweitrangig für uns. Wir wollen unsere Position in Wittgenstein verteidigen. Ob wir weiter Oberliga spielen oder irgendwann vielleicht mal in der Westfalenliga, das wird sich zeigen müssen. Es war ja auch mal eine Zusammenarbeit zwischen uns und Siegen lose im Gespräch. Aber das kam nicht infrage. Die Distanz ist einfach zu groß. Man würde in Erndtebrück niemanden hinter dem Ofen hervorholen, wenn die Spiele in Siegen im Leimbachstadion stattfinden würden.“
Matthias Georg (Geschäftsführer TSV Steinbach Haiger): „Als Verantwortliche des TSV Steinbach Haiger beobachten wir das Ganze sehr interessiert, aber als Außenstehende. Wir haben zwar ein gutes Verhältnis zu beiden Vereinsvorständen, maßen uns jedoch nicht an zu beurteilen, was für die Sportfreunde Siegen und den1. FC Kaan-Marienborn das Beste ist. Wir finden das Gedankenspiel, einen starken Verein im Siegerland aufzubauen, aber sehr reizvoll und würden uns freuen, wenn es wieder Regionalliga-Fußball oder professionellen Fußball in unserer direkten Nachbarschaft gäbe. Jede Perspektive, die das fördert, ist eine gute Perspektive. Konkurrenz belebt das Geschäft. Es ist immer gut, wenn es in einer Region mehrere erfolgreiche Vereine gibt. Da kann man sich gegenseitig befruchten und auch anstacheln. Durch einen möglichen Zusammenschluss der Sportfreunde Siegen und des

1. FC Kaan-Marienborn befürchten wir keine negativen Auswirkungen auf den TSV Steinbach Haiger. Wir gehen unseren eigenen Weg und haben unseren eigenen Stil entwickelt. Ich persönlich war als Kind und Jugendlicher häufig bei Spielen im Leimbachstadion. Ich würde mich freuen, wenn man in Siegen wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen könnte. Die Begeisterung für den Fußball ist im Siegerland zweifelsohne vorhanden. Es wäre schön, wenn man diese Begeisterung wieder wecken könnte.“
Andreas Müller (Landrat Kreis Siegen-Wittgenstein): „Ich bin ein großer Fan des Gedankens, Kräfte und Kompetenzen zu bündeln, um gemeinsam und gestärkt an einem Strang zu ziehen. Eine Fusion der beiden Fußball-Oberligisten aus Siegen wäre deshalb aus vielerlei Hinsicht grundsätzlich eine gute Sache. Für die vielen fußballbegeisterten Menschen aus der Region könnte es eine tolle Chance sein, auf lange Sicht wieder hochklassigen Fußball in Siegen zu sehen. Ein Miteinander der beiden Vereine wird aus meiner Sicht allerdings nur gelingen, wenn die Verantwortlichen es schaffen, möglichst viele Anhänger auf dem Weg dorthin einzubinden und mitzunehmen, um bei den wichtigen Fragen des Vereinsnamens, des Spielorts und der Rechtsform Einigkeit erzielen zu können.“
Mentor Hajdari (Geschäftsführer Mercedes Bald Siegen): „Wenn Kräfte gebündelt werden, ist das immer gut – und in diesem Fall gut für die Region. Ich beobachte jedoch, dass viele Emotionen im Spiel sind. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, das dokumentiert das Interesse der Leute. Die Emotionen müssen aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Daher wünsche ich mir eine Lösung, bei der sich die große Mehrheit der Mitglieder beider Vereine wiederfindet und es keine Verlierer gibt. Derzeit wird sehr viel über Geld und Unternehmen gesprochen, aber nicht so sehr über die Mitglieder – aber die machen einen Verein doch aus. Anders ausgedrückt: Die Lösung werden nicht die Sponsoren bringen, sondern die Vereinsmitglieder. Wenn dort ein wertschätzendes Miteinander entsteht, dann wäre ein Zusammenschluss ein großes Geschenk für die Region. Wenn das nicht gelingen sollte, wäre das auch okay. Dann ist das Haltung – und die gilt es dann zu akzeptieren.“
Marco Michel (Vorsitzender Fußballkreis Siegen-Wittgenstein): „Als Kreisvorsitzender muss ich mich in dieser Frage neutral verhalten. Das müssen die Vereine untereinander regeln. Ich kenne keine Interna, sondern habe meine Kenntnisse nur aus der Zeitung. Mir ist aber bekannt, dass es diese Gedankengänge schon seit längerer Zeit gibt. Ich weiß, dass der mittlerweile verstorbene Manfred Leipold als damaliger 1. Vorsitzender des 1. FC Kaan-Marienborn und Manfred Utsch das Thema bereits besprochen hatten. Als Privatperson würde ich es begrüßen, wenn durch einen Zusammenschluss – in welcher Form auch immer – wieder höherklassiger Fußball vor der Haustür zu sehen sein würde.“
Gerhard „Fanja“ Noll (langjähriger Co-Trainer der Sportfreunde Siegen und früherer Coach des 1. FC Kaan-Marienborn): „Ich bin seit langem ein absoluter Befürworter dieses Zusammenschlusses, weil ich an den Fußball im Siegerland denke. Ich hatte das Thema schon ad acta gelegt und war überrascht, als ich gehört habe, dass doch noch etwas gehen könnte. Klar ist: Wenn hier jetzt nichts passiert, dann wird es auf Sicht schwierig wieder in höhere Ligen zu kommen. Wenn es denn funktioniert, besteht zumindest die Hoffnung, mittelfristig die 3. Liga zu erreichen. Die Oberliga darf doch beim besten Willen nicht der Anspruch sein. Die Leute wollen guten Fußball sehen und Atmosphäre erleben. Wenn das der Fall ist, werden sie auch zahlreich ins Stadion gehen. Ich habe es zu Drittliga-Zeiten von RB Leipzig alle 14 Tage live miterlebt. Anfangs waren 5000 Zuschauer da, danach 8000 und dann 15 000, darunter auch diejenigen, die vorher gesagt haben: Da gehe ich niemals hin. Deshalb hoffe ich, dass der SFS-Vorstand den Fans klar sagt: Es geht nur gemeinsam, wenn wir wieder nach oben wollen.“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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