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1. FC Kaan-Marienborn beantragt Lizenz
Hintertürchen zur Regionalliga?

Jannik Schneider (l.) und der 1. FC Kaan-Marienborn schielen genauso auf eine Hintertür in die Regionalliga West wie die SG Wattenscheid (v. l. Norman Jakubowski und Marvin Schurig). Das 1:1 im September soll nicht das einzige Aufeinandertreffen bleiben, die leise Hoffnung auf eine Aufstiegsrunde besteht.
  • Jannik Schneider (l.) und der 1. FC Kaan-Marienborn schielen genauso auf eine Hintertür in die Regionalliga West wie die SG Wattenscheid (v. l. Norman Jakubowski und Marvin Schurig). Das 1:1 im September soll nicht das einzige Aufeinandertreffen bleiben, die leise Hoffnung auf eine Aufstiegsrunde besteht.
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pm Kaan-Marienborn. Die Fußball-Saison 2020/21 ist in Westfalen noch gar nicht offiziell beendet, da fängt es im Auf- und Abstiegskessel gewaltig an zu brodeln. Die eigentlich so klar anmutende Faktenlage, die den Oberligisten bei der bevorstehenden Annullierung der Saison jegliches Recht auf den Sprung in die Regionalliga verwehrt, scheint plötzlich doch etwas verzwickter. Im Südwesten Fußballdeutschlands hat sich die Situation an der Schnittstelle zwischen Profi- und Amateursport bereits deutlich zugespitzt, ein ähnliches Szenario könnte sich auch im Westen entwickeln. Um für diesen Fall der Fälle gewappnet zu sein, haben zunächst einmal sechs Teams aus der Oberliga Westfalen, darunter der 1. FC Kaan-Marienborn, fristgerecht zum 31. März ihre Regionalliga-Lizenz beantragt.

pm Kaan-Marienborn. Die Fußball-Saison 2020/21 ist in Westfalen noch gar nicht offiziell beendet, da fängt es im Auf- und Abstiegskessel gewaltig an zu brodeln. Die eigentlich so klar anmutende Faktenlage, die den Oberligisten bei der bevorstehenden Annullierung der Saison jegliches Recht auf den Sprung in die Regionalliga verwehrt, scheint plötzlich doch etwas verzwickter. Im Südwesten Fußballdeutschlands hat sich die Situation an der Schnittstelle zwischen Profi- und Amateursport bereits deutlich zugespitzt, ein ähnliches Szenario könnte sich auch im Westen entwickeln. Um für diesen Fall der Fälle gewappnet zu sein, haben zunächst einmal sechs Teams aus der Oberliga Westfalen, darunter der 1. FC Kaan-Marienborn, fristgerecht zum 31. März ihre Regionalliga-Lizenz beantragt.

„Wir wollten uns alle Optionen offen halten“, sagte Jochen Trilling, Sportlicher Leiter der Käner, im SZ-Gespräch Das scheint auf den ersten Blick nur zu bedeuten, dass die aktuell auf Rang 6 in absoluter Schlagdistanz zu den beiden ursprünglich geplanten Aufstiegsrängen lauernden Breitenbachtaler im unwahrscheinlichen Fall einer Fortsetzung nicht plötzlich in die Röhre schauen und stattdessen für den sportlichen Aufstieg nach Quotientenregelung gewappnet sein wollten.

Südwest-Oberligisten dürfen vielleicht "hoch"

Der tatsächliche Hintergrund aber dürfte vielmehr bei einem Blick in den Südwesten enthüllt werden. Auch hier zieht die vierte Liga derzeit ihr Programm durch, während die wenigen Partien in den drei „angeschlossenen“ Oberligen voraussichtlich annulliert werden. Statt der geplanten sechs Absteiger müsste nur ein Team den Gang in die Oberliga antreten, während niemand von unten hoch käme.

Und genau hier wird es für die heimischen Oberligisten interessant, denn das wollen sich die Pendants im Südwesten nicht bieten lassen. Allen voran die Stuttgarter Kickers als Tabellenführer der Oberliga Baden-Württemberg und Eintracht Trier als Spitzenreiter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord drängen auf ihr Aufstiegsrecht und haben mittlerweile Rückendeckung von den Landesverbänden. Angestrebt wird jetzt, dass die drei Oberliga-Spitzenreiter in die Regionalliga nachrücken und die drei Tabellenzweiten einen weiteren Aufsteiger ermitteln.

Regionalligisten protestieren

Das wiederum stößt auf Widerstand der Regionalligisten, die sich mit einem Offenen Brief gegen diese Pläne positionieren. „Aus sicher nachvollziehbaren Gründen herrscht reger Unmut über die Unverhältnismäßigkeit, dass Mannschaften mit teilweise nur acht ausgetragenen Spielen aus den Oberligen aufsteigen sollen, während hingegen sechs unserer Teams mit 42 absolvierten Spielen in einer noch nie da gewesenen Rekordsaison absteigen müssten“, heißt es in dem Schreiben, das von Ligasprecher Rafael Kowollik an die Regionalliga Südwest GbR sowie die drei Oberligen übermittelt wurde.

Um den Bogen nach Westfalen zu spannen: Auch hierzulande hätte das derzeit wahrscheinlichste Szenario klare Gewinner und Verlierer. Profitieren würden die abstiegsbedrohten Regionalligisten, zu denen mit Rot-Weiß Ahlen, SV Lippstadt und Sportfreunde Lotte auch drei Teams aus Westfalen zählen. Enttäuschung würde bei den Spitzenteams der Oberliga herrschen, die sich ihrerseits durchaus ihre Gedanken zu möglichen Alternativen machen.

Gibt es eine Aufstiegsrunde?

So ist aus dem Umfeld der Lizenz-Antragssteller – neben Kaan-Marienborn der FC Gütersloh, der Holzwickeder SC, die TSG Sprockhövel, der RSV Meinerzhagen und die SG Wattenscheid – vermehrt der Wunsch nach einer Aufstiegsrunde zu vernehmen. Trotz der wahrscheinlichen Annullierung sollten so zu einem späteren Zeitpunkt die beiden geplanten Aufsteiger ermittelt werden, um eine Benachteiligung zu verhindern.

Ob diese Gedankenspiele Nährboden erhalten? Völlig offen. Anders als im Südwesten hat es von den Verbandsverantwortlichen bislang keine Hinweise in diese Richtung gegeben. Das könnte sich aber durchaus noch ändern. Die leise Hoffnung auf ein Hintertürchen ist da.

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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