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Florian Schnorrenberg unter Druck
HFC-Coach auch noch am Saisonende? "Na klar!"

Steht in der Kritik: Halles Cheftrainer Florian Schnorrenberg.

ubau Halle. Fünf Spiele ohne Sieg, davon vier Niederlagen, die letzte am vergangenen Samstag trotz langer personeller Überzahl beim akut abstiegsbedrohten 1. FC Kaiserslautern – der Hallesche FC befindet sich in der 3. Fußball-Liga im freien Fall. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ist auf drei Punkte geschmolzen. Cheftrainer Florian Schnorrenberg steht mittlerweile massiv unter Druck. Die Verdienste, die sich der Fußballlehrer aus Brachbach durch seine erfolgreiche Rettungsmission in der vergangenen Saison erworben hatte, sind plötzlich „Schnee von gestern“. Was zählt, ist die Gegenwart – und die wird bei dem traditionsreichen Klub aus Sachsen-Anhalt von der Angst vor dem Abstieg in die Regionalliga Nordost bestimmt.

ubau Halle. Fünf Spiele ohne Sieg, davon vier Niederlagen, die letzte am vergangenen Samstag trotz langer personeller Überzahl beim akut abstiegsbedrohten 1. FC Kaiserslautern – der Hallesche FC befindet sich in der 3. Fußball-Liga im freien Fall. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ist auf drei Punkte geschmolzen. Cheftrainer Florian Schnorrenberg steht mittlerweile massiv unter Druck. Die Verdienste, die sich der Fußballlehrer aus Brachbach durch seine erfolgreiche Rettungsmission in der vergangenen Saison erworben hatte, sind plötzlich „Schnee von gestern“. Was zählt, ist die Gegenwart – und die wird bei dem traditionsreichen Klub aus Sachsen-Anhalt von der Angst vor dem Abstieg in die Regionalliga Nordost bestimmt. Die SZ sprach mit dem 43-jährigen Fußballlehrer über die aktuelle Situation, die Gründe für den Misserfolg und die Kritik an seiner Person.

Herr Schnorrenberg, bei der 1:3-Niederlage in Kaiserslautern spielte Ihre Mannschaft ab der 61. Minute in Überzahl, schaffte unmittelbar danach den Ausgleich, stand am Ende jedoch mit leeren Händen da. Wie tief sitzt der Stachel der Enttäuschung noch?

Nicht mehr so tief. Wir haben das Spiel analysiert und den Blick schnell wieder nach vorn gerichtet. Allerdings war es in der Tat eine total bittere Niederlage. Durch individuelle Fehler haben wir uns zumindest um einen Punkt gebracht. Wir wollten unbedingt den Sieg, denn der hätte uns in unserer Situation extrem gut getan. Wir haben aber in Überzahl zu hektisch gespielt und drei, vier Kontersituationen zugelassen. Das darf uns so nicht passieren. Am Ende verlieren wir das Spiel sogar noch. In unserer Situation kommt eben derzeit alles zusammen.

Vorsprung deutlich geschmolzen

Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den aktuell der KFC Uerdingen belegt, beträgt nur noch drei Punkte. Hinzu kommt das schlechte Torverhältnis. Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Zieht man den Vergleich zur Hinrunde, haben wir bisher fünf Punkte weniger geholt. Die Mannschaften aus der unteren Tabellenregion haben gut gepunktet, sodass unser Vorsprung fast aufgebraucht ist. Wir haben uns selbst in die Bredouille gebracht. Andererseits ist die 3. Liga traditionell sehr eng. Wie schon in den vergangenen Jahren steckt die halbe Liga im Abstiegskampf. Aber klar ist auch: Diese Situation hätten wir uns natürlich gerne erspart.

Der Hallesche FC holte nur zwei Siege aus 14 Spielen im Jahr 2021, in den letzten fünf Saisonspielen setzte es vier Niederlagen. Was sind die Gründe für den Absturz?

Die sind vielschichtig. Sicherlich hatten wir mit Verletzungspech zu kämpfen und mussten im Saisonverlauf schon einiges wegstecken. Aber das soll definitiv keine Ausrede sein. Viele Leistungen waren zuletzt nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Erfolgserlebnisse sind ausgeblieben, wir sind in einen Negativlauf hineingeraten. In der Hinrunde haben wir manches Spiel noch knapp für uns entschieden, das ist jetzt anders. Das hängt auch mit Spielglück zusammen, aber im Fußball ist auch vieles Kopfsache.

Kritik am Trainer nimmt zu

Die Kritik an Ihrer Person hat in der mitteldeutschen Medienlandschaft deutlich zugenommen. Wie gehen Sie damit um?

Wenn die Kritik konstruktiv ist, nehme ich sie ernst, denn sie spornt mich an, Dinge anders bzw. besser zu machen. Ist die Kritik allerdings unsachlich, schiebe ich sie schnell beiseite. Aber nochmal: Wir haben uns die Situation, in der wir nun stecken, selbst zuzuschreiben. Und dafür dürfen wir auch kritisiert werden. Ich verstehe die Menschen, die sich Sorgen um den HFC machen. Am sportlichen Erfolg des Vereins hängt viel dran: Es geht hier um Emotionen und auch um Arbeitsplätze.

Zumal es mit Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus und dem Chemnitzer FC einige prominente Beispiele gibt, die den Sturz in die Regionalliga Nordost nicht verhindern konnten.

Richtig. Und das schwebt natürlich in den Hinterköpfen der Fans und der Verantwortlichen. Der Hallesche FC ist ein Traditionsverein, an dem viele Menschen mit ganz viel Herzblut hängen. Das darf mich aber nicht in meinem Handeln beeinflussen. Mein Fokus ist nur auf das nächste Spiel gerichtet.
Vereinsintern soll es am Sonntag und Montag Krisengespräche gegeben haben.

"Spüre uneingeschränktes Vertrauen"

Spüren Sie noch das uneingeschränkte Vertrauen der Verantwortlichen?

Ja, das spüre ich noch immer. Im Übrigen hat unser Präsident Jens Rauschenbach nicht zu mir gesagt: Wenn Du am Freitag gegen Uerdingen verlierst, bist Du weg. Das kann so sein, aber das war nicht unser Thema. In unserem Gespräch ging es vielmehr um inhaltliche Dinge, wie es uns gelingen kann, die Trendwende zu schaffen. Wichtig ist, dass wir die Ruhe bewahren und uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Alles andere kostet nur unnötige Energie.

Sie haben also (zumindest noch) die Partie am Freitagabend gegen den KFC Uerdingen bekommen. Mit welchen Gefühlen blicken Sie diesem Schlüsselspiel entgegen?

Ich bin auf jeden Fall sehr optimistisch, dass uns der Befreiungsschlag gelingen wird. Die personellen Vorzeichen sind zwar nicht die Günstigsten, weil uns Kapitän Jonas Nietfeld wegen einer Rippenprellung sowie Michael Eberwein und Marcel Titsch Rivero gelbgesperrt fehlen werden. Aber das darf letztlich keine Rolle spielen. Alle, die am Freitagabend auf dem Feld stehen, werden sich zerreißen für den HFC, da bin ich sicher. Die große Kunst wird sein, ohne Angst und Druck Fußball zu spielen.

Zum Schluss noch ein Blick in die Glaskugel: Werden Sie auch am Saisonende noch Trainer des Halleschen FC sein?

Na klar! Wir werden das zusammen schaffen und die Klasse halten.

Autor:

Uwe Bauschert aus Kirchen

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