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Torben Blech fiebert Olympia-Start entgegen
Höhenflug oder Rückflug?

Ein „krass fettes Stadion“: Kurz nach seiner Ankunft in Tokio machte sich Torben Blech schon einmal ein Bild vom 2019 eröffneten Nationalstadion, in dem die Leichtathletik-Wettkämpfe der Olympischen Spiele in Tokio ausgetragen werden.
  • Ein „krass fettes Stadion“: Kurz nach seiner Ankunft in Tokio machte sich Torben Blech schon einmal ein Bild vom 2019 eröffneten Nationalstadion, in dem die Leichtathletik-Wettkämpfe der Olympischen Spiele in Tokio ausgetragen werden.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

pm Tokio. Jetzt wird's langsam ernst! Kurz nach seiner Ankunft im Olympischen Dorf ist Stabhochspringer Torben Blech schon einmal auf Tuchfühlung gegangen mit dem Ort, an dem er in der Nacht auf Samstag deutscher Zeit (2.40 Uhr/Eurosport und Livestream auf Sportschau.de) sein persönliches olympisches Märchen schreiben und ins Finale einziehen will. „Das ist schon ein krass fettes Stadion“, so die wörtliche Beschreibung des Gosenbachers für die 80 000 Zuschauer fassende Arena, deren Tribünen allerdings auch bei seinem Wettkampf fast leer bleiben werden.

Bei der ersten Stippvisite am Donnerstag stand nur ein bisschen Gymnastik im Aufwärmbereich auf dem Programm. Es galt, mit der Örtlichkeit warm zu werden – dabei regeln das die klimatischen Gegebenheiten schon von allein.

pm Tokio. Jetzt wird's langsam ernst! Kurz nach seiner Ankunft im Olympischen Dorf ist Stabhochspringer Torben Blech schon einmal auf Tuchfühlung gegangen mit dem Ort, an dem er in der Nacht auf Samstag deutscher Zeit (2.40 Uhr/Eurosport und Livestream auf Sportschau.de) sein persönliches olympisches Märchen schreiben und ins Finale einziehen will. „Das ist schon ein krass fettes Stadion“, so die wörtliche Beschreibung des Gosenbachers für die 80 000 Zuschauer fassende Arena, deren Tribünen allerdings auch bei seinem Wettkampf fast leer bleiben werden.

Bei der ersten Stippvisite am Donnerstag stand nur ein bisschen Gymnastik im Aufwärmbereich auf dem Programm. Es galt, mit der Örtlichkeit warm zu werden – dabei regeln das die klimatischen Gegebenheiten schon von allein. „Die Bedingungen werden nicht einfach. Es ist knallheiß und man ist schnell klatschnass geschwitzt. Damit wird jeder zu kämpfen haben und da werden die Karten auch ein Stück weit neu gemischt“, glaubt Blech, dessen „beste Freundin“ im Wettkampf eine wohltuende Kühlweste sein wird.

Frühaufsteher sind gefragt

Vor- und Nachteile zugleich bietet der Termin der Qualifikation. Schon um 8 Uhr Ortszeit müssen die Athleten im Callroom bereitstehen, bei Wettkampfbeginn sind Temperaturen um 25 Grad, aber eben keine Tageshöchstwerte zu erwarten. Für Blech und seine Konkurrenten bedeutet das im Gegenzug: früh aufstehen! „Um Viertel nach Sechs oder halb Sieben wird der Wecker klingeln“, erklärt der Gosenbacher.

Und wie sieht dann die Routine vor dem Wettkampf aus? „Erstmal muss ich duschen, das brauche ich am Wettkampftag einfach, um richtig wach zu sein“, so Blech. Weiter geht es mit einem reichhaltigen Frühstück in der zweistöckigen Mensa. Haferflocken, Hafermilch, Bananen, Orangensaft und ein, zwei Scheiben Brot stehen auf dem Speiseplan. „Und dann brauche ich noch einen doppelten Espresso, der kickt dann ganz gut rein“, verrät der Deutsche Hallenmeister.

"Da ist schon ein hohes Niveau gefordert, aber das sind ja auch keine Kreismeisterschaften. Das Finale ist das ganz, ganz große Ziel."
Torben Blech
... über die für das Finale geforderte Höhe von 5,80 m

Koffein also als letzte „Wunderwaffe“, ansonsten ist Blech auf sich allein gestellt. Und die Aufgabe ist schwer: 5,80 Meter müssen in der Qualifikation übersprungen werden, um sicher ins Finale einzuziehen. Schaffen das keine zwölf Athleten, wird für die Entscheidung am Dienstag (12.20 Uhr deutscher Zeit) mit den besten der gescheiterten Starter aufgefüllt. „Da ist schon ein hohes Niveau gefordert, aber das sind ja auch keine Kreismeisterschaften. Das Finale ist das ganz, ganz große Ziel“, sagt Blech, der 5,80 Meter im Freien erst ein einziges Mal überquert hat, bei den Bayer Classics vor ziemlich genau zwei Jahren.

Durchwachsenes Fazit für Trainingslager

In der Halle kam die gleiche Höhe am 5. Februar in Berlin hinzu, eine Woche vorher stellte Blech in Düsseldorf seine persönliche Bestleistung von 5,86 Metern auf. Eine Corona-Infektion nach der Hallen-EM in Polen im März brachte den Gosenbacher jedoch nachhaltig aus dem Tritt, vor dem Abflug nach Japan stimmten Form und Leistungen noch nicht.

Und wie lief es im Trainingslager in Miyazaki? „Einzelne Sprünge waren gut, andere echt scheiße. Die letzte Technikeinheit war so lala. Insgesamt haben wir das Training ein bisschen runtergefahren, weil die Belastung echt hoch war“, resümiert Blech, der im Wettkampf keine Ausreden gelten lassen will: „Körperlich fühle ich mich wieder echt gut. Jetzt gilt es, mit Spaß an den Wettkampf heranzugehen. Wenn die Quali losgeht, ist das Adrenalin voll da.“

Das "Kribbeln" ist da...

Ohnehin wächst die Vorfreude bei Olympia-Debütant Blech jetzt von Minute zu Minute. „Durch die Ankunft im Dorf ist das Kribbeln deutlich mehr geworden. Die Olympischen Spiele sind ein Traum, der wahr geworden ist“, verdeutlicht der 26-Jährige im SZ-Gespräch. Deshalb versucht der ehemalige Mehrkämpfer auch, so viel wie möglich vom „Geist“ des größten Sportereignisses der Welt aufzusaugen: „Das ist einfach etwas Besonderes. Es sind unglaublich viele Menschen hier und als Sportfan über die Leichtathletik hinaus auch viele Sportler, die man gerne mal kennenlernen würde.“

Ein „großer Wermutstropfen“ sei es deshalb, dass er aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht beliebig viele andere Wettkämpfe besuchen könne. „Zumindest dürfen wir aber jetzt wohl doch nach unserem eigenen Wettkampf im Leichtathletik-Stadion bleiben“, berichtet Blech und ergänzt vielsagend: „Ansonsten muss ich eben versuchen, 2024 noch mal dabei zu sein.“

Zunächst einmal gilt aber die volle Konzentration der Qualifikation, damit der erfüllte Traum von den Olympischen Spielen in Tokio nicht schneller wieder vorbei ist als erwünscht. Torben Blech steht vor dem größten Wettkampf seines Lebens. Jetzt wird's langsam ernst!

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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