SZ-Umfrage zur Frauen-Fußball-WM
Hoffnung auf „Turniermannschaft“ Deutschland

Die deutsche Frauen-Fußball-Nationalmannschaft startet am Samstag gegen China ins WM-Turnier. Das Bild zeigt (v.l.) Carolin Simon, Alexandra Popp und Sara Doorsoun, die hier das 2:0 im letzten Testspiel gegen Chile bejubelten. Foto: dpa
  • Die deutsche Frauen-Fußball-Nationalmannschaft startet am Samstag gegen China ins WM-Turnier. Das Bild zeigt (v.l.) Carolin Simon, Alexandra Popp und Sara Doorsoun, die hier das 2:0 im letzten Testspiel gegen Chile bejubelten. Foto: dpa
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

krup/ubau Siegen. Mit dem Spiel zwischen Gastgeber Frankreich und Südkorea beginnt am Freitag um 21 Uhr die 8. Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihr erstes Gruppenspiel am Samstag gegen China. Im Vorfeld des Turniers hat die Siegener Zeitung eine Umfrage durchgeführt, bei der sich Trainer, Spieler und Funktionäre aus der heimischen Region den folgenden drei Fragen gestellt haben:

1) Am Freitag beginnt die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft. Wie stark ist Ihr Interesse an diesem Ereignis, werden Sie viele Spiele am TV verfolgen?

2) Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

3) Wer wird Weltmeister?

Mareike Schildt (Trainerin Fortuna Freudenberg B-Juniorinnen): 1) Wenn ich zu Hause bin, werde ich schon die Spiele anschauen – allerdings nicht so, dass ich meine komplette Tagesplanung danach ausrichte. Ich denke aber, dass sich das im Turnierverlauf steigern wird: je weiter die deutsche Mannschaft kommt, desto mehr wird man mitfiebern  2) Ich denke schon, dass wir in diesem Jahr wieder eine Mannschaft haben, die unter die besten Vier kommen kann. Ich habe ja viel mit der U 17 und der U 19 zu tun, und da sieht man schon, dass nach wie vor eine Menge Potenzial vorhanden ist. Außerdem denke ich, dass die neue Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg viel Wert auf Teamspirit legt, und damit kann man viel erreichen  3) Ich hoffe auf Deutschland. Ansonsten bin ich nicht so bewandert, einen absoluten Favoriten benennen zu können, dafür müsste man sich schon das ganze Jahr über mit der Situation in allen Ländern intensiv beschäftigen. Gastgeber Frankreich traue ich viel zu, ebenso Brasilien sowie Schweden und Norwegen.

Simon Grisse (Spieler und Jugendtrainer beim TSV Weißtal): 1) Früher habe ich das getan, habe aber zuletzt, ehrlich gesagt, das Interesse daran etwas verloren. Bei der letzten WM fehlte mir das Tempo in den Spielen. Ich werde aber schon reinschauen, wenn es zeitlich passt  2) Sie hat bei den großen Turnieren fast immer eine gute Rolle gespielt. Ich weiß aber diesmal nicht so richtig, wie stark unser Team tatsächlich einzuschätzen ist  3) Puuuh, schwierig... Dafür kenne ich unsere Mannschaft zu wenig, und die anderen Teams erst recht. Das war in der Vergangenheit alles dermaßen ausgeglichen, dass ich dazu keine seriöse Einschätzung abgeben kann.

Marco Michel (Kreisvorsitzender FLVW-Kreis Siegen-Wittgenstein): 1.) Wenn es zeitlich machbar ist, dann ja  2.) Viertelfinale, Halbfinale  3.) Schwierig. Brasilien oder die USA.

Klaus-Jürgen Griese (1. Vorsitzender Adler Niederfischbach): 1) Ich habe mich schon immer für den Frauen-Fußball begeistert. Und ich werde sicherlich das ein oder andere Spiel am Fernseher verfolgen – auf jeden Fall die deutschen Spiele  2) Nachdem Martina Voss-Tecklenburg das Traineramt übernommen hat, bin ich überzeugt davon, dass die deutsche Mannschaft den 3. Platz schaffen wird. Das wäre ein Erfolg  3) Wer Weltmeister wird, ist schwer zu sagen. Ich tendiere zu Brasilien.

Ansgar Arns (Trainer Rot-Weiß Hünsborn 2.): 1) Ich werde sicherlich mal in die Spiele reinschauen, aber so euphorisch wie bei einer Männer-WM bin ich nicht  2) Ich denke, dass das Halbfinale für die deutsche Mannschaft durchaus drin ist  3) Mit ein wenig Glück Deutschland.

Thomas Trogisch (Trainer der Frauen der Sportfr. Siegen): 1) Ja, ich werde mir die WM intensiv anschauen. Wir brechen am Wochenende zu unserer Mannschaftsfahrt nach Holland auf, mit 17 Spielerinnen ist fast der ganze Kader dabei. Erst das deutsche Spiel gegen China gemeinsam gucken, danach abfeiern – so lautet der Plan...  2) Mit dem Titel dürfte es schwierig werden, dafür gibt es zu viele Mitbewerber. Ich sehe Deutschland aber als Mitfavorit, ins Halbfinale sollte es auf jeden Fall gehen  3) Es wird auf jeden Fall eine spannende WM, da das Feld immer enger zusammen rückt. Der Frauenfußball ist auf einem technisch guten Niveau und aus meiner Sicht auch schneller geworden. Titelanwärter gibt es einige, ich tendiere zu Gastgeber Frankreich.

Christian Scheurer (Sportlicher Leiter SG Mudersbach/Brachbach): 1) Ich werde auf jeden Fall die deutschen Spiele verfolgen, und wenn es ernst wird, also ab dem Viertelfinale, auch die Partien mit nicht-deutscher Beteiligung. Mein Interesse an der WM ist aber nicht so groß wie beim Männer-Fußball  2) Die DFB-Frauen zählen immer zum Favoritenkreis, und ich denke, dass sie auch eine gute Rolle spielen werden und auch den Titel holen können  3) Ich würde mir wünschen, dass die deutschen Mädels Weltmeister werden.

Frank Rademacher (1. Vorsitzender FC Möllmicke): 1) Ich werde mal reinschauen, aber ich werde die WM nicht so intensiv verfolgen wie den Männer-Fußball. Die Frauen spielen zwar technisch schönen Fußball, aber es fehlt mir die Geschwindigkeit und die Körperlichkeit  2) Ich traue der deutschen Mannschaft alles zu. In der Vergangenheit waren die DFB-Frauen sehr erfolgreich und – ähnlich wie die Männer – eine Turniermannschaft. Ich hoffe, dass das diesmal wieder so ist  3) Deutschland.

Andreas Edelmann (bisher Trainer der Frauen-Mannschaft des SV Schameder und in der kommenden Saison Trainer der Frauen-Mannschaft der Sportfreunde Siegen): 1) Seitdem ich im Frauen-Fußball tätig bin, verfolge ich ihn intensiver. Ich finde, das Niveau hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, der Frauen-Fußball ist attraktiver geworden. Zudem gibt es weniger Unterbrechungen als beim Männer-Fußball, sodass die effektive Spielzeit höher ist. Die deutschen Spiele werde ich mir auf jeden Fall anschauen und sicherlich auch noch das ein oder andere Spiel  2) Die letzten Turniere sind nicht so erfolgreich gelaufen. Aber durch den Trainerwechsel gibt es neue Euphorie. Ich traue den deutschen Fußballerinnen den Sprung unter die letzten Vier zu  3) Holland, Frankreich und die üblichen Verdächtigen wie Japan, USA und Brasilien zählen für mich zu den Favoriten.

Enis Caglayan (Trainer SG Alsdorf/Kirchen): 1) Gerade jetzt, da die Männer-Bundesliga vorbei ist, werde ich schon das ein oder andere Spiel schauen, zumal meine Affinität zu Spielen von deutschen Nationalmannschaften – sportartübergreifend – groß ist. Zudem habe ich einige Bekannte, die im Frauen-Fußball-Bereich aktiv sind. Natürlich hat der Männer-Fußball eine ganz andere Popularität, aber ich würde mich freuen, wenn die deutschen Frauen weit kommen, der Funke auf die Zuschauer überspringt und eine echte Begeisterung entsteht. Es wäre schön, wenn das dann dem Frauen-Fußball insgesamt einen neuen Schub gäbe  2) Ich wünsche mir natürlich, dass die deutschen Frauen den Titel holen. Ich traue ihnen auch zu, dass sie weit kommen – das Potenzial ist da  3) Ich tippe, dass Brasilien und die USA das Finale erreichen werden.

Tobias Reuter (1. Vorsitzender SV Oberes Banfetal): 1) Wenn es die Zeit zulässt, werde ich mir einige Spiele angucken. Das Interesse am Frauen-Fußball ist, auch bedingt durch unsere eigene Damen-Mannschaft, durchaus vorhanden – gerade bei einer WM  2) Ich denke, das Halbfinale ist mindestens drin für unsere Mannschaft, vielleicht sogar das Finale  3) Deutschland oder die USA.

René Röthig (Spielertrainer VfB Banfe): 1) Die deutschen Spiele werde ich schon versuchen zu schauen. Aber ich will ehrlich sein: Es ist etwas anderes, als wenn die deutschen Männer spielen, auch wenn das ein wenig traurig ist. Aber dafür beschäftigt man sich über das Jahr zu wenig mit dem Frauen-Fußball  2) Deutschland erreicht das Viertelfinale, da bin ich mir ziemlich sicher  3) Das ist schwer zu sagen. Ich tippe auf ein Endspiel Norwegen gegen USA.

Dominik Dapprich (Trainer der Männer der Sportfreunde Siegen): 1) Ich lese die Artikel über Frauen-Fußball im „kicker“ und ich werde auch mal in die WM reinschauen, obwohl ich mir eigentlich eine kurze fußballfreie Zeit verordnet habe. Die Frauen spielen einen technisch tollen Fußball, ich halte Frauenfußball aber für nicht so geschwindigkeitsbetont wie den Männerfußball  2) Ich glaube, dass Deutschland über einen guten Mix aus erfahrenen und sehr jungen, talentierten Spielerinnen verfügt. Wenn dieses Team harmoniert und eine guten Start ins Turnier erwischt, ist ihr alles zuzutrauen  3) Die Teams sind, ähnlich wie im Männerbereich, enger zusammengerückt. Somit hängt viel an der Tagesform. Frankreich, wenn es mit dem Druck klarkommt, sowie die USA, China und England sind meine Favoriten auf den Titelgewinn. <chartag shortcut="z-Autor" tag="autor-7p">Frank Kruppa/Uwe Bauschert</chartag>

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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