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3. Liga kein Tabu für TSV Steinbach Haiger
Geschäftsführer Georg: "Fühlen uns als Jäger wohl"

Haben mit dem Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger noch viel vor: Hauptsponsor Roland Kring, Cheftrainer Adrian Alipour und Geschäftsführer Matthias Georg.
  • Haben mit dem Fußball-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger noch viel vor: Hauptsponsor Roland Kring, Cheftrainer Adrian Alipour und Geschäftsführer Matthias Georg.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Haiger. 30 Punkte aus 14 Spielen, Tabellenplatz 2: Der TSV Steinbach Haiger hat in der Fußball-Regionalliga Südwest bislang positiv überrascht. Zuletzt schwächelten die Schützlinge von Trainer Adrian Alipour zwar beim 1:1 gegen Schlusslicht Rot-Weiß Koblenz und verloren an Boden gegenüber Spitzenreiter1. FC Saarbrücken (37 Punkte), doch die Mittelhessen liegen immerhin noch vor so etablierten und namhaften Vereinen wie der SpVg Elversberg, dem FC Homburg, Kickers Offenbach oder dem SSV Ulm. Die SZ sprach mit Matthias Georg, dem in Lützeln aufgewachsenen Geschäftsführer des TSV Steinbach Haiger.

ubau Haiger. 30 Punkte aus 14 Spielen, Tabellenplatz 2: Der TSV Steinbach Haiger hat in der Fußball-Regionalliga Südwest bislang positiv überrascht. Zuletzt schwächelten die Schützlinge von Trainer Adrian Alipour zwar beim 1:1 gegen Schlusslicht Rot-Weiß Koblenz und verloren an Boden gegenüber Spitzenreiter1. FC Saarbrücken (37 Punkte), doch die Mittelhessen liegen immerhin noch vor so etablierten und namhaften Vereinen wie der SpVg Elversberg, dem FC Homburg, Kickers Offenbach oder dem SSV Ulm. Die SZ sprach mit Matthias Georg, dem in Lützeln aufgewachsenen Geschäftsführer des TSV Steinbach Haiger. Im Interview verriet der 32-jährige Gladenbacher, der am Gymnasium in Wilnsdorf sein Abitur „baute“, die Gründe für das unerwartet gute Abschneiden, weshalb Trainer Adrian Alipour gut zum TSV Steinbach Haiger passt und dass die 3. Liga kein Tabuthema am Haarwasen ist.

SZ: Herr Georg, im Sommer gab es einen erheblichen personellen Umbruch beim TSV Steinbach Haiger. Sind Sie daher überrascht, dass es bislang so gut gelaufen ist?
Matthias Georg: „Nun, wenn man so viele Spieler austauscht wie wir im Sommer und darüber hinaus noch einen neuen Trainer installiert, dann konnte man damit nicht unbedingt rechnen. Wir haben uns ganz bewusst von einigen Akteuren getrennt und statt derer auf junge, hungrige Spieler gesetzt, die noch nach oben wollen. Die laufende Saison haben wir als Übergangsjahr angesehen. Dass es bis jetzt so gut gelaufen ist, ist sensationell.“

SZ: Der 1. FC Saarbrücken ist zuletzt etwas davongezogen. Der Rückstand des TSV auf die Saarländer beträgt aktuell sieben Punkte. Geht trotzdem noch etwas nach ganz oben?
Georg: „Natürlich ist die Möglichkeit noch vorhanden. Sieben Punkte Rückstand im Oktober sind im Fußball gar nichts. Wir fühlen uns in der Rolle des Jägers aber sehr wohl, und wir haben richtig Lust, dem 1. FC Saarbrücken auch weiter auf den Wecker zu gehen. Man muss aber auch wissen, dass wir uns finanziell nicht mit dem FCS messen können. Das ist eine ganz andere Hausnummer. Die Saarbrücker haben von der Position 1 bis zur 25 absolute Topspieler in ihrem Kader. Andererseits haben wir im Hinspiel (0:2, Anm.d.Red.) gezeigt, dass wir mit dem FCS mithalten können. Mehr noch: Wir waren die klar bessere Mannschaft – sogar die FCS-Fans haben uns applaudiert.“

Lob für den "Junge vom Dorf"

SZ: Was sind die Gründe für den erfolgreichen Saisonverlauf?
Georg: „Wir haben eine junge, willige Mannschaft, die eine sehr gute Mentalität hat. Die Jungs setzen die Vorgaben des Trainers konzentriert und konsequent um. Diese taktische Disziplin ist ein wesentlicher Faktor unseres Erfolges.“

SZ: Sie sprechen den Trainer an. Welchen Anteil hat Adrian Alipour am Erfolg?
Georg: „Einen ganz wesentlichen! Er hat einen neuen Fußball-Stil eingeführt, den die Mannschaft erfolgreich umsetzt. Mit seiner Art ist es ihm gelungen, neues Feuer zu entfachen. Adrian ist als Typ ein Gewinn für die Mannschaft und für den ganzen Verein. Er identifiziert sich zu 100 Prozent mit seiner Aufgabe. Adrian ist ein Junge vom Dorf und passt auch deshalb gut zu unserem Verein. Er redet nicht nur von Teamwork, sondern er lebt es auch vor. An unserem Erfolg sind aber letztlich alle Mitarbeiter beteiligt: in erster Linie natürlich die Spieler und der Cheftrainer, aber auch das komplette Trainer-Team, der Zeugwart, die Physios, die Mitarbeiter von der Geschäftsstelle und alle anderen, die uns unterstützen. Alle haben Bock, den Verein voran zu bringen.“

"Sollten wir es sportlich schaffen, würden wir die 3. Liga auch angehen"

SZ: Der TSV Steinbach Haiger ist in Schlagdistanz zum Tabellenführer. Wäre die 3. Liga für den Verein überhaupt finanziell zu stemmen?
Georg: „Vor zwei, drei Jahren nicht, mittlerweile schon. Wenn wir es also sportlich schaffen sollten, dann würden wir die 3. Liga auch angehen.“

SZ: Der Verein baut sukzessive seine Strukturen aus. Ist die 3. Liga also auf Sicht das erklärte Ziel des TSV?
Georg: „Man muss als Verein immer Träume und Ziele haben. Und dass am Saisonende nicht immer der finanzkräftigste Verein aufsteigt, hat Waldhof Mannheim in der vergangenen Saison bewiesen. Aber alles braucht seine Zeit und muss wachsen. In zwei, drei Jahren wollen wir definitiv ein ernstes Wörtchen um die Meisterschaft mitsprechen. Klar ist aber auch: Die 3. Liga ist schon ein sehr ambitioniertes Ziel. Noch nicht einmal aus sportlicher Sicht, denn viele Aufsteiger spielen dort eine gute Rolle, siehe Mannheim aktuell. Das ganze Drumherum zu meistern, wäre eine riesige Herausforderung. Das macht für uns den Reiz aus.“

"Hintertortribüne soll bis Saisonende fertig sein"

SZ: In puncto Infrastruktur hat sich in den letzten Jahren viel getan. Das Stadion am Haarwasen wurde bzw. wird nach und nach modernisiert. Was sind die nächsten Bauvorhaben?
Georg: „Es ist richtig: Wir haben die Infrastruktur sukzessive verbessert. Erst kürzlich ist der neue Kabinentrakt für die Heimmannschaft fertig geworden. Der Neubau der Geschäftsstelle am Stadion ist in den letzten Zügen – in drei bis vier Wochen sind die Räumlichkeiten bezugsfertig. Die Fundamente für die noch nicht existente Hintertortribüne sind fertig, bis Saisonende sollen die Arbeiten hier abgeschlossen sein. Die beiden Tribünen hinter den Toren sind im übrigen so konstruiert, dass sie im Bedarfsfall noch überdacht werden können.

SZ: Und was ist auf der Gegengeraden geplant?
Georg: „Aktuell nichts konkretes. Auf Sicht wollen wir die Gegengerade aber winddicht verschließen. Wir kommen aber auch ohne Ausbaumaßnahmen auf dieser Seite auf die von der DFL für die
3. Liga geforderten 10 000 Plätze.“

"Das Produkt, das wir anbieten, wird gut angenommen"

SZ: Aus dem Siegerland reisen stets viele Zuschauer zu den Spielen in Haiger. Profitiert der TSV auch davon, dass hier in der Region nur noch Oberliga-Fußball gespielt wird?
Georg: „Das ist schwer zu beurteilen. Ich bin selbst früher zu den Spielen der Sportfreunde ins Leimbachstadion gepilgert. Ich weiß daher um das Fan-Potenzial, das im Siegerland schlummert. Ich wünsche mir, dass bald auch wieder in Siegen Regionalliga-Fußball gespielt wird. Denn je mehr Vereine aus der Umgebung höherklassig spielen, desto besser ist es für die ganze Region.

SZ: Was sind denn aus Ihrer Sicht die Gründe für die vielen SI-Kennzeichen am Haarwasen?
Georg: „In erster Linie wollen die Zuschauer bei uns gepflegten Fußball sehen. Darüber hinaus schätzen sie sicherlich auch unser komfortables Stadion mit der Nähe zum Spielfeld.“

SZ: Die Zuschauerzahlen bewegen sich bei Heimspielen zwischen 1100 und 1400. Ist damit das Limit erreicht oder ist da noch mehr Potenzial?
Georg: „Nun, man muss berücksichtigen, von wo wir kommen und dass wir erst seit kurzem in einer so hohen Liga spielen. Die Bindung an einen Verein muss über Jahre wachsen. Daher denke ich, dass wir mittelfristig die 2000er-Marke erreichen könnten. Im Falle eines Aufstiegs in die3. Liga würde das Zuschauerinteresse rapide ansteigen. Stand jetzt sind wir aber zufrieden mit der Zuschauerresonanz, zumal die Tendenz leicht steigend ist. Das Produkt, das wir anbieten, wird gut angenommen.“

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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